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Ukraine-Krieg: Russland in finanzieller Not - „gefährliche Pläne“ in Belarus

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Von: Caspar Felix Hoffmann, Moritz Serif, Sebastian Richter, Niklas Kirk, Vincent Büssow, Lucas Maier, Christian Stör

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Im Ukraine-Krieg könnte Wladimir Putin seine Strategie ändern. Indes halten die Kämpfe weiter an. Der News-Ticker.

+++ 15.45 Uhr: Wegen der zunehmenden Verluste könnte Moskau einen „neuen gefährlichsten Kurs“ einschlagen. Ziel des ganzen sei es laut Newsweek, die Truppen in Belarus aufzustocken. Allerdings stoßen diese Pläne noch auf Widerstand.

+++ 14.53 Uhr:  Der Finanzier der russischen Privatarmee „Wagner“, Jewgeni Prigoschin, hat in einem Fernsehinterview ein fehlendes Engagement von Oligarchen und Reichen in Moskaus Krieg gegen die Ukraine beklagt. „Sie haben Angst. Ihnen gefällt der Komfort. Sie wollen alle am Abend in ein warmes Schwimmbecken abtauchen und sich vergnügen“, sagte der 61-Jährige, der sich sonst nicht in Medien zeigt, am Samstag in einem Interview mit dem russischen staatlichen TV-Sender RT. Er sprach sich dafür aus, diesen russischen Landsleuten alles wegzunehmen. Dann wären auch sie aus seiner Sicht bereit, sich für die Front einzusetzen.

+++ 12.55 Uhr: Kreml-Chef Wladimir Putin beschuldigt den Westen, Russland „auseinanderreißen“ zu wollen. In Auszügen aus einem Interview, das am Sonntag im Staatsfernsehen ausgestrahlt werden sollte, sagte Putin: „Der Kern des Ganzen ist die Politik unserer geopolitischen Gegner, die darauf abzielt, Russland, das historische Russland, zu zerreißen.“ Sie hätten „immer versucht, ‚zu teilen und zu erobern‘“. Sein Ziel sei „etwas anderes - das russische Volk zu vereinen“.

Ukraine-Krieg: Angriff auf Cherson

Update vom Sonntag, 25. Dezember, 7.09 Uhr: Bei dem Angriff auf das Zentrum der südukrainischen Stadt Cherson (s. Update v. 24.12., 14.30 Uhr) am Samstag (24. Dezember) sind nach Angaben der örtlichen Behörden 10 Menschen getötet und 55 weitere verletzt worden. Darüber berichtet die dpa. Das ukrainische Nachrichtenportal Ukrainska Pravda hatte zunächst von acht Toten gesprochen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte den Beschuss auf die unlängst von der russischen Besatzung befreiten Stadt kurz vor Weihnachten und bezeichnete ihn als „Terror“. Das sei kein Krieg. In Cherson gebe es keine militärischen Ziele. Das sei Töten, um der Einschüchterung und des Vergnügens willen.

Ukraine-Krieg: Weihnachten in Kiew – Aktion erinnert an Gefangene aus Mariupol

+++ 18.10 Uhr: Weihnachten im Kriegsgebiet. In der Ukraine haben die Familien der Verteidiger des Asow-Stahlwerks in Mariupol ein etwas anderes Weihnachtsessen auf dem Sofiiska-Platz in Kiew organisiert, wie die ukrainische Zeitung prvada.ua berichtet. Die Familien wollen damit auf die Situation der Soldaten aufmerksam machen, die Weihnachten in Kriegsgefangenenschaft verbringen werden.

Auf dem Platz wurden zwei Tische aufgebaut, einer gefüllt mit traditionellen Weihnachtsgerichten, auf dem anderen sind lediglich Metallschalen zu sehen. An dem gedeckten Tisch stehen leere Stühle, an dem zweiten sitzen Militärangehörige. Die beiden Tische werden von Stahldraht getrennt, wie Fotos von pravda.ua zeigen. Dahinter stehen Menschen mit Plakaten, auf denen Sprüche wie „Azovstal – um alle lebend zurückzuholen“ zu lesen sind. Mit ihrer Kunstaktion rufen die Familien dazu auf, am ersten Weihnachtstag (25. Dezember), die Gefangenen und Gefallenen in die Gebete mit einzuschließen.

