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Mozart gegen Wagner: Söldnertruppe bereitet ukrainische Rekruten für die Front vor

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Von: Karolin Schäfer

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Die Söldnertruppe Mozart hat es sich zur Aufgabe gemacht, ukrainische Rekruten für die Front im Ukraine-Krieg vorzubereiten.

Kiew – Während die berüchtigte Söldnertruppe Wagner im Ukraine-Krieg Seite an Seite mit dem russischen Militär kämpft, gibt es auf der Gegenseite eine Gruppe, die ukrainische Rekruten trainiert. Diese unterscheidet sich wesentlich von Wladimir Putins Privatarmee.

Das brutale Image der Wagner-Söldner ist unumstritten. Berichte zeigten in den vergangenen Wochen grausame Hinrichtungen und die Rekrutierung von Insassen russischer Gefängnisse für den Krieg. Dabei ist Putins Privatarmee nicht nur in die Eskalationen in der Ukraine verwickelt, auch in anderen Ländern werden ihnen schwere Kriegsverbrechen vorgeworfen.

News zum Ukraine-Krieg: Mozart-Trupp bildet ukrainische Rekruten aus

Die Söldnertruppe Mozart in der Ukraine dagegen scheint weniger laut in der Öffentlichkeit aufzutreten. Acht erfahrene Ex-Soldaten sollen im Donbass innerhalb eines zehntägigen Intensivkurses 40 neue ukrainische Rekruten trainieren, berichtete The Guardian. Insgesamt gehören der Gruppe 20 bis 30 Männer an.

Nicht nur Russland, auch auf ukrainischer Seite gibt es herbe Verluste. Rekruten, die seit Kriegsbeginn an die Front strömen, sind nicht alle ausreichend ausgebildet. An dieser Stelle will der Mozart-Trupp ansetzen. Der Name ist dabei nicht zufällig gewählt, sondern als musikalische Anspielung auf die Wagner-Gruppe entstanden, informierte The Guardian.

News zum Ukraine-Krieg: Die Aufgabe der Mozart-Gruppe

Der pensionierte ehemalige US-Militär Andy Milburn sagte gegenüber der Zeitung, er sei anfangs „etwas zwiegespalten gewesen, was die Verwendung des Namens“ der Mozart-Gruppe angehe, aber jetzt habe er sich „als Marke durchgesetzt“. Der rechtsradikale Gründer Dmitri Utkin führte für seinen Kampftrupp den Namen Wagner ein, da er eine besondere Vorliebe für die Musik Richard Wagners hatte, die auch die deutschen Nationalsozialisten für ihre Zwecke nutzten.

Mozart gründete sich kurz nach der Schlacht um Kiew zu Beginn des Ukraine-Krieges. Milburn trommelte erfahrene Freiwillige, aus den USA, Großbritannien, Irland und anderen westlichen Ländern, zusammen, um ukrainische Rekruten auszubilden.

Ein ukrainischer Soldat hält Wache im Zentrum von Cherson, das von den russischen Invasoren befreit wurde.
Ein ukrainischer Soldat hält Wache im Zentrum von Cherson, das von den russischen Invasoren befreit wurde. © Nina Liashonok/imago

News zum Ukraine-Krieg: Mozart kein „Gegenstück zur Wagner-Gruppe“

Die Rekruten werden hinsichtlich Gefechtstaktiken, Waffenhandhabung und Treffsicherheit trainiert. Die Männer seien zwischen 20 und 50 Jahren alt und in allen Fitnessniveaus vertreten, berichtete The Guardian. Milburn betonte allerdings, man sei kein „Gegenstück zur Wagner-Gruppe. Was wir tun, ist etwas ganz anderes.“ Die zum größten Teil von privaten US-Spendern finanzierte Gruppe bildet nicht nur aus, sondern leisten auch humanitäre Hilfe.

Geübt für den Krieg wird direkt an der Frontlinie. Man könne nicht riskieren, dass die Soldaten zu weit vom Schlachtfeld entfernt seien. „Die ukrainische Regierung will nicht zugeben, dass der größte Teil ihres Militärs nicht wirklich ausgebildet ist“, sagte der ehemalige Rettungssanitäter Dathan, der 23 Jahre lang dem irischen Militär diente und sich Mozart im Mai anschloss. „Aber sie versuchen, die Russen zu bekämpfen, die zum Glück auch nicht ausgebildet sind.“

Selbst kämpfen die Mozart-Söldner nicht an der Front. Sobald sie in Kämpfe verwickelt werden, wären sie nicht mehr Teil der Gruppe, erklärte Milburn. „Es gibt eine sehr klare Linie.“ Seit Beginn des Krieges schließen sich den ukrainischen Streitkräften immer wieder Freiwillige aus dem Ausland an. (kas)

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