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AKW Saporischschja: Russland errichtet mysteriöse Struktur

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Von: Tim Vincent Dicke

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Das Kernkraftwerk Saporischschja ist aus einer Entfernung von etwa zwanzig Kilometern zu sehen.
Das russisch besetzte AKW Saporischschja in der Ukraine ist auf diesem Bild aus einer Entfernung von etwa zwanzig Kilometern zu sehen. © Leo Correa/dpa

Was plant Russland im AKW Saporischschja? Die Ukraine meldet, dass die Besatzungstruppen dort ein nicht näher bekanntes Bauwerk errichten.

Enedohar – In der Ukraine tobt nicht nur ein Krieg mit Waffen, sondern auch mit Worten. Russland wirft dem angegriffenen Land vor, es wolle eine „schmutzige Bombe“ bauen – die Ukraine warnt davor, dass Kreml-Chef Wladimir Putin einen solchen radioaktiv verseuchten Sprengsatz selbst zünden wolle. Nun gibt es einen neuen Vorwurf: Angeblich hat die russische Armee eine mysteriöse Struktur am Atomkraftwerk Saporischschja errichtet.

Die staatliche ukrainische Atomaufsichtsbehörde berichtete am Mittwoch (2. November) auf Facebook von dem nicht näher bekannten Bauwerk. Fachleute der Behörde hätten festgestellt, dass die Besatzungstruppen im Trockenlager für abgebrannte Brennelemente gegen ukrainische Gesetze, Regeln und Standards der Nuklear- und Strahlensicherheit verstoßen hätten.

Ukraine-Krieg: Was plant Russland am AKW Saporischschja?

Besonders beunruhigend sei der Bau einer mysteriösen Struktur, der in einer der sieben Nuklearanlagen des AKW durchgeführt werde. Die Atomaufsichtsbehörde der Ukraine teilte mit, dass das Vorgehen verboten sei. Das geschulte Personal, das das Kernkraftwerk seit Jahren kennt, dürfe die betroffene Stelle nicht betreten, hieß es weiter.

Es ist nicht das erste Mal, dass eine ukrainische Stelle von geheimen Arbeiten an der kerntechnischen Anlage berichtet. Vergangene Woche hatte das staatliche Energieunternehmen Energoatom Alarm geschlagen. „Ukrainisches Personal und die auf dem AKW-Gelände anwesenden IAEA-Vertreter dürfen die Baustelle nicht betreten“, schrieb Energoatom.

Die Ukrainer:innen vermuten einen Sabotageakt hinter den Arbeiten – in Containern liegen dort angeblich große Mengen Kernbrennstoff. „Die Zerstörung dieser Behälter infolge einer Detonation wird zu einem Strahlenunfall und einer Strahlenkontamination von mehreren Hundert Quadratkilometern in der Umgebung führen“, warnte Energoatom.

Der Vorwurf der „schmutzigen Bombe“ in der Ukraine

Nun nehme man an, dass Russland einen Terroranschlag mit Kernmaterial und radioaktiven Abfällen plane. Das Ziel: Der Ukraine zu unterstellen, sie hätte eine „schmutzige Bombe“ gezündet. Bei einer solchen Bombe handelt es sich um einen konventionellen Sprengkörper, der bei einer Explosion radioaktives Material in der Umgebung verteilt. Im Unterschied zu Atombomben gibt es bei solchen Sprengkörpern keine nukleare Explosion.

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte Vorwürfe gegen die Ukraine erstmals am 23. Oktober in Telefonaten mit seinen Kollegen aus den USA, Frankreich, Großbritannien und der Türkei erhoben. Schoigu sprach dabei von „möglichen Provokationen seitens der Ukraine durch den Einsatz einer ‚schmutzigen Bombe‘“. (tvd)

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