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Waffenlieferungen für die Ukraine: Kommt jetzt endgültig die Wende im Krieg?

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Von: Karolin Schäfer

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Nach langem Zögern hat sich Deutschland gemeinsam mit den USA für ein umfangreiches Waffenpaket entschieden. Das dürfte der Ukraine einen Vorteil bringen.

Kiew – Die neuen Waffenlieferungen für die Ukraine könnten einen Wendepunkt im Ukraine-Krieg darstellen. „Vom Schützenpanzer Marder werden unsere Bodentruppen enorm profitieren“, sagte der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, der Wirtschaftswoche.

Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist sich sicher, dass die Verteidigung der Ukraine mit der neuen Ausrüstung „auf ein neues Level“ gebracht werden kann. „Von nun an hat die Ukraine mehr Flugabwehr, mehr gepanzerte Fahrzeuge, erstmals westliche Panzer, mehr Geschütze und Geschosse.“

Nach monatelangem Ukraine-Krieg: Der Westen liefert erstmals Schützenpanzer

Zuvor hatte Deutschland angekündigt, Kiew mit rund 40 Marder-Schützenpanzern und einem Patriot-Flugabwehrsystem auszustatten. Die USA stellten der Ukraine ein Militärpaket im Umfang von etwa drei Milliarden US-Dollar (2,8 Milliarden Euro) in Aussicht, worin auch Schützenpanzer vom Typ Bradley enthalten sein sollen.

Händeringend hatte die Ukraine seit Monaten um Kampf- und Schützenpanzer westlicher Bauart gebeten. Bundeskanzler Olaf Scholz hatte immer wieder betont, dass man in dieser Frage nicht ohne die Nato-Partner handele. Nachdem Frankreich mit der angekündigten Lieferung von Spähpanzern am Mittwoch (04. Januar) vorgeprescht war, deutete sich auch in Deutschland ein Kurswechsel an.

„Vielleicht kommt es irgendwo im Süden zu einem Durchbruch oder die ganze Front bewegt sich aufgrund der zusätzlichen Artilleriegeschütze und Panzer. So sehr, dass die Russen beschließen werden, dass es genug ist“, vermutete Wadym Prystajko, ukrainischer Botschafter in Großbritannien und ehemaliger Außenminister, gegenüber Newsweek.

Ukraine-Krieg: Patriot-System ist „erstklassig zur Abwehr ballistischer Flugkörper“

Die geplanten Schützenpanzer sind hauptsächlich für den sicheren Transport von Soldaten gedacht. Gleichzeitig bieten sie Feuerunterstützung. Mit der Lieferung eines Patriot-Systems habe die Regierung in Kiew aber nicht gerechnet. „Wir haben niemals ein Patriot-System erwartet“, erklärte Prystajko. Das bodengestützte Flugabwehrraketen-System sei „erstklassig zur Abwehr ballistischer Flugkörper.“

Ein „Marder“ rollt von einer Schwimmschnellbrücke an Land. Deutschland will 40 solcher Schützenpanzer der Ukraine zur Verfügung stellen.
Ein „Marder“ rollt von einer Schwimmschnellbrücke an Land. Deutschland will 40 solcher Schützenpanzer der Ukraine zur Verfügung stellen. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Inzwischen werden die Forderungen nach Kampfpanzern für die Ukraine laut. „Wir sollten alles tun und liefern, was möglich ist. Dazu gehören auch Leopard-Panzer“, sagte Bundestags-Vizepräsidentin Göring-Eckardt (Grüne) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Auch FDP-Vize Wolfgang Kubicki würde die Lieferung von Leopard-Panzern begrüßen. Er mahnte jedoch, dass jeder weitere Schritt eng mit den Nato-Verbündeten abgesprochen sein müsse. Von einem deutschen Alleingang hält er nichts.

Anzeichen mehren sich im Ukraine-Krieg: Russlands Waffenreserven schrumpfen

Inwiefern die neuen Waffen der Ukraine einen entscheidenden Vorteil an der Front bieten, werden die kommenden Wochen zeigen. Auf russischer Seite zerrt der Ukraine-Krieg jedenfalls an den militärischen Reserven. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass sich die Anzeichen mehren, Russlands Waffenarsenal schwinde.

Nach Einschätzung des US-amerikanischen Institute for the Study of War könne das Schwinden russischer Raketen die Häufigkeit und das Ausmaß künftiger Angriffe einschränken, hieß es im täglichen Bericht am Samstag (07. Januar). Dennoch werde Russland weiterhin in der Lage sein, seinen Kampf auf die ukrainische Energieinfrastruktur „in großem Umfang fortzusetzen“. (kas/dpa)

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