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1,5 Millionen Soldaten in russischer Armee? Fachleute sehen Putins Pläne scheitern

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Von: Tobias Utz

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Russlands Präsident Putin will die Armee aufrüsten, „ohne finanzielle Beschränkungen“: Fachleute sehen das Vorhaben kritisch.

Moskau – Das russische Verteidigungsministerium hat kürzlich die Pläne für das Militär vorgestellt. Minister Sergei Schoigu erklärte, dass die Armee auf 1,5 Millionen Soldaten aufgestockt werden solle. Basis dafür werde die Erhöhung des Alterslimits für Wehrpflichtige: von 27 auf 30 Jahre. Bislang wurden in Russland insbesondere junge Männer nach Vollendung des 18. Lebensjahres einberufen.

Ukraine-Krieg: Wladimir Putin am Flughafen von Minsk am 19. Dezember 2022
Aufnahme vom 19. Dezember: Wladimir Putin bei seinem Besuch in Minsk. © Kremliin/UPI Photo/Imago

Fachleute des Thinktanks „Institute for the Study of War“ sehen Wladimir Putins Pläne skeptisch. „Der Kreml wird das sehr wahrscheinlich nicht in kurzer Zeit hinbekommen“, so die Forschenden des „ISW“. Divisionen aufzubauen sei „kostspielig“ – und nehme relativ viel Zeit in Anspruch. Insbesondere die Kosten dürften zum Hauptproblem werden.

Putin will russisches Militär „ohne finanzielle Beschränkungen“ aufrüsten

Die Fachleute des Instituts erklärten jüngst, dass Präsident Putin eine „finanzielle Zwangslage“ Russlands riskiere, da er zwanghaft an Kriegszielen in der Ukraine festhalte. Hinzu kommt die Lage der russischen Wirtschaft. Diese befindet sich demnach derzeit in „einer Rezession“. Die sich spreizende Schere zwischen Arm und Reich sowie zahlreiche infrastrukturelle Projekte, die nicht umgesetzt werden, erhöhen den Druck auf Putin zusätzlich.

Allerdings seien die militärischen Pläne Russlands aus langfristiger Perspektive realistisch, so die Fachleute. Falls die Regierung tatsächlich große Summen für die Aufrüstung der Armee bereitstelle, könne dies die Gefahr für die Nato weiter erhöhen. Konkret geht es um insgesamt 350.000 neue Streitkräfte. Bislang umfasst die Armee zwischen 1,1 und 1,2 Millionen Soldaten.

Putin selbst äußerte sich ebenfalls zu den Aufrüstungsplänen. Der 70-Jährige forderte ein höheres Tempo bei der Aufrüstung und Modernisierung der Streitkräfte. Als Beispiel nannte der Kremlchef den Einsatz von Drohnen. Das gilt bisher als ein Schwachpunkt der russischen Streitkräfte. Drohnen müssten auf allen Ebenen der Kampfführung verfügbar sein, erklärte Putin.

„Jeder Soldat muss die Möglichkeit haben, Informationen von Drohnen zu bekommen.“ Für die weitere Aufrüstung der Armee gebe es „keine finanziellen Beschränkungen“, betonte der Kremlchef. In Bezug auf den Ukraine-Krieg bekräftigte er: „Ich bin sicher, dass wir Schritt für Schritt alle unsere Ziele erreichen“, sagte der Kremlchef in Moskau. (tu mit AFP/dpa)

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