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Ex-Kremlchef Medwedew: Russland führt einen „heiligen Konflikt mit dem Satan“

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Von: Katja Thorwarth

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Kreml-Chef Wladimir Putin und Dimitri Medwedew im vertrauten Gespräch in Moskau. (Archivbild)
Kreml-Chef Wladimir Putin und Dimitri Medwedew im vertrauten Gespräch in Moskau. (Archivfoto) © Maxim Shipenkov/dpa

Dimitri Medwedew, ehemaliger russischer Präsident, äußert sich zum Krieg in der Ukraine. Den Angriffskrieg Russlands rechtfertigt er als Kampf um „Heimaterde“.


Moskau - Der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew bezeichnete am Freitag (4. November) den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine als einen „heiligen Konflikt mit dem Satan“. Gleichzeitig warnte er, Moskau könne alle seine Feinde in die ewigen Feuer der Gehenna (frühjüdisch-neutestamentliche Bezeichnung für Hölle, ktho) schicken.

In einem Blog-Beitrag zum Tag der nationalen Einheit in Russland rechtfertigte er den Krieg gegen die Ukraine, indem er wie Präsident Wladimir Putin das Land als Teil Russlands darstellte. „Wir brauchen keine fremden Territorien, wir haben alles im Überfluss. Aber es gibt Heimaterde, auf der unsere Vorfahren gelebt haben und auf der heute unsere Menschen leben. Wir geben sie an niemanden her“, schrieb Medwedew in seinem Text auf dem Portal Telegram.

Ukraine-News: Russlands Ex-Präsident spricht vom Westen als „Teil einer sterbenden Welt“

Die Gegner Russlands in der Ukraine und im Westen bezeichnete er als „Teil einer sterbenden Welt“. Medwedew, der auch stellvertretender Leiter des Sicherheitsrates der Russischen Föderation ist, griff damit das seit kurzem in Russland kursierende Propagandamotiv auf, man habe es in der Ukraine mit teuflischen Kräften zu tun: „Ziel ist, den obersten Herrn der Hölle aufzuhalten, welchen Namen er auch annimmt - Satan, Luzifer oder Iblis“, formulierte er.

Krieg in der Ukraine: Medwedew äußert sich radikal zum Angriffskrieg

„Deshalb ist unsere Sache gerecht“, behauptete er weiter in Anlehnung an ein Zitat, mit dem die Sowjetunion 1941 zur Abwehr des deutschen Überfalls aufgerufen hatte. Medwedew, der als Präsident (2008-2012) die Hoffnung auf ein liberaleres Russland verkörperte, hat sich mehrfach besonders radikal zum Ukraine-Krieg geäußert.

Putin will am Freitag in Moskau eine große historische Ausstellung eröffnen, in der die offizielle russische Sicht auf die Ukraine präsentiert wird. (ktho/dpa)

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