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Frische Waffen für