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Demo-Teilnehmende in Moskau fordern Atomschläge „gegen den Satan“

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Von: Tim Vincent Dicke

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„Sie werden einfach verrecken!“, schallt es durch Moskau. Teilnehmende eines Protests fordern wegen des Ukraine-Kriegs Atomschläge gegen den Westen.

Moskau – Es sind denkwürdige Szenen aus der russischen Hauptstadt: In Moskau haben Teilnehmende einer Demonstration Nuklearschläge auf die USA gefordert. Washington, D.C. solle mit Interkontinentalraketen vernichtet werden, riefen die Menschen auf dem Protest lautstark.

Die Gruppe marschierte durch die Straßen Moskaus und appellierte an Kreml-Chef Wladimir Putin, Atomwaffen gegen die US-Hauptstadt sowie andere westliche Machtzentren einzusetzen. Zur Melodie des „Queen“-Hits „We Will Rock You“ sprachen sich die Menschen vor Ort dafür aus, „die Entscheidungszentren“ im Westen als Vergeltung für die Unterstützung der Ukraine atomar anzugreifen.

Ukraine-Krieg: Demo in Russland fordert Atomwaffeneinsatz

Videos der Protestaktion kursierten im Anschluss in den sozialen Netzwerken. Zu sehen ist, wie ein Mann die Gruppe anführt und ruft: „Attackiert die Entscheidungszentren!“ Die Personen hinter ihm geben auch gleich die Antwort, auf welches Ziel sich die russischen Atomraketen stürzen sollten. „Auf Washington!“, schreien sie. Völlig bizarr: Am Kopf der Demonstration läuft eine Person mit, die sich als Atomrakete verkleidet hat. Die Aufschrift: „Sarmat“. Bei Geschossen dieses Typs handelt es sich um strategische Interkontinentalraketen, die zur nuklearen Abschreckung dienen.

Demonstration in Russland, die den Ukraine-Krieg unterstützt
Teilnehmende eines Protests in Moskau wollen, dass Russland atomar zuschlägt. (Symbolbild) © Ramil Sitdikov/AFP

Zynisch ruft der Anführer der Truppe in dem Video, dass ein Nuklearschlag gegen Washington nur „eine Flugübung für die Sarmat-Rakete“ sei – auch andere „Städte des Feindes“ sollten inmitten des Ukraine-Konflikts mit der Waffe angegriffen werden, fordert der Mann. „Die USA sind der Feind!“, fährt er fort, um dann zu wiederholen: „Die USA sind der Feind! Wir werden als Märtyrer in den Himmel kommen! Sie werden einfach verrecken!“

„Für Russland“ und „gegen den Satan“

Man sei „für Russland“ und „gegen den Satan“, rufen die Teilnehmenden des pro-russischen Protests. Dass Russland in der Ukraine einen Krieg gegen den „Satanismus“ führe, ist ein übliches Narrativ der russischen Propaganda. Das Thema wird ununterbrochen im russischen Staatsfernsehen und von Kreml-treuen Politiker:innen breitgetreten.

Erst kürzlich hatte der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew die russische Invasion im Nachbarland als „heiligen Konflikt mit dem Satan“ bezeichnet. „Ziel ist, den obersten Herrn der Hölle aufzuhalten, welchen Namen er auch annimmt – Satan, Luzifer oder Iblis“, schrieb er im Messengerdienst Telegram.

Zuvor hatte der als „Putins Bluthund“ bekannte Tschetschenenführer Ramsan Kadyrow den Ukraine-Krieg mit demselben Motiv gerechtfertigt. „Heute wird ein Gläubiger, der etwas auf sich hält, nicht zu Hause bleiben. Er wird sich ein Maschinengewehr besorgen, alles, was er braucht, und in den Kampf gegen den Satanismus ziehen. Ich rufe euch erneut auf. Dies ist ein großer Dschihad, an dem wir uns alle beteiligen sollten“, sagte Kadyrow in einer Videoansprache. (tvd)

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