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Ukraine-Krieg: Russland startet schwere Raketenangriffe – Luftalarm in der ganzen Ukraine

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Von: Sandra Kathe, Caspar Felix Hoffmann, Niklas Kirk, Daniel Dillmann

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Russland überzieht die Ukraine mit großen Raketenangriffen. Im ganzen Land wurde Luftalarm ausgelöst – Explosionen in Kiew zu hören. Der News-Ticker.

Dieser Ticker wird nicht mehr aktualisiert. Die neuesten Entwicklungen entnehmen Sie bitte unserem neuen News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

+++ 9.35 Uhr: Die russischen Streitkräfte hätten die Ukraine in der vergangenen Nacht mit Drohnen und am heutigen Morgen (29. Dezember) mit 120 Marschflugkörpern angegriffen. Dies hat das ukrainische Militär mitgeteilt. Im ganzen Land seien indes Explosionen zu hören, unter anderem in Kiew und Charkiw sowie in Lwiw und Odessa (s. Update v. 8.45 Uhr). Die ukrainische Flugabwehr sei weiterhin aktiv.

News zu Ukraine-Krieg: Russland startet schwere Raketenangriffe – Luftalarm in der ganzen Ukraine

+++ 8.45 Uhr: Russland überzieht die Ukraine nach Militärangaben aus Kiew erneut mit großen Raketenangriffen. Im ganzen Land wurde am Donnerstagmorgen (29. Dezember) Luftalarm ausgelöst. Auch in der Hauptstadt Kiew waren mehrere schwere Explosionen im Zentrum zu hören, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur vor Ort berichtete. Dem Vernehmen nach war die ukrainische Flugabwehr im Einsatz, um die Angriffe abzuwehren. Es war zunächst unklar, ob es auch Einschläge von Raketen gab. Die Detonationen gibt es auch vor allem, wenn die russischen Raketen oder Drohnen abgeschossen werden.

Aus mehreren Teilen der Ukraine im Süden und im Westen gab es zudem Berichte von Behörden über Raketenschläge und Explosionen (s. Updates v. 7.10 Uhr u. 8.05 Uhr). Russland greift seit Oktober im Abstand von einigen Tagen immer wieder intensiv die ukrainische Energie-Infrastruktur an. Es handelte sich jeweils um Dutzende Raketen. Einige trafen ihre Ziele, weshalb Millionen Menschen in dem Land im Winter von Stromausfällen betroffen sind.

Ukraine-Krieg
Ein zerbrochenes Fenster nach einem russischen Raketenangriff in Kramatorsk. © David Goldman/AP/dpa

News zum Ukraine-Krieg: Russisches Militär greift Sumy mit Raketen an

+++ 8.05 Uhr: Das russische Militär greife die ukrainische Stadt Sumy mit Raketen an. Dies hat Vitalii Kim, der Leiter der Militärverwaltung des Oblast Mykolajiw, auf Telegram mitgeteilt. „Die ersten Raketen haben Sumy getroffen. Leider“, so Mykolajiw. Die ukrainische Flugabwehr hat indes gemeldet, dass sie eine russische Rakete über der Oblast Sumy abgeschossen habe.

News zum Ukraine-Krieg: Russland setzt Drohnen-Angriffe auf Charkiw fort

+++ Update vom Donnerstag, 29. Dezember, 7:10 Uhr: Die russischen Streitkräfte haben im Laufe des Mittwochs (28. Dezember) Charkiw mehrmals angegriffen und dabei die Infrastruktur der Stadt ins Visier genommen, schrieb Ihor Terechow, Bürgermeister von Charkiw, auf Telegram. „Zum zweiten Mal am heutigen Tag wird Charkiw angegriffen, vermutlich von Shahed-Drohnen. Die Infrastruktur wird angegriffen“, so Terechow.

News zum Ukraine-Krieg: Ukrainisches Militär schießt russische Drohnen ab

+++ 22.30 Uhr: Russische Militärs haben nach ukrainischen Angaben am Mittwochabend eine neue Angriffswelle mit sogenannten Kamikaze-Drohnen gegen die Ukraine gestartet. Die Drohnen seien gegen verschiedene Ziele im Süden und Osten des Landes gerichtet, teilte die Befehlsstelle der ukrainischen Luftabwehr Süd auf Facebook mit. In der Region Dnipro seien fünf Drohnen abgeschossen worden.

Der Einflug von Drohnen in mehreren Gruppen wurde auch aus der Region Donezk, Saporischschja und Charkiw gemeldet. Beobachter berichteten zudem Flüge in Richtung Odessa. Nach Berichten der Agentur Unian wurden zahlreiche unbemannte Fluggeräte abgeschossen. Nähere Angaben liegen bisher nicht vor.