News zum Ukraine-Krieg: Nach Spannungen – Französischer Minister reist nach Weihnachten in die Ukraine

+++ 16.45 Uhr: Nachdem es Anfang des Monats zu diplomatischen Spannungen zwischen der Ukraine und Frankreich gekommen war, hat französische Verteidigungsminister nun einen Besuch direkt nach Weihnachten angekündigt. Auslöser für die Spannungen war eine Aussage des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, zu etwaigen Sicherheitsgarantien für Russland.

Ukraine-Krieg: Aktion in Kiew soll an Gefangene erinnern.
Ukraine-Krieg: Aktion in Kiew soll an Gefangene erinnern. © Aleksandr Gusev/IMAGO-Images

Sebastien Lecornu, der französische Verteidigungsminister, wird nach Angaben des TV-Senders BMF TV, am 28. Dezember in die Ukraine reisen. Ziel der Reise sei es, dem Gedenken an die Opfer des russischen Krieges Tribut zu zollen und weitere Unterstützung zu zusichern.

+++ 15.05 Uhr: Am Weihnachtstag (24. Dezember) muss ein Kraftwerk in der Ukraine seinen Betrieb komplett einstellen. Wie die staatliche Energiebehörde über ihre Pressestelle mitteilen ließ, herrscht im Netz derzeit „erheblicher Strommangel“.

News zum Ukraine-Krieg: Tote nach russischem Beschuss von Cherson – „Es ist Terror“

+++ 14.30: Bei einem russischen Angriff auf das Stadtzentrum von Cherson am Samstagmorgen (24. Dezember) sollen acht Menschen gestorben sein. Das berichtet das ukrainische Nachrichtenportal Ukrainska Pravda unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft der Ukraine. Auch Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich zu dem Angriff und postete Bilder des zerstörten Stadtzentrums auf Telegram. Brennende Autos sowie Leichen sind darauf zu sehen. „Das ist das echte Leben der Ukraine und von Ukrainern“, kommentierte er die Aufnahmen, und fügte hinzu: „Dies ist kein Krieg nach den definierten Regeln. Es ist Terror, es ist Mord um der Einschüchterung und des Vergnügens willen.“ Das Verteidigungsministerium von Russland bezog in seinem täglichen Kriegsbericht vom Samstagnachmittag keine Stellung zu dem Angriff.

Ukraine-Krieg: Selenskyj warnt vor russischen Angriffen an den Feiertagen

+++ 22.20 Uhr: Russland habe die Verlegung von Personal, militärischer Ausrüstung und Munition in die Kampfgebiete per Eisenbahn intensiviert, berichtete der Generalstab des ukrainischen Militärs auf Facebook. In seiner täglichen Videoansprache sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Freitagabend (23. Dezember) jedoch, dass der Generalstab die Entwicklung an der Front als gut einschätze. „Wir bereiten uns auf die nächsten Monate und das nächste Jahr im Allgemeinen vor. Unsere Aufgaben haben sich nicht geändert. Unser Hauptziel ist die Befreiung unseres Landes“, sagte Selenskyj.

+++ 21.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor möglichen russischen Angriffen an den kommenden Feiertagen und während der Urlaubszeit gewarnt. „Mit der nahenden Ferienzeit könnten die russischen Terroristen wieder aktiv werden“, sagte Selenskyj am Freitagabend (23. Dezember) in seiner täglichen Videoansprache. „Sie verachten christliche Werte und jegliche Werte im Allgemeinen.“ Selenskyj forderte die Ukrainer auf, in den kommenden Tagen besonders wachsam zu sein. Gleichzeitig richtete er eine ungewöhnlich scharfe Warnung an Russland. „Die Bürger Russlands müssen klar verstehen, dass Terror nie unbeantwortet bleibt“, sagte er auf Russisch – ohne dies näher zu erläutern.

Ukraine-Krieg: Kreml will die Ukraine entmilitarisieren

+++ 17.20 Uhr: Der Kreml sieht nach eigenen Angaben trotz westlicher Waffenlieferungen Fortschritte bei der „Entmilitarisierung“ der von Russland vor zehn Monaten überfallenen Ukraine. „Man kann feststellen, dass es hier ein wesentliches Vorankommen auf dem Weg der Entmilitarisierung gibt“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Die Zerstörung von Waffen in der Ukraine hatte Kremlchef Wladimir Putin zu Beginn des Krieges am 24. Februar als ein zentrales Ziel genannt. Am Vortag (22. Dezember) hatte Putin gesagt, dass das militärische Potenzial der Ukraine und auch die von europäischen Staaten geleisteten Lieferungen von Waffen aus Sowjetzeiten fast erschöpft seien.

