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„Armee kratzt die letzten Raketen zusammen“ – Ukraine sieht Putin am Ende

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Von: Jens Kiffmeier

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Drei oder vier Großangriffe sind noch drin, dann soll Schluss sein: Die Ukraine sieht Putins Raketen-Arsenal massiv schwinden. Rückt ein Kriegsende in Sicht?

Kiew – Die Soldaten schießen nur noch mit Uralt-Munition – und haben bald auch keine Raketen mehr? Die Ukraine sieht Russlands Kampfkraft massiv schwinden. So geht die ukrainische Führung davon aus, dass die russischen Bestände im Ukraine-Krieg nur noch für wenige Angriffe reichen werden.

„Wenn man Großangriffe zählt, dann bleiben ihnen maximal zwei bis drei, vielleicht können sie Raketen für vier zusammenkratzen“, sagte der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats, Olexij Danilow, am Montag (19. Dezember) der Ukrajinska Prawda. Dann hätte Russland jedoch keine Reserven mehr. Doch was ist dran an solchen Mutmaßungen? Rückt das Ende vom Ukraine-Krieg tatsächlich in greifbare Nähe?

Ukraine-Krieg: Ende in Sicht? Wladimir Putin gehen offenbar die Raketen aus

Zuletzt mehrten sich die Berichte, wonach die Armee von Russlands Präsidenten Wladimir Putin im Ukraine-Krieg vor dem Aus stehen könnte. Nachdem bereits in den ersten Kriegstagen die Angriffsziele modifiziert werden mussten, wurden die Kämpfe zuletzt vor allem in der Ostukraine konzentriert. Doch auch dort erlitten die Truppen bei einer Großoffensive herbe Verluste und große Rückschläge. Der Deutsche Militärexperte Carlo Masala schloss vor wenigen Wochen sogar ein Kriegsende zum Jahreswechsel nicht mehr gänzlich aus. „Für die Russen sieht es übel aus“, prophezeite er in der Süddeutschen Zeitung.

Schlechte Nachricht für Wladimir Putin: Russlands Armee hat im Ukraine-Krieg zu viele Raketen verschossen. Im Hintergrund liegen russische Raketenteile, die in der Ukraine gesammelt worden sind, auf einem Berg.
Schlechte Nachricht für Wladimir Putin: Russlands Armee hat im Ukraine-Krieg zuviele Raketen verschossen. © Gavriil Grigorov/Libkos/dpa/Montage

Wann endet der Ukraine-Krieg? Experten halten eine Niederlage für Putin im Frühjahr 2023 für möglich

Doch ob der Krieg wirklich noch im Jahr 2022 oder im Frühjahr 2023 endet, ist weiterhin ungewiss. Denn viele Informationen von der Front lassen sich nicht unabhängig verifizieren. Zuletzt konzentrierten sich die Kämpfe auf die Region um Bakhmut. Zudem ging Russland dazu über, gezielte Großangriffe auf die ukrainische Infrastruktur zu fliegen. Mit iranischen Kamikaze-Drohnen wurde zuletzt vor allem die Energieinfrastruktur beschossen, um die Ukrainerinnen und Ukrainer im Winter ohne Strom, Gas oder Wasser zum Einlenken zu zwingen.

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Doch diese Strategie erfordert eine hohe Anzahl an Raketen. Und bei der Produktion kommt Russland nur noch schwer hinterher. Denn die Sanktionen der westlichen Politik, die die Einfuhr sämtlicher Wirtschaftsprodukte unterbindet, trifft auch die Rüstungsindustrie. Ohne Halbleiter, Elektronikbauteilen oder Chips aus dem Ausland lassen sich die modernen Waffensysteme kaum herstellen. Zuletzt gab es Berichte, wonach Russland die Produktion mit dem Ausschlachten alter Geräte überbrücken würde. Jedoch lässt sich auf diese Art kaum eine hohe Stückzahl produzieren. Nach ukrainischen Erkenntnissen kann Russland im Monat nur noch 70 Raketen und Marschflugkörper produzieren. Ein ähnliches Problem gibt es auch bei der Munition.

Ukraine-Krieg aktuell: Putin verhandelt mit Iran und Nordkorea bereits über Nachschub bei Munition und Raketen

Doch unklar ist, ob Russland noch Hilfe von den letzten verbliebenen Verbündeten erhält. Während der Iran Putin die Kamikaze-Drohnen lieferte, soll der Kreml dabei auch über die Lieferung von Munition und Raketen verhandelt haben. Auch Berichte, wonach Putins Helfer in Nordkorea vorstellig geworden sein sollen, gab es schon. Beide Länder haben das dementiert. Dennoch fliegen die Drohnen aus dem Iran jetzt jede Nacht ihre Angriffe auf die ukrainischen Städte. (jkf/dpa)

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