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In Russlands TV: Ex-Abgeordneter nennt Ukraine-Invasion „katastrophalen Fehler“

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Von: Bona Hyun

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Ex-Duma Mitglied Boris Nadeschdin
Ex-Duma Mitglied Boris Nadeschdin bezeichnet Angriff auf Ukraine im russischen Staats-TV als „katastrophalen Fehler“. © ITAR-TASS/imago (Archivbild)

Der Ex-Abgeordnete Nadeschdin hat erneut Wladimir Putin im russischen Staats-TV kritisiert. Der Ukraine-Krieg sei ein „katastrophaler Fehler“.

Moskau – Der Ukraine-Krieg hat Russland enorme Verluste und hohe Kosten beschert. Mittlerweile gibt es hier und da offene Kritik am russischen Angriff auf die Ukraine. Teils aus dem Ausland: So einige Regierungskritiker:innen haben Russland verlassen und äußern sich nun aus dem Exil. Doch manche nehmen auch im russischen Staats-TV kein Blatt vor den Mund – darunter der ehemalige Duma-Abgeordnete Boris Nadeschdin.

Ukraine-Krieg: Ehemaliges Duma-Mitglied bezeichnet Angriff auf Ukraine im russischen Staats-TV als „Fehler“

„Der Heldenmut der russischen Soldaten und der Streikräfte sind keine Rechtfertiggung dafür, dass die militärische Spezial-Operation ein katastrophaler Fehler war und die sinnlose Situation das Land in den Abgrund treiben wird“, sagte Nadeschdin in der russischen Talkshow „Mesto Vstretschi“. Nadeschdin einerseits hervor, die Soldaten an der Kriegsfront bewiesen Mut. Andererseits kritisierte er den „katastrophalen Fehler der politischen Führung“ Russlands.

Anton Heraschtschenko, der Berater des ukrainischen Innenministers, teilte auf Twitter den entsprechenden Ausschnitt aus der Talkshow. In der Ausgabe vom Mittwoch (18. Januar) diskutierten die Gäste im Kreml-nahen Sender NTV darüber, ob Kiew sich auf eine Offensive vorbereiten könnte und welches Schicksal Duma-Abgeordneten blüht.

Putin-Kritiker und ehemaliges Duma-Mitglied verurteilt nicht das erste Mal den Ukraine-Krieg

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Nadeschdin kritisch über Putins Regime äußert. Als er im Dezember 2022 zu Gast bei demselben TV-Sender war, warnte er sogar vor einer Auflösung der Russischen Förderation durch den Beginn der russischen „Spezial-Operation“. Auch diesen Ausschnitt hatte Heraschtschenko auf Twitter veröffentlicht.

Nadeschdin war ein enger Vertrauter des verstorbenen Oppositionspolitikers Boris Nemzow. Nemzow gehörte zu Putins schärfsten Kritikern und wurde 2015 nahe dem Kreml erschossen. Kurz vor seinem Tod hatte Nemzow Putin erneut kritisiert und neue Enthüllungen über den schon damals tobenden Krieg in der Ostukraine angekündigt.

Kreml-Chef Putin könnte wegen Verlusten im Ukraine-Krieg Rückhalt verlieren

Noch haben viele russische Politiker Angst vor dem Kreml-Chef. Doch es gibt auch Anzeichen einer Gegenbewegung. Seit geraumer Zeit gibt es Gerüchte um einen Sturz des Kreml-Chefs, sollte Russland den Krieg gegen die Ukraine verlieren. Zu den strikten Verbündeten Putins zählt derzeit die Wagner-Gruppe, die unter Führung von „Putins Koch“ Jewegeni Prigoschin gegen die ukrainischen Truppen kämpft. Putin hat für die Rekrutierung der Söldner-Truppe wohl auch Häftlinge heimlich begnadigt. (bohy)

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