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Russland: Putin-Vertrauter wütet gegen EU im „masochistischen Wahn“

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Von: Tim Vincent Dicke

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Russlands früherer Präsident Medwedew teilt inmitten des Ukraine-Kriegs in einer bizarren Tirade gegen das „hässliche, alternde Europa“ aus.

Moskau – Mit einer beispiellosen Tirade hat der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew für Aufregung gesorgt. Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats und enge Vertraute von Wladimir Putin wetterte im Messengerdienst Telegram gegen die transatlantische Beziehung zwischen Europa und den Vereinigten Staaten.

„Es scheint, dass die Ehe zwischen den USA und Europa alle Chancen hat, in einem schmutzigen Skandal und einer tristen Aufteilung des gemeinsam erworbenen Eigentums zu enden“, wütete der russische Politiker am Dienstag (29. November). Medwedews Darstellung nach wollten die USA in der wegen des Ukraine-Konflikts angeschlagenen wirtschaftlichen Lage europäische Unternehmen anlocken – ohne auf die EU acht zu nehmen.

Putin-Vertrauter Medwedew wettert gegen Europa

Joe Biden habe „nicht die Absicht, die Gewinne zu teilen. Im Gegenteil, er nimmt seinem alten Partner das Letzte ab und eignet es sich ohne das geringste Zögern an.“ Das „hässliche, alternde Europa“ stehe dagegen miserabel da, insbesondere weil es „in einem masochistischen Wahn Sanktionen verhängt hat, das ihm wahrscheinlich süße Schmerzen bereiten wird.“

Der Putin-Verbündete zeichnet ein düsteres Bild, das angeblich auf Europa zukomme. „Aufgrund des gegen Russland verhängten Sanktionskriegs sehen europäische Unternehmen immer weniger Möglichkeiten, in ihren eigenen Ländern normal zu arbeiten. Der russische Markt ist geschlossen. Der chinesische Markt ist voll von eigenen Waren. Aber Amerika wartet auf die europäischen Unternehmen“, so Medwedew.

Dimitri Medewedew (links) ist ein enger Vertrauter von Wladimir Putin (Archivbild).
Dimitri Medwedew (links) ist ein enger Vertrauter von Wladimir Putin. (Archivbild) © Alexander Zemlianichenko/dpa

Mit einer bizarren Wortwahl fuhr der 57-Jährige seinen Erguss fort. Die USA hätten Europa aufgegeben und würden sich nun voll und ganz auf sich konzentrieren. „Sie können sich von Ihren untreuen und unzuverlässigen Sexualpartnern – pardon, Wirtschaftspartnern – trennen und mit Stolz ein neues, freies Privatleben beginnen.“ Die Europäer:innen dagegen hätten „nicht genug Testosteron“.

Im Ukraine-Krieg transformierte sich Medwedew endgültig zum Hardliner

Medwedew galt im Westen zu Beginn seiner Präsidentenamtszeit als Hoffnungsträger – diese Zeiten sind aber lange vorbei. Spätestens zu Beginn des Ukraine-Kriegs mutierte der Politiker zu einem bissigen Hardliner ganz im Dienste Putins. Die westliche Hemisphäre verachtet er, ist von ihr jedoch besessen.

Kürzlich polterte er gegen die Länder, die der Ukraine solidarisch zur Seite stehen und Waffen liefern. „Mit dabei ist ein bunter Haufen grunzender Jungspunde und kleingeistiger Spießer aus einem zusammengebrochenen westlichen Imperium, denen vor Degeneration der Sabber vom Kinn tropft“, schrieb Medwedew auf Telegram über die Unterstützer. Sie hätten keinerlei Überzeugungen oder Ideale, außer ihren „eigenen schmutzigen Gewohnheiten“. (tvd)

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