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Bericht wirft Russland massiven Streubomben-Einsatz vor – Viele zivile Opfer

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Von: Jan-Frederik Wendt

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Ukraine-Krieg: Auch Kinder sind Streubomben durch Russland zum Opfer gefallen (Symbolfoto).
Ukraine-Krieg: Auch Kinder sind Streubomben durch Russland zum Opfer gefallen (Symbolfoto). © Michal Dyjuk/dpa

Russland soll im Ukraine-Krieg Streubomben massiv einsetzen. Die Anzahl der zivilen Opfer sei hoch.

Genf - Ein internationaler Bericht wirft Russland den massiven Einsatz geächteter Streubomben im Ukraine-Konflikt vor. Allein in den ersten fünf Monaten seien durch die Waffen mindestens 215 ukrainische Zivilisten getötet und 474 verletzt, wie aus dem in Genf veröffentlichten Jahresbericht der Koalition gegen Streumunition (CMC) hervorgeht. Auch ukrainische Soldaten setzten demnach in mindestens drei Fällen Streumunition ein.

Die Ukraine ist dem „Cluster Munition Monitor 2022“ zufolge derzeit das einzige Land weltweit, in dem die wegen ihrer unkontrollierten Verteilung der Sprengsätze gefürchtete Munitionsform verwendet wird. Weder Russland noch die Ukraine schlossen sich dem vertraglichen Bann dieser umstrittenen Waffen an, den seit 2008 inzwischen 110 Staaten ratifizierten.

News zum Ukraine-Krieg: Viele Opfer durch Streubomben

Mit mindestens 689 Toten oder Verletzten in der Ukraine liegt die Zahl der zivilen Streubomben-Opfer bereits jetzt ein Mehrfaches höher als im gesamten vergangenen Jahr. 2021 kamen laut dem Bericht weltweit 149 Menschen zu Schaden, vor allem in Syrien, Irak und Laos. Ausnahmslos handelte es sich um Unfälle mit Blindgängern. Häufig waren Kinder betroffen.

Die breite Verwendung dieser Waffen durch Russland im Ukraine-Krieg zeige eine „eklatante Missachtung gegenüber Menschenleben, humanitären Grundsätzen und gesetzlichen Normen“, erklärte Mary Wareham, Ko-Autorin des Berichts. Sie verlangte eine klare Verurteilung des Einsatzes von Streumunition in der Ukraine. Es gelte „die Stigmatisierung dieser Waffen zu verstärken und der Bedrohung, die sie darstellen, ein Ende zu setzen“.

In der Koalition gegen Streumunition haben sich mehrere Menschenrechtsorganisationen und Initiativen zusammengeschlossen, darunter Human Rights Watch, Amnesty International und Humanity & Inclusion (früher Handicap International), aber auch kirchliche Organisationen wie Pax Christi und DanChurchAid. Ihr Bericht erscheint im Vorfeld der Jahrestagung der Mitgliedstaaten der Streubomben-Konvention, die vom 30. August bis 2. September in Genf stattfindet. (Jan Wendt)

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