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Immer mehr Schilder für Luftschutzbunker tauchen in Russland auf

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Von: Tim Vincent Dicke

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Inmitten des Ukraine-Kriegs stellen die russischen Behörden Tausende Schilder auf. Sie weisen im eigenen Lands den Weg zum nächsten Schutzbunker.

Belgorod – In Russland wächst die Sorge, dass der Krieg gegen die Ukraine auch auf dem eigenen Staatsgebiet mehr und mehr zu spüren ist. Die russischen Behörden beginnen damit, die Bevölkerung auf heranfliegende Raketen vorzubereiten. Nahe der Grenze zum attackierten Nachbarland sind nun Schilder aufgetaucht, die den Weg zum nächsten Luftschutzbunker aufzeigen.

Wie das russische kremlkritische Nachrichtenportal Holod berichtet, seien die Schilder inmitten des Ukraine-Konflikts an den Straßen russischer Städte in Grenznähe, aber auch an weiter entfernten Orten aufgestellt worden – darunter Belgorod, Rostow am Don und Nowokusnezk.‪ Belgorods Bürgermeister Valentin Demidov erklärte, man wolle bis Anfang Dezember 700 Schilder nahe der Grenze installieren.

Ukraine-Krieg: Russland stellt Schilder für Schutzräume auf

Demidov sprach von einer „zweiten Phase“ des Projekts zur Schaffung eines hochwertigen Systems von Notunterkünften in der 370.000 Einwohner:innen großen Stadt. „In der ersten Phase haben wir alle Einrichtungen, die diese Funktion erfüllen können, überprüft und die Zuständigkeiten für den Zugang und die Überwachung des Zustands der Schutzräume dokumentiert“, schrieb der Lokalpolitiker im Messengerdienst Telegram.

Eine Rakete startet in der russischen Region Belgorod
Russland stellt immer mehr Schilder für Luftschutzbunker auf. (Symbolbild) © Vadim Belikov/dpa

Auch in Rostow am Don, etwa 150 Kilometer östlich der besetzten ukrainischen Hafenstadt Mariupol, fielen Bewohner:innen Schilder, die auf Bombenschutzräume hinweisen, auf. In Nowokusnezk ist zudem von mehr als dreitausend neuen Schildern die Rede. Russlands Sicherheitsrat hatte im April eine vollständige Bestandsaufnahme der Luftschutzbunker in den Regionen nahe der ukrainischen Grenze angeordnet.

Russland wirft Ukraine Beschuss auf eigenes Gebiet vor

Seit Beginn der Invasion am 24. Februar haben Russlands Behörden im eigenen Land einen deutlichen Anstieg von Angriffen mit Sprengsätzen registriert. Zwischen Januar und Oktober stieg die Zahl von Verbrechen, bei denen solche Waffen oder Attrappen eingesetzt wurden, um fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie russische Medien kürzlich unter Berufung auf eine vom Innenministerium veröffentlichte Statistik berichteten.

Belgorod ist eine der am stärksten betroffenen Städte. Seit Monaten berichten die Gouverneure dort immer wieder von Beschuss, für den sie die Ukraine verantwortlich machen. Vergangene Woche erst sollen russischen Angaben zufolge drei Personen getötet worden sein. Die Behörden in Kiew äußert sich zu diesen Vorwürfen in der Regel nicht. (tvd)

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