1. Startseite
  2. Politik

Ukraine-Berater fassungslos: Minderjährige Kadyrow-Söhne angeblich an der Front

Erstellt:

Von: Tim Vincent Dicke

Kommentare

Putins Bluthund hat seine Ankündigung offenbar wahr gemacht. Videos zeigen die minderjährigen Söhne von Tschetschenenchef Kadyrow in der Ukraine.

Mariupol/Grosny – Er gilt als Putins Bluthund und herrscht in der russischen Teilrepublik Tschetschenien mit eiserner Faust: Ramsan Kadyrow. Der autoritäre Machthaber hatte vor rund zwei Wochen angekündigt, seine Söhne, die nicht einmal das Erwachsenenalter erreicht haben, in den Ukraine-Krieg schicken zu wollen. Nun meldet Kadyrow, dass er seine Absicht in die Tat umgesetzt habe.

Achmat (16), Eli (15) und Adam (14) seien „voll bewaffnet an der Front angekommen“, teilte der Tschetschenenführer am Mittwoch (19. Oktober) im Messengerdienst Telegram mit. „Sie sind entschlossen und bereit, den Feind sofort anzugreifen“, schrieb er in Bezug auf die Streitkräfte der Ukraine, die ihr Land gegen die russische Aggression verteidigen.

Putins Bluthund Kadyrow teilt Clip seiner Söhne im Ukraine-Krieg

Dazu veröffentlichte Kadyrow ein Video, das die drei Teenager in der Ukraine zeigen soll. Mit Maschinengewehren in den Händen begrüßen sie tschetschenische Kämpfer, die im Auftrag von Kreml-Chef Wladimir Putin im Ukraine-Konflikt töten. Die Kadyrow-Söhne tragen Sonnenbrillen und lachen in die Kameras, die zu Propagandazwecken die Szenerie festhalten. Auch Aishat, die bereits erwachsene Tochter des Herrschers, ist in den Aufnahmen zu sehen.

Adam, Achmat und Eli: Söhne von Ramsan Kadyrow
Adam, Achmat und Eli (v.l.n.r): Die Kadyrow-Söhne sollen sich angeblich an der Front in der Ukraine befinden. (Archivbild) © Yelena Afonina/imago

„Vor Ort betrachteten Aishat, Achmat, Eli und Adam mit Interesse die zahlreichen Trophäen, darunter auch Nato-Waffen“, beschrieb Kadyrow die Situation vor Ort. Der Frontabschnitt, den sie begutachtet hätten, sei erst kurz zuvor von ukrainischen „Nazis“ zurückerobert worden, hieß es weiter. „Infolgedessen wurde ein ganzes Waffenarsenal beschafft.“ Der Verweis auf angeblichen ukrainischen Nationalsozialismus ist ein übliches Narrativ der Propaganda in Russland. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine-Berater Geraschenko ist entsetzt

Wenig später tauchten Aufnahmen auf, in denen die Kadyrow-Kinder offenbar in der stark zerstörten ukrainischen Stadt Mariupol stehen. Anton Geraschenko, ein Berater des ukrainischen Innenministers, reagierte mit Fassungslosigkeit auf den Clip. „Kadyrows minderjährige Kinder kamen in das besetzte Mariupol, um einige Videos zu drehen. Nach diesem Video zu urteilen, werden sie sehr gut bewacht. Werden sie losgehen und Menschen töten?“, schrieb Geraschenko auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Kadyrow hatte am 3. Oktober verkündet, seine Söhne in den Angriffskrieg gegen die Ukraine entsenden zu wollen. „Ich scherze nicht. (…) Bald werden sie an die Front geschickt und werden sich an den schwierigsten Abschnitten der Kontaktlinie aufhalten“, schrieb er damals auf Telegram.

An seine Gegnerschaft wandte er sich mit drohenden Worten. „Wir sind überzeugt, dass selbst minderjährige Kinder in der Lage sein werden, euch in Stücke zu schlagen, weil ihr keinen Geist, keine Ehre und keine Würde habt. Wartet darauf!“, so der Tschetschene. (tvd)

Auch interessant

Kommentare