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Pussy-Riot-Aktivistin flieht aus Russland – verkleidet als Lieferantin

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Von: Pia Seitler

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Pussy-Riot-Aktivistin Maria Aljochina.
Pussy-Riot-Aktivistin Maria Aljochina gelang die Flucht aus Russland. © Fotos: Uwe Anspach/Anatoly Maltsev/dpa | Collage: IPPEN.MEDIA

Trotz polizeilicher Überwachung schafft es die Pussy-Riot-Aktivistin Maria Aljochina, mithilfe von Bekannten aus Russland zu fliehen.

Moskau – Maria Aljochina drohten in Russland 15 Tage Haft wegen eines Social-Media-Posts – jetzt ist der Aktivistin der Punkband Pussy Riot die Flucht aus dem Land gelungen. Nach Angaben ihres Anwalts hat die Putin-Kritikerin trotz polizeilicher Überwachung Russland auf noch unbekanntem Weg verlassen, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Aljochina befinde sich nicht mehr auf russischem Staatsgebiet, sagte ihr Anwalt Daniil Berman am Dienstagabend nach Angaben der Agentur Interfax.

Inzwischen halte sich die Aktivistin in Vilnius in Litauen auf, berichtet die New York Times. Die Flucht aus Russland gelang ihr mithilfe von Freunden, sagt sie in einem Gespräch mit der Zeitung. Sie verkleidete sich demnach als Lebensmittelkurierin, um der Moskauer Polizei zu entkommen. Ein Foto in dem Artikel zeigt Aljochina und ihre Freundin mit grüner Uniform und dem typischen kastenförmigem Rucksack, in dem die Kuriere Essen ausliefern.

Russland: Pussy-Riot-Aktivistin Aljochina braucht drei Versuche, um nach Litauen zu fliehen

Aljochina sei von einem oder einer Bekannten mit einem Auto an die Grenze zu Belarus gebracht worden und habe dann nach etwa einer Woche Litauen erreicht. Bei ihrem ersten Versuch, die belarussische Grenze zu überqueren, wurde sie nach eigenen Angaben von Grenzbeamt:innen sechs Stunden lang festgehalten und anschließend weggeschickt. Sie hatte ein Visum für Lituaen und versuchte es mit ihrem russischen Personalausweis, da ihr Reisepass beschlagnahmt worden war.

„Ich bin froh, dass ich es geschafft habe.“

Pussy-Riot-Aktivistin Maria Aljochina

Beim zweiten Versuch sei sie von einem ungläubigen Beamten direkt weggeschickt worden und erst beim dritten Versuch gelang es ihr, die Grenze zu überqueren und nach Litauen einzureisen. Die Pussy-Riot-Aktivistin hatte Freunde außerhalb des Landes, die sich für sie einsetzten. Einer davon, der isländische Künstler Ragnar Kjartansson überzeugte ein nicht genanntes europäisches Land ihr ein Reisedokument auszustellen, das Aljochina in Belarus erhielt. Mit dem Dokument bestieg sie schließlich einen Bus nach Litauen.

Pussy-Riot-Aktivistin Aljochina mehrmals wegen diverser Vorwürfe in Russland aufgegriffen

„Ich bin froh, dass ich es geschafft habe“, sagt die Pussy-Riot-Aktivistin zur New York Times. Aljochina geriet zuletzt immer wieder mit der russischen Justiz in Konflikt. Im Zusammenhang mit Aufrufen zu Demonstrationen für den inhaftierten Kremlgegner Alexej Nawalny wurde sie im September des Vorjahres zu einem Jahr Freiheitsbeschränkung verurteilt. So durfte sie ihre Wohnung nachts nicht verlassen.

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Wer die Angst überwindet, hat die Macht

Seit Jahresbeginn wurde sie mehrmals von den Sicherheitsbehörden unter diversen Vorwürfen aufgegriffen. Aljochina wurde 2012 mit ihrer Bandkollegin Nadeschda Tolokonnikowa zu zwei Jahren Straflager verurteilt. Sie hatte in einer Kirche gegen Präsident Wladimir Putin protestiert. (Pia Zeitler)

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