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Das sind die Bedingungen für einen Atomwaffen-Einsatz Russlands

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Von: Marvin Ziegele

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Die Explosion der „Tsar-Bombe“, die größte jemals gezündete Wasserstoffbombe der Welt.
Die Explosion der „Tsar-Bombe“, die größte jemals gezündete Wasserstoffbombe der Welt. © imago-images

Das atomare Schreckgespenst scheint dieser Tage allgegenwärtig. Doch wann würde Russland zu einem solchen Mittel greifen? 

Moskau – Die Möglichkeit eines globalen Atomkrieges überschattet den Ukraine-Konflikt. Aus Moskau wird mit stoischer Regelmäßigkeit gedroht, Atomwaffen einzusetzen, im russischen Fernsehen werden die Macht und Zerstörungskraft der russischen Vernichtungskraft gepriesen. Hierzulande führen die Drohungen zu Verunsicherungen. Doch unter welchen Umständen kann Russland die nukleare Eskalation überhaupt wagen?

Laut der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti seien die Bedingungen für einen atomaren Schlag in der Militärdoktrin des Landes festgelegt. Der stellvertretende Außenminister Alexander Gruschko betonte gegenüber dem Nachrichtenportal Newsweek, dass die Antwort in der Doktrin „schwarz auf weiß“ stehe.

Atombomben: Unter welchen Bedingungen könnte Russland sie einsetzen?

Demnach darf Russland Atomwaffen aus folgenden Gründen einsetzen:

Russland betrachtet Einsatz von Atombomben als „Abschreckung“

Der Einsatz von Atomwaffen klingt, nach diesen Maßstäben, lediglich wie eine Verteidigungsstrategie im äußersten Notfall. Zusätzlich unterzeichnete Wladimir Putin am 2. Juni 2020 laut der Nachrichtenagentur Reuters ein Dekret mit dem Titel "Grundprinzipien der Staatspolitik der Russischen Föderation im Bereich der nuklearen Abschreckung."

Dort wird festgehalten, dass Russland Atomwaffen „ausschließlich als Mittel der Abschreckung“ betrachtet. Dort hat Russland auch festgelegt, dass der Einsatz von Atomwaffen „eine extreme und erzwungene Maßnahme“ ist, die das Land „mit allen notwendigen Mitteln“ zu vermeiden sucht.

Atombomben aus Russland: „Eine Frage von Leben und Tod“

Was zunächst beruhigend klingt, scheint jedoch fragwürdig in Anbetracht früherer Aussagen von Wladimir Putin. Er sprach davon, dass die Erweiterung der Nato gen Osten für Russland eine „Frage von Leben und Tod“, sowie „die Existenz unseres Staates und seiner Souveränität“ sei. Dieser Punkt wäre durch den letzten Punkt der Militärdoktrin „Wenn Russland durch den Einsatz konventioneller Waffen einer existenziellen Bedrohung ausgesetzt ist.“

Die Nato könnte also bereits eine von Putin selbst gezeichnete rote Linie überschritten haben. Das zumindest behauptete der russische Präsident in der Vergangenheit laut Newsweek. Letztendlich bleibt also weiterhin unklar, welche Schritte Wladimir Putin in Bezug auf den Einsatz von Atomwaffen unternehmen wird. (marv)

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