News zum Ukraine-Krieg: Energiedefizit in Region Kiew bei 50 Prozent

+++ 16.30 Uhr: Das Energiedefizit in der Region Kiew liege bei etwa 50 Prozent, erklärte Oleksiy Kuleba, Leiter der regionalen Militärverwaltung in Kiew, auf Facebook. „Krankenhäuser, Wasser- und Wärmeversorgungssysteme und andere kritische Infrastruktureinrichtungen werden vorrangig mit Strom versorgt“, fügte er hinzu – und wies erneut darauf hin, dass die Situation in den Bezirken Butcha, Browary und Boryspil „schwierig“ sei, wo das Stromnetz nur zwei bis vier Stunden pro Tag eingeschaltet ist. Die Arbeiten an der ukrainischen Energieinfrastruktur werden „rund um die Uhr“ fortgesetzt, um die Schäden der russischen Raketenangriffe zu beheben, fügte er hinzu.

Ukraine-Krieg: Russland greift ukrainische Zivilbevölkerung an

+++ 16.00 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Militärs haben seine Einheiten weitere russische Angriffe rund um die Stadt Bachmut in der Region Donezk abgewehrt. Jedoch schlugen zwei russische Raketen in der Stadt Kramatorsk ein, wie Oleksandr Honcharenko, der Bürgermeister der Stadt in der Region Donezk, auf Facebook mitteilte. „Ein weiterer Terrorakt gegen Zivilisten in Kramatorsk. Die Russen haben die Stadt mit zwei Raketen beschossen. Zwei Bildungseinrichtungen, zwölf Mehrfamilienhäuser und drei Privathäuser wurden beschädigt. Glücklicherweise keine Verletzten“, so Honcharenko auf Facebook. Offizielle Stellen in der südukrainischen Stadt Cherson berichten zudem von anhaltendem Beschuss durch russische Streitkräfte von der anderen Seite des Flusses (s. Update v. 14.00 Uhr).

News zum Ukraine-Krieg: Putin will schnelles Kriegsende

+++ 15.10 Uhr: Die jüngste Erklärung des russischen Präsidenten Wladimir Putin darüber, den Krieg in der Ukraine so schnell wie möglich zu beenden, bedeutete dem Pressesprecher des Kremls, Dmitri Peskow, zufolge nicht Verhandlungen, sondern in erster Linie das Erreichen der Ziele der Russischen Föderation im Krieg gegen die Ukraine. „Es geht in erster Linie darum, die militärische Spezialoperation so schnell wie möglich zu beenden und die Ziele zu erreichen, die sich die Russische Föderation selbst gesetzt hat“, sagte Peskow am heutigen Freitag (23. Dezember). Zuvor erklärte Putin am gestrigen Donnerstag (22. Dezember), dass Russland den Krieg in der Ukraine so schnell wie möglich beenden will, und große Verluste vermeiden möchte.

News zum Ukraine-Krieg: Anschlag auf Militärgebäude in Russland

+++ 12.25 Uhr: In Russland hat es mitten im Ukraine-Krieg offenbar erneut einen Anschlag auf ein Militärobjekt gegeben. In der Region Saratow ist durch einen mutmaßlichen Brandanschlag einem Kreiswehrersatzamt ein Feuer ausgebrochen. Offiziell gab es keine Angaben zur Brandursache. Medien berichteten allerdings, dass dort eine Flasche mit Benzinrückständen gefunden worden sei. Die Rede war von einem Anschlag, nachdem es im Ukraine-Krieg bereits eine Vielzahl solcher Zwischenfälle in Einberufungsstellen gegeben hatte.

Auf Bildern war zu sehen, dass die Räumlichkeiten des Militärkommissariats schwer beschädigt wurden. Aus Sicherheitskreisen verlautete, dass das Kreiswehrersatzamt unbenutzt war. Es soll aber während der von Russlands Präsident Wladimir Putin ausgerufenen Teilmobilmachung im Herbst als Sammelpunkt genutzt worden sein.

