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Ukraine-Krieg: Hat Russland über 5000 Kinder aus Mariupol entführt?

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Von: Constantin Hoppe

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Russland soll Tausende Kinder aus Mariupol entführt haben.
Russland soll Tausende Kinder aus Mariupol entführt haben. © Aziz Karimov/dpa

Russland soll nach Angaben des ukrainischen Außenministeriums mehr als 5000 Kinder aus Mariupol entführt haben. Die Kinder würden illegal zur Adoption freigegeben.

Kiew – Das ukrainische Außenministerium beschuldigte am Mittwoch (24. August) Russland, Tausende Kinder aus Mariupol entführt und zur Adoption durch russische Familien freizugeben zu haben. Das berichtete die ukrainischen Nachrichtenseite Pravda.

Die Kinder sollen von den russischen Besatzern im Zuge des Ukraine-Konflikts aus der zerbombten ukrainischen Hafenstadt entführt worden sein. Mittlerweile würden sie in Tjumen, Irkutsk, Kemerowo und der Region Altai leben, gab das Außenministerium an. Kiew beschuldigt Moskau nun, die Genfer Konventionen zum Schutz von Zivilisten sowie die UN-Kinderrechtskonvention zu verletzen.

News zum Ukraine-Krieg: Russland soll Geldzahlungen für die Adoption ukrainischer Kinder auszahlen

In der Erklärung des ukrainischen Außenministeriums hieß es: „Russland entführt weiterhin Kinder aus ukrainischem Staatsgebiet und arrangiert ihre rechtswidrige Adoption durch russische Staatsbürger.“ Mehr als 300 ukrainische Kinder seien auch in Einrichtungen in der südrussischen Stadt Krasnodar untergebracht und würden auf ihre „Adoption“ warten, hieß es aus Kiew.

Pravda berichtet weiter, dass russische Familien mit Geldzahlungen zur Adoption ukrainischer Kinder bewegt werden sollen: Die russischen Behörden sollen eine jährliche Zahlung von 20.000 Rubel (rund 335 Euro) für jedes adoptierte Kind zahlen. Für jedes behinderte Kind, Kinder älter als sieben Jahre oder Zwillinge gibt es demnach jährlich 150.000 Rubel (rund 2500 Euro).

News zum Ukraine-Krieg: Mehr als 5000 Kinder aus der Ukraine nach Russland verschleppt

Nach Angaben von Daria Herasymchuk, der Beauftragten des ukrainischen Präsidenten für Kinderrechte und Kinderrehabilitation, ist seit dem 1. August die illegale Abschiebung von 5754 Kindern nach Russland bekannt. Zudem soll die Russische Föderation Gesetzesänderungen vorbereiten, die es Russen ermöglichen sollen, ukrainische Kinder nach einem vereinfachten Verfahren zu adoptieren.

Pravda beruft sich in dem Bericht auch auf einen Eintrag auf der Website der südrussischen Stadt Krasnodar: Dort hieß es am Mittwochmorgen, dass sich derzeit 1000 Kinder in der Region befinden würden, die aus Mariupol in der Ukraine „befreit“ worden seien und für eine Adoption bereitstehen würden. Der Eintrag war am Mittwochmittag gelöscht – die Stadt Krasnodar spricht von einem Cyberangriff auf ihre Seite. (con)

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