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Entlassener Brite wirft Russland Folter vor

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Von: Stefan Krieger

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Ukrainische Soldaten, die im Rahmen eines Gefangenenaustauschs zwischen Russland und der Ukraine freigelassen wurden
Ukrainische Soldaten, die im Rahmen eines Gefangenenaustauschs zwischen Russland und der Ukraine freigelassen wurden. © dpa

Ein britischer Staatsbürger, der von den Russen in der Ukraine gefangen genommen wurde, schildert seinen fünfmonatigen Überlebenskampf.

London – Ein durch einen Gefangenenaustausch im Ukraine-Krieg freigekommener Brite hat in einem Interview von Folter in russischer Gefangenschaft berichtet. Er sei während der Verhöre wiederholt mit einem Schlagstock geprügelt und gezwungen worden, die russische Nationalhymne zu singen, sagte Aiden Aslin der britischen Zeitung The Sun am Sonntag (25. September). Aslin ist einer von fünf Briten, die am Mittwoch (21. September) aus russischer Kriegsgefangenschaft nach Riad ausgeflogen wurden.

Folter in russischer Gefangenschaft: Prügel mit dem Schlagstock

Der 28-Jährige aus dem zentralenglischen Nottinghamshire lebte zu Beginn des Krieges in der Ukraine und diente im dortigen Militär. Er wurde bei Kämpfen um Kiew gefangen genommen und im Juni von prorussischen Separatisten in Donezk als Söldner zum Tode verurteilt.

Aslin war eigenen Angaben zufolge vor fünf Monaten in die Region Donezk gebracht, mit einer Kapuze über dem Kopf in ein Gefangenenlager geführt und während der Vernehmungen wiederholt mit einem Schlagstock verprügelt worden. Der Brite erzählte gegenüber der Zeitung, während eines Verhörs gegen die Stirn geschlagen worden und dann zu Boden gefallen zu sein.

Ein Offizier habe sich neben ihn gekniet und in russischer Sprache gesagt: „Ich bin dein Tod.“ Der Mann habe dann auf Aslins Rücken gedeutet. „Er zeigte mir sein Messer und mir wurde klar, dass er damit zugestochen hatte“, sagte der ehemalige Häftling, der mehrere Narben auf seinem Rücken präsentierte.

Krieg in der Ukraine: Gefangener schildert Foltermethoden

Für jede Antwort, die er gab, erhielt er weitere Schläge, und man drohte, ihm das Ohr abzuschneiden, so Aslin. Weiter berichtete er, er sei in einer Einzelzelle mit Läusen, Kakerlaken und ohne Tageslicht eingesperrt gewesen und „schlimmer als ein Hund behandelt“ worden. Die Zeitung schreibt, seine Bewacher hätten „die russische Nationalhymne in Dauerschleife gespielt“ und ihn unter Androhung weiterer Schläge gezwungen, aufzustehen und mitzusingen.

Aiden Aslin kam im Zuge eines Gefangenenaustauschs zwischen Russland und der Ukraine frei. Die Häftlinge aus Russland wurden nach Saudi-Arabien überstellt. Die Ukraine hatte Russland bereits kurz nach dem Austausch Folter vorgeworfen. (skr/AFP)

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