1. Startseite
  2. Politik

„Sollte um sein Leben laufen“: Russland jagt Sohn von britischer Ex-Ministerin

Erstellt:

Von: Christian Stör

Kommentare

Die Region Charkiw wurde durch den Ukraine-Krieg stark zerstört.
Die Region Charkiw wurde durch den Ukraine-Krieg stark zerstört. © Esteban Biba / Imago Images

Der Sohn einer früheren britischen Ministerin zieht freiwillig für die Ukraine in den Krieg. Nun droht ihm offenbar die Todesstrafe.

Moskau – Seit mehr als drei Monaten tobt in Europa der Ukraine-Krieg. Fast von Anfang an mit dabei ist auch ein junger Brite, den man dort eigentlich nicht erwarten sollte. Seit März kämpft der ehemalige Marineinfanterist Ben Grant als Freiwilliger aufseiten der Ukraine gegen Russland.

Grant ist ein bekannter Name in Großbritannien. Es handelt sich um den Sohn der britischen Parlamentsabgeordneten und früheren Ministerin Helen Grant. Seinen Einsatz begründete er gegenüber dem Guardian mit einem Video russischer Truppen, die ein Wohnhaus bombardierten, während gleichzeitig Schreie von Kindern zu hören waren.

Ben Grant kämpft im Ukraine-Krieg gegen Russland

Nun ist Grant persönlich ins Visier Russlands geraten. Die russische Nationalgarde hat bestätigt, dass ein tschetschenischer Kommandant bei einem blutigen Feuergefecht mit ausländischen Freiwilligen in der Ukraine getötet worden ist – und sie nannte Grant als einen der Verantwortlichen.

Zuletzt hatte der Daily Telegraph Filmaufnahmen aus der Region um Charkiw veröffentlicht, die Grant und andere westliche Freiwillige während einer ukrainischen Gegenoffensive zeigen. Sie liegen dabei unter schwerem Beschuss, als sie einen verwundeten Kameraden retteten. „Wir müssen uns jetzt bewegen oder wir werden sterben“, ist Grant auf dem Video zu hören.

Das erschütternde Video, das von einer am Helm montierten Kamera gefilmt wurde, zeigt dann, wie sie den Spieß umdrehten, um ein russisches gepanzertes Fahrzeug zu überfallen und mit einem Raketenwerfer zu beschießen. „Schieß jetzt!“ – ein als Grant identifizierter Mann schreit, als die Waffe abgefeuert wird.

Ukraine-Krieg: Ben Grant droht die Todesstrafe

Nun behauptet Russlands Nationalgarde, dass Adam Bisultanov bei dem „Angriff“ auf russische Streitkräfte durch die „Gruppe von Söldnern aus Großbritannien und den USA“ getötet worden sei. „Während des Schutzfeuers wurde der gepanzerte Personentransporter, in dem sich [Bisultanov] befand, dreimal von einem Granatwerfer getroffen und zerstört“, hieß es in einer Erklärung der Nationalgarde. Das russische Untersuchungskomitee gab bekannt, dass es gegen Grant wegen seiner Rolle als „Führer“ des Hinterhalts ermittelt.

Einige russische Medien spekulieren, dass Grant die Todesstrafe im russisch besetzten Donezk drohe. „Er wird für den Rest seines Lebens um sein Leben laufen müssen“, schrieb Komsomolskaya Pravda und fügte noch hinzu, dass Bisultanov in Tschetschenien geboren worden sei, „wo das Prinzip der Blutfehde oder Rache keine leeren Worte“ seien. (cs)

Auch interessant

Kommentare