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Ukraine-Krieg: IAEA plant längere Untersuchung von AKW Saporischschja – Selenskyj enttäuscht

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Von: Moritz Serif

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Enerhoatom, ukrainischer Kraftwerkbetreiber, zweifelt im Ukraine-Krieg daran, dass die Mission am AKW Saporischschja zu Erfolg führen wird.

Saporischschja – Nach wie vor besteht der Ukraine-Konflikt. Der ukrainische Kraftwerksbetreiber Enerhoatom zweifelt, dass die Mission internationaler Atomexperten im Atomkraftwerk Saporischschja im Süden des Landes zur Klärung beitragen kann. „Die Besatzer lügen, verfälschen Tatsachen und Beweise“, kritisierte Enerhoatom.

Der Delegation sei zudem der Zutritt ins Krisenzentrum der Anlage verwehrt worden. Dort sei derzeit russisches Militärpersonal stationiert. Russland unternehme alle Anstrengungen, dass keine Fakten zum AKW bekannt würden. Vertreter der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) sind seit Donnerstag vor Ort, um das AKW auf mögliche Schäden nach wochenlangem Beschuss zu untersuchen.

News zum Ukraine-Krieg: Expertinnen und Experten wollen länger am AKW Saporischschja bleiben

Unklar ist, wie lange die Expertinnen und Experten bleiben. IAEA-Chef Rafael Grossi sagte, er wolle eine „dauerhafte Mission“ in dem von Russland besetzten Kraftwerk einrichten. In einem am Freitag von Enerhoatom verbreiteten Statement sagte er, angestrebt sei ein Aufenthalt zunächst bis Sonntag oder Montag.

Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigt sich enttäuscht von der IAEA. Der IAEA warf er am Donnerstag in seiner allabendlichen Ansprache vor, nicht deutlich die „Entmilitarisierung“ des unter russischer Kontrolle stehenden Nuklearstandorts gefordert zu haben.

News zum Ukraine-Krieg: Selenskyj fordert Entmilitarisierung AKW Saporischschja

Die Entmilitarisierung des Atomkraftwerks Saporischschja sei das Wichtigste, das nun passieren müsste, sagte Selenskyj. Es sei „bedauerlich, dass wir die entsprechenden Botschaften der IAEA noch nicht gehört haben“, fuhr der Staatschef fort. Dabei habe er noch am Dienstag während eines Treffens mit IAEA-Chef Rafael Grossi in Kiew darüber gesprochen.

„Das war der Schlüssel, der Schlüssel! Der Sicherheitsaspekt unserer Vereinbarungen: die Entmilitarisierung und die vollständige Kontrolle durch unsere Atomarbeiter“, erklärte Selenskyj. Grossi war am Donnerstag mit einem Expertenteam zu einer seit langem von ihm geforderten Inspektion des Atomkraftwerks Saporischschja eingetroffen.

Krieg in der Ukraine: Selenskyj warnt Russland.
Krieg in der Ukraine: Selenskyj warnt Russland. (Archivbild) © Präsidialamt der Ukraine/DPA

News zum Ukraine-Krieg: AKW Saporischschja liegt in der Südukraine

Während Grossi das Akw nach mehreren Stunden wieder verließ, blieben einige Experten der IAEA auf dem Kraftwerksgelände.

Das Atomkraftwerk Saporischschja liegt in der Südukraine am Fluss Dnipro und damit an der Frontlinie. In den vergangenen Wochen war es dort wiederholt zu Angriffen gekommen, wofür sich Kiew und Moskau gegenseitig verantwortlich machten. Der Beschuss nährte Befürchtungen, dass es in Saporischschja zu einer ähnlichen Atomkatastrophe kommen könnte wie 1986 im damals zur Sowjetunion gehörenden Tschernobyl. (mse/dpa/afp)

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