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Putin nutzt Gas als Waffe: Habeck erteilt Nord Stream 2 deutliche Absage

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Von: Stefan Ruhl

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Es fließt wieder Gas durch die Pipeline Nord Stream 1. Wirtschaftsminister Robert Habeck sieht jedoch keinen Grund zur Entwarnung.

Berlin – Trotz der Wiederaufnahme von Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 sieht Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) keinen Grund zur Entwarnung. Am Donnerstag (21. Juni) endete die mehrwöchige Wartung der Pipeline. Man befürchtete einen kompletten Stopp aller Gaslieferungen, dieser blieb jedoch bisher aus. Aktuell werden rund 40 Prozent der Kapazitäten durch die Pipeline gepumpt.

Habecks Absage an Nord Stream 2: Putin nutzt Gas als Waffe

Im ZDF-„heute journal“ warnte Habeck vor zu viel Optimismus und machte darauf aufmerksam, dass Kreml-Chef Wladimir Putin Gas als Waffe in einem Energie-Krieg einsetze, um Deutschland und Europa zu destabilisieren. „Wir müssen akzeptieren, dass Putin diesen Gashebel gegen uns einsetzt“, sagte er. Das oberste Ziel sei es, Deutschland aus seiner Abhängigkeit von russischem Gas zu befreien und bis zum Winter die eigenen Gasspeicher zu füllen. Dafür müsse man weiter beim Gas sparen, sowohl Industrie als auch Privatkunden.

Habecks Absage an Nord Stream 2: Nur vierzig Prozent Liefermenge

In den Wochen vor der Wartung von Nord Stream 1 wurde die Liefermenge des russischen Gases bereits auf 40 Prozent der möglichen Auslastung gesenkt. Als Grund nennen Putin und Gazprom immer wieder das Fehlen einer wichtigen Turbine, die den Betrieb der Pipeline sichern würde und welche aufgrund von Sanktionen vorerst nicht geliefert wurde. Inzwischen wurde die Turbine vom Wartungsstandort in Kanada freigegeben und ist auf dem Weg nach Russland. Allerdings ist ihr aktueller Standort unklar.

Robert Habeck sieht in diesen Aussagen und Vorgängen nur ein vorgeschobenes Argument, um die Lieferkürzungen zu rechtfertigen. Auch ohne die gewartete Turbine besäße Gazprom genügend Ersatzteile, um Nord Stream 1 wieder auf 100 Prozent zu fahren.

Der Bundeswirtschaftsminister lehnt eine Inbetriebnahme der fertiggestellten, jedoch sanktionierten Pipeline Nord Stream 2 ab. Mit der Nutzung dieser Pipeline, die auch Putin immer wieder ins Spiel gebracht hat, würde man Sanktionen umgehen und die Abhängigkeit von Russland weiter erhöhen. Im Rahmen der aktuellen Sparmaßnahmen lobte der Minister die Anstrengungen und das Verständnis der Bürgerinnen und Bürger von Deutschland als starkes Zeichen des Zusammenhalts zwischen Wirtschaft und Privathaushalten. „Wir sind ein starkes Land“, schloss Habeck im ZDF. (stru/dpa)

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