Selenskyj: „Niemand im Westen hat noch Angst vor Russland“

+++ 21.20 Uhr: Der ukrainische Widerstand gegen Russland hat nach Darstellung von Präsident Wolodymyr Selenskyj Auswirkungen auf die ganze Welt. Im Laufe von zehn Monaten „haben wir allen geholfen“, sagte er in einer Rede vor dem Parlament in Kiew laut der Nachrichtenagentur Reuters. Die Einigkeit der EU sei gestärkt worden.

„Wir haben dem Westen geholfen, wieder zu sich zu finden, in die globale Arena zurückzukehren und zu merken, wie sehr sich der Westen durchsetzt“, erklärte Selenskyj in einer jährlichen Rede, die er hinter verschlossenen Türen hält. „Niemand im Westen hat Angst vor Russland, noch werden sie Angst haben.“

Lawrow rechnet mit Unterbrechung der Nachschubwege

+++ 20.11 Uhr: Der russische Außenminister Sergej Lawrow erwartet nach eigenem Bekunden eine baldige Unterbrechung der Nachschubwege für Waffen und Munition für die ukrainische Armee aus dem Ausland. „Wir beobachten, dass die Ukraine immer mehr und immer bessere westliche Waffen erhält“, sagte Lawrow während eines Interviews im russischen Fernsehen der Nachrichtenagentur dpa zufolge.

Daher gebe es unter Militärexperten Forderungen, diese Lieferwege zu unterbrechen. Dabei werde an „Eisenbahnstrecken, Brücken und Tunnel“ gedacht, sagte Lawrow. „Ich gehe davon aus, dass sie professionelle Entscheidungen darüber treffen, wie man diese Lieferungen erschwert oder im Idealfall ganz stoppt.“

Selenskyj: In Bachmut „sind nur noch ein paar Zivilisten geblieben“

+++ 18.15 Uhr: In der heftig umkämpften Stadt Bachmut im Osten der Ukraine leben nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj kaum noch Zivilisten. „Im vergangenen Jahr lebten dort 70.000 Menschen. Jetzt sind nur noch ein paar Zivilisten geblieben“, erklärte Selenskyj am Mittwoch im Onlinedienst Facebook. Angaben zur Anzahl der noch verbliebenen Zivilisten in der Stadt machte er nicht. 

Es gebe in der Stadt „keinen Ort“, der „nicht mit Blut bedeckt“ sei, schrieb Selenskyj und fügte mehrere Aufnahmen hinzu, die das Ausmaß der Zerstörung in der Stadt zeigten. Nach Angaben von AFP-Journalisten, die sich in den vergangenen Wochen mehrfach in Bachmut aufhielten, werden die ohnehin schwierigen Lebensbedingungen durch den fehlenden Zugang zu Wasser und Strom zusätzlich erschwert.

Ukraine-Krieg: Russische Geschosse treffen Geburtsklinik in Cherson

+++ 17.11 Uhr: Das befreite Cherson erlebt aktuell schweren Beschuss. Bei russischen Angriffen sind in der Ukraine mindestens acht Menschen verletzt worden. Drei von ihnen hätten im umkämpften Bachmut Verletzungen erlitten, sagte der Gouverneur der Region Donezk, Pawlo Kyrylenko.

In der Region Cherson trafen russische Geschosse eine Geburtsklinik, kurz nachdem zwei Frauen dort Kinder zur Welt gebracht hatten. Nach Angaben von ukrainischer Seite wurde dabei niemand verletzt. In Cherson wurden bei dem Angriff Wohngebäude, ein Kindergarten und eine Bäckerei beschädigt, wie Gouverneur Jaroslaw Januschewitsch mitteilte. Das Büro des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erklärte, beim Beschuss eines Dorfes in der Region seien drei Zivilisten verletzt worden, darunter ein 14-Jähriger.

News zum Ukraine-Krieg: Mann verrät Position der eigenen Truppen an den Feind

+++ 15:45 Uhr: Wie das Nachrichtenportal The Kyiv Independent berichtet, wurde ein Ukrainer wegen Weitergabe von Informationen an russische Truppen zu 11 Jahren Gefängnis verurteilt. Demnach soll er den russischen Streitkräften die Standorte von Bombenkellern und die Positionen ukrainischer Truppen verraten haben, wie der ukrainische Sicherheitsdienst (SBU) mitteilte. Die von ihm gelieferten Informationen betrafen die Gebiete um Kramatorsk im Gebiet Donezk.

Dem SBU zufolge beabsichtigten die russischen Streitkräfte die erhaltenen Daten zur Vorbereitung und Durchführung von Raketenangriffen auf Kramatorsk zu nutzen.

