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Ukraine-Krieg: Russland schickt Moskwa-Überlebende zurück in den Krieg

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Von: Sandra Kathe

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Das Kriegsschiff Moskwa ist im April 2022 bei einem Angriff der ukrainischen Armee ausgebrannt und gesunken. Nun soll seine überlebende Besatzung zurück in den Einsatz. (Archivbild)
Das Kriegsschiff Moskwa ist im April 2022 bei einem Angriff der ukrainischen Armee ausgebrannt und gesunken. Nun soll seine überlebende Besatzung zurück in den Einsatz. (Archivfoto) © Handout/AFP

Weil ihre wehrdienstpflichtigen Söhne erneut in den Krieg geschickt werden sollen, schreiben Eltern von Überlebenden der gesunkenen Moskwa einen Protestbrief.

Moskau – Nach dem Sinken des russischen Flaggschiffs Moskwa beim Kriegseinsatz im Schwarzen Meer am 13. April sollen überlebende Besatzungsmitglieder laut Berichten der Kreml-kritischen Zeitung Novaya Gazeta im Juni erneut in den Krieg geschickt werden. Die Zeitung zitiert dabei einen Brief, den offenbar Eltern vom Einsatzbefehl betroffener Wehrdienstleistender geschrieben hatten. Diese gaben darin an, ihre Söhne seien zum Kriegsdienst auf die Fregatte Ladny beordert worden.

Dagegen erhoben die Eltern von 49 Soldaten nun im Rahmen eines Briefs ihre Stimme, der laut Novaya Gazeta an den Menschenrechtskommissar der russischen Regierung, den Militärstaatsanwalt in der besetzten Krim-Region sowie eine Organisation für Soldatenmütter adressiert worden sei. In dem Schreiben werfen die Eltern der Regierung in Russland auch vor, ihre Söhne als Wehrdienstleistende unrechtmäßig in den Krieg zu schicken.

„Psychologisch traumatische Situation“: Eltern gegen Kriegseinsatz von Moskwa-Soldaten

Dass die jungen Männer nach der „psychologisch traumatischen Situation“ auf der Moskwa erneut im Rahmen der „militärischen Sonderoperation“ in Kampfeshandlungen involviert würden, prangern die Autor:innen des Briefs als „inakzeptabel“ an. In Folge des „Unfalls“ auf der Moskwa seien viele der überlebenden Wehrdienstleistenden traumatisiert. Die 1981 in Dienst gestellte Ladny hielten sie außerdem für „nicht einsatzfähig“ und „reparaturbedürftig“.

Während das Militär der Ukraine angab, mit einem Angriff selbst am Untergang der Moskwa beteiligt gewesen zu sein, spricht der Kreml von einem Brand an Bord als Auslöser der Havarie. Offiziellen Stellungnahmen aus Moskau habe es nach dem Vorfall ein Todesopfer und 27 Vermisste gegeben. Unabhängige Rechercheteams sprachen von rund 40 Toten und 100 Verwundeten auf dem Schiff, das für eine 510 Mann starke Besatzung ausgelegt ist.

Wehrdienstpflichtige im Ukraine-Krieg: Probleme für protestierende Eltern

Der Einsatz von Wehrdienstpflichtigen führt seit Beginn des Ukraine-Kriegs immer wieder zu leisen Protesten in Russland. Russlands Machthaber Wladimir Putin, der zu Anfang noch behauptet hatte, keine Wehrdienstpflichtigen einzusetzen, hatte diese Behauptung bereits einen Tag nach seinem Dementi widerrufen. Das Nachrichtenportal The Moskow Times berichtet von Fällen, bei denen Eltern, die gegen die Kriegseinsätze ihrer wehrdienstpflichtigen Söhne öffentlich protestiert hatten, von russischem Sicherheitspersonal verhört worden sind. (ska)

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