+++ 10.45 Uhr: Im russischen Staats-TV hat sich abermals eine Panne ereignet: „Putins Stimme“ Wladimir Solowjow wütete und schimpfte während der Berichterstattung über die Reise des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in die USA live im Fernsehen 

News zum Ukraine-Krieg: Russland reißt Theater in Mariupol ab

+++ 10.15 Uhr: Ein russischer Bombenangriff auf das Theater in Mariupol hatte Mitte März für internationales Entsetzen gesorgt. Bis zu 600 Menschen sind nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AP damals ums Leben gekommen. Nun machen sich die Besatzer offenbar daran, das zerbombte Gebäude endgültig zu zerstören. Sie hätten bereits „die Hälfte des Theaters abgerissen“, schrieb Petro Andriushchenko auf Telegram. Der Berater des ukrainischen Bürgermeisters sprach davon, dass die Gebäudeteile „direkte Beweise für das Kriegsverbrechen der russischen Armee“ darstellten. „In zwei Tagen wird es also nicht einmal mehr eine physische Erinnerung daran geben.“

+++ 9.00 Uhr: Auf einer Pressekonferenz nimmt Wladimir Putin erstmals das Wort „Krieg“ in den Mund, als er über den Ukraine-Konflikt spricht. Ein Oppositionspolitiker aus St. Petersburg hat Putin deshalb wegen Diskreditierung der Armee angezeigt.

News zum Ukraine-Krieg: Russische Division laut Bericht an Massaker in Butscha beteiligt

+++ 7.55 Uhr: Nach einer monatelangen Recherche zum Massaker in der Kiewer Vorstadt Butscha erhebt die New York Times schwere Vorwürfe gegen eine Einheit der russischen Armee. Die US-Zeitung veröffentlichte ein Video mit Hintergründen und den Ergebnissen ihrer Nachforschungen, wonach Fallschirmjäger der 234. Luftlandedivision Schuld am Tod Dutzender Zivilisten in der Jablunska-Straße in Butscha sein sollen. In Butscha waren im April nach dem Abzug des russischen Militärs laut ukrainischen Angaben mehr als 460 Leichen gefunden worden. Russland streitet eine Verantwortung für die Taten ab und behauptet, Aufnahmen von Toten seien fingiert gewesen.

News zum Ukraine-Krieg: Melnyk fordert deutsche Panzer-Lieferung

Update vom Freitag, 23. Dezember, 6.20 Uhr: Der ukrainische Vize-Außenminister Andrij Melnyk hat von der Bundesregierung erneut die Lieferung von Kampf- und Schützenpanzern für den Abwehrkampf gegen Russland gefordert. Er wünsche sich von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), „dass er endlich die Zurückhaltung zum Beispiel beim Kampfpanzer Leopard und beim Schützenpanzer Marder überdenk“, sagte der frühere Botschafter der Ukraine in Deutschland dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Wenn die Bundesregierung keinen Alleingang bei der Lieferung will, dann könnte Deutschland dabei eine Führungsrolle auf dem Kontinent verfolgen, eine europäische Panzerallianz schmieden.“

Russisches Militär „wieder auf dem Vormarsch“: Truppenbewegung in Mariupol

Erstmeldung von Donnerstag, 22. Dezember, 10.30 Uhr: Kiew – In Mariupol werden russische Truppenbewegungen gemeldet. Bei den Truppen handele es sich „eindeutig um Verstärkung“, berichtet Petro Andriushchenko, ein Berater des Bürgermeisters der Hafenstadt, auf Telegram. „Das [russische] Militär ist wieder auf dem Vormarsch. Die vorrangige Bewegungsrichtung ist Mariupol-Manhush-Berdiansk. Es gibt immer noch eine große Mannstärke, mindestens 15 Panzer auf Panzertransportern, die im Laufe von zwei Tagen entdeckt wurden, und andere militärische Ausrüstung aller Art“, so Andriushchenko. Er postete zudem Bilder der gesichteten Ausrüstung.

Während Russland Truppen verschiebt, befindet sich der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, auf Kurzbesuch in den USA. Dort dankte er bei einer Rede vor dem US-Kongress den Vereinigten Staaten für ihre Unterstützung gegen Russland. „Trotz aller Widrigkeiten und Untergangsszenarien ist die Ukraine nicht gefallen. Die Ukraine ist gesund und munter“, sagte Selenskyj am Mittwochabend vor den beiden Kammern des Parlaments. Es ist seine erste offizielle Auslandsreise seit dem Angriff Russlands auf die Ukrainem. Am Donnerstag sollte er nach dem halbtägigen Besuch wieder in Kiew ankommen.

Wolodymyr Selenskyj forderte schwere Waffen, die sein Land für einen Sieg gegen Russland brauche. Die USA haben zwar weitere Lieferungen in Form des Patriot-Flugabwehrsystems zugesagt, das reiche aber noch nicht, so Selenskyj. Stattdessen forderte er amerikanische Panzer und Flugzeuge. Bisher hat die US-Regierung unter Joe Biden Kiew Militärhilfe in Höhe von knapp 22 Milliarden US-Dollar bereitgestellt. (Redaktion mit Agenturen)

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