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Putin findet einen neuen Sündenbock für schwere Verluste

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Von: Tobias Utz

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Russlands Invasionspläne in der Ukraine gehen nicht auf: Die Militärführung dient Wladimir Putin als willkommener Sündenbock.

Moskau – Im russischen Militär gibt es abermals einen Führungswechsel: Wladimir Putin hat Generaloberst Alexander Lapin abgesetzt. Einem Bericht des britischen Verteidigungsministeriums zufolge zog der russische Präsident diese Konsequenz bereits Ende Oktober.

Lapin diente in der Armee als Befehlshaber des Zentralen Militärbezirks in der Ukraine. Generalmajor Alexander Linkow soll ihn nun beerben. Einem Bericht der Ukrainska Pravda zufolge leitete Linkow bislang die Abteilung für Organisation und Mobilisierung des Zentralen Militärbezirks. „Falls bestätigt, reiht sich das in eine Serie von Rauswürfen führender russischer Kommandeure seit dem Beginn der Invasion im Februar 2022 ein“, heißt es im Ministeriumsbericht, der auf Geheimdienstinformationen basiert. „Das ist teilweise wohl ein Versuch, die russische Führungsspitze zu Hause abzuschirmen und Schuldzuweisungen abzulenken“, so die Einschätzung aus London.

Schwere Verluste für Russland – Putins „Bluthund“ wird erhört

Zuletzt war die Kritik an Lapin lauter geworden: Insbesondere der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow hatte den Generaloberst scharf kritisiert. Grund dafür war der Rückzug der russischen Truppen aus Lyman als Folge der Offensive der ukrainischen Armee in der Region Charkiw. Kadyrow forderte damals, Lapin abzusetzen – und ihn stattdessen als Soldaten an die Front zu schicken, um die schweren Verluste zu kompensieren. Kadyrow ist für seine brutalen Forderungen bekannt. Ihm wird der Spitzname „Putins Bluthund“ nachgesagt.

Wladimir Putin
Russlands Präsident Wladimir Putin. © Maksim Blinov / AP / dpa

Der Thinktank „Institute for the Study of War“ rechnete anschließend in einem Bericht bereits mit der Absetzung des Kommandos des westlichen Militärbezirks, unter anderem betroffen Generaloberst Alexander Zhuravlev. Zhuravlev soll bereits durch Roman Berdnikow ersetzt worden sein. Nun musste mit Lapin wohl der nächste Verantwortliche seinen Posten räumen.

Die Einschätzungen des britischen Verteidigungsministeriums bezeichnet Russland seit Beginn der Invasion Ende Februar als Fake News-Kampagne, die Verwirrung in der Bevölkerung auslösen soll. (tu)

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