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„Faschistisches Land“ – Oligarch gibt russische Staatsbürgerschaft auf

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Von: Karolin Schäfer

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Der Milliardär Oleg Tinkow legt seine russische Staatsbürgerschaft nieder. Er hofft, dass viele seinem Beispiel folgen, um Putins Regime zu schwächen.

Moskau – Immer mehr Menschen kehren seit Wladimir Putins Feldzug Russland den Rücken. Nun wendete sich auch ein milliardenschwerer Oligarch ab.

Oleg Tinkow, Gründer der russischen Online-Bank Tinkoff, gibt seine russische Staatsbürgerschaft auf. Er habe diese Entscheidung getroffen, weil er nicht mit einem „faschistischen Land in Verbindung gebracht werden“ möchte, „das einen Krieg mit einem friedlichen Nachbarn begonnen“ habe, schrieb der Unternehmen am Montag (31. Oktober) bei Instagram.

News zum Ukraine-Krieg: Oleg Tinkow legt russische Staatsbürgerschaft nieder

Tinkow war in der Vergangenheit bereits mehrfach als Kritiker des Ukraine-Krieges aufgefallen und hatte die russische Offensive zuvor als „wahnsinnigen Krieg“ bezeichnet. In einem Interview mit der New York Times sagte er im Mai, dass er zu seinem Schutz sogar Leibwächter eingestellt hatte. Nun hat der Unternehmer vom offenbar genug vom Kreml und geht einen Schritt weiter. Dazu veröffentlichte Tinkow ein Zertifikat, was das „Ende“ seiner russischen Staatsbürgerschaft bestätigen soll.

Der russische Oligarch Oleg Tinkow kehrt Russland den Rücken. (Archivbild)
Der russische Oligarch Oleg Tinkow kehrt Russland den Rücken. (Archivbild) © Sergei Konkov/imago

Der Milliardär hofft mit der Bekanntmachung seiner Entscheidung, dass weitere prominente, russische Geschäftsleute seinem Beispiel folgen. Dies habe zum Ziel, Putins Regime und seine Wirtschaft zu schwächen „und ihn schließlich zu besiegen“, schrieb Tinkow weiter. Er selbst „hasse Putins Russland“, liebe aber alle russischen Bürger:innen, die „eindeutig gegen diesen verrückten Krieg sind.“

Tinkow als einer der bekanntesten, russischen Unternehmen gibt Staatsbürgerschaft auf

Tinkow gilt als einer der bekanntesten Unternehmer:innen in Russland. Seine damals gegründete Bank ist heute einer der größten Kreditgeber des Landes und zählt etwa 20 Millionen Kund:innen. 2020 zog sich Tinkow von seinem Posten als Vorstandsvorsitzender zurück.

Bisher hielten Oligarchen überwiegend treu zum Kremlchef. Nur vereinzelt wurde Kritik an Russlands Vorgehen im Ukraine-Krieg geäußert. Kritiker:innen machten darauf aufmerksam, dass solche nur ein Vorwand sein könnten, um weitere Sanktionen zu vermeiden. (kas/afp)

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