News zum Ukraine-Krieg: Kiew entwickelt Drohnen für den Luftkampf

+++ 13.45 Uhr: Die Ukraine will Kampfdrohnen zur Abwehr russischer Luftangriffe entwickeln. Sein Land habe zunächst etwa 1400 Aufklärungsdrohnen gekauft, sagte der Minister für digitale Transformation, Mychailo Fedorow, im Interview der Nachrichtenagentur AP. Nun seien Kampfdrohnen an der Reihe. „Das sind sowohl Drohnen mit Sprengladungen als auch Drohnen, die drei bis zehn Kilometer hoch fliegen und Ziele treffen“, sagte er. „Ich kann bereits sagen, dass sich die Situation, was Drohnen betrifft, im Februar und März drastisch ändern wird“, sagte er.

Präsident Selenskyj erwartet Befreiung der Ukraine von Russland im nächsten Jahr

Update vom Mittwoch, 28. Dezember, 6.25 Uhr: Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in seiner täglichen Videoansprache am gestrigen Dienstagabend (27. Dezember) erklärt, die Ukraine bereite ihre Verteidigungs- und Sicherheitskräfte auf das kommende Jahr vor, das ein entscheidendes Jahr werden dürfte. „Wir wissen um die Risiken im Winter, wir wissen, was wir im Frühjahr zu tun haben, und deshalb wissen wir, welche Ergebnisse der gesamte Verteidigungs- und Sicherheitssektor vorweisen muss“, Selenskyj.

Als Hauptziele nannte der Präsident die Befreiung der Ukraine von Russland sowie den Wiederaufbau, die Rückführung der geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer, die weitere Annäherung des Staates an die wichtigsten Partner und die Eröffnung neuer Möglichkeiten für die Ukraine in der Welt. Er sagte zudem, dass er sein Konzept für die Umsetzung dieser Aufgaben bald im ukrainischen Parlament vorstellen werde.

Ukraine-Krieg: Patriot-System soll bald einsatzbereit sein – Heftige Kämpfe um Bachmut

+++ Update vom Dienstag, 27. Dezember, 6.25 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Außenministers Dmytro Kuleba gegenüber Associated Press werden die Patriot-Luftabwehrsysteme in der Ukraine voraussichtlich in etwa sechs Monaten einsatzbereit sein, sobald alle erforderlichen Vorbereitungen abgeschlossen seien. Kuleba zufolge habe die US-Regierung einen Aktionsplan ausgearbeitet, um die Patriot-Raketenbatterie in weniger als sechs Monaten einsatzbereit zu machen. Normalerweise dauere die Ausbildung bis zu einem Jahr.

Russland baut Truppen in Belarus aus

Erstmeldung: Minsk – In einer Ölraffinerie in Belarus ist ein Feuer ausgebrochen. Der Brand in der „Naftan Ölraffinerie“ nahe der Stadt Wizebsk im Nordwesten des Landes sei am Sonntagmorgen (25.12.2022) festgestellt worden. Das meldete das belarussische Notfallministerium.. Darüber berichtet hatte das Nachrichtenportal Ukrainska Pravda aus der Ukraine.

Das Feuer konnte demnach kurz nach Ausbruch wieder gelöscht werden. Es sollen keine Menschen bei dem Unglück verletzt worden sein. Eine Ursache für den Brand wurde bislang nicht bekannt gegeben. Eine eingesetzte Kommission kümmere sich nun um die Ermittlungen.

Ukraine News: Wird Belarus doch noch Kriegspartei?

Belarus war aufgrund des andauernden Ukraine-Kriegs zuletzt wieder in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Das Land nördlich der Ukraine gilt als enger Verbündeter Russlands. Dessen Präsident Wladimir Putin hatte Machthaber Alexander Lukaschenko unlängst in der belarussischen Hauptstadt Minsk besucht.

Mittlerweile verstärkt Russland im Ukraine-Krieg seine in Belarus stationierten Truppen. Das melden übereinstimmend das US-amerikanische Institut für Kriegsstudien (ISW) und das ukrainische Militär. Moskau verlege demnach weitere Bataillone in die ukrainische Grenze zu Belarus. Während das ISW einen Angriff Russlands auf die Ukraine von belarussischem Boden aus weiterhin für unwahrscheinlich hält, müsse die Gefahr aber ernst genommen werden. Als Indiz für eine geplante Offensive wird die Errichtung eines Feldlazaretts gesehen. Russland hatte solche Lazarette auch kurz vorm Beginn der Kampfhandlungen im Ukraine-Konflikt im Februar 2022 grenznah errichtet. „Feldhospitäler sind nicht notwendig für Übungen und können ein Hinweis auf die Vorbereitung von Kampfhandlungen sein“, teilte das ISW mit. Lukaschenko hatte seine Militärbasen im Februar den Kreml-Truppen für ihren Angriff auf die Ukraine zur Verfügung gestellt. (Redaktion/dpa)

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