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Putin hat auf allen Ebenen „völlig versagt“

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Von: Nils Tillmann

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Der ehemalige US-Botschafter in Russland hält es für unwahrscheinlich, dass Putin sich von seinen Fehlschlägen in der Ukraine erholen wird.

Moskau/Washington D.C – Für Russland läuft es derzeit im Ukraine-Krieg nicht rund. Präsident Wladimir Putin sei an all seinen strategischen Zielen gescheitert, verkündete der ehemalige US-Botschafter Michael McFaul während eines Fernsehauftritts am Sonntag (28. August). Er verwies damit insbesondere auf die Kriegsziele der russischen Armee zum jetzigen Zeitpunkt im Vergleich mit den Zielen im Februar.

Putins Regierung hatte am 24. Februar eine Invasion des ukrainischen Staatsgebiets begonnen, deren erklärtes Ziel es war, das Land zu „denazifizieren” und die separatistischen Gebiete im Osten des Landes zu unterstützen. In kürzester Zeit waren russische Truppen bis kurz vor die Hauptstadt Kiew vorgerückt, wurden jedoch bereits im März wieder zurückgedrängt. Seitdem fand ein Großteil der Kämpfe in der östlichen Donbass-Region und im Süden des Landes statt.

Wladimir Putin
Hat die Vergrößerung der Armee angeordnet: Russlands Präsident Wladimir Putin. © Mikhail Klimentyev/Kremlin/Planet Pix/ZUMA/dpa

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McFaul sieht diese Entwicklung als klares Scheitern Moskaus. „Denken Sie daran, vor sechs Monaten hat er gesagt, er würde Ukrainer und Russen vereinen, weil Ukrainer ja nur Russen mit Akzent seien. Daran ist er gescheitert”, sagte McFaul in Bezug auf Wladimir Putin in der Sendung Meet the Press auf NBC News. „Er ist an der Denazifizierung gescheitert. Er ist an der Demilitarisierung gescheitert. Er ist an der Eroberung der Hauptstadt Kiew gescheitert,” setzte er seine Einschätzung fort.

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Als ein Anzeichen dafür, dass der Krieg nicht so verlaufe, wie von Moskau vorgesehen, sieht McFaul die neue Order Putins, dass mehr als 130.000 neue Soldaten für das russische Militär rekrutiert werden sollen. Laut McFaul sei eine landesweite Einberufung in Russland dabei aber nicht möglich, da sie auf zu große Widerstände in der Bevölkerung stoßen würde.

In den vergangenen Monaten wurde wiederholt gemutmaßt, dass die Mobilisierung neuer Truppen ein Problem für das russische Militär darstellen könnte. Fachleute wiesen auf niedrige Moral und Rekruten, die nach minimaler Ausbildungszeit in den Kampf geschickt wurden, hin. Diese Probleme könnten durch steigende Verluste von Soldaten und Ausrüstung verstärkt werden.

Für McFaul deutet der Verlauf des Krieges eindeutig auf ein Versagen des russischen Präsidenten hin. „Auf einem strategischen Level ist er in diesem Krieg gescheitert. Ich denke nicht, dass er sich davon erholen wird” sagte McFaul bei NBC News. (Nils Tillmann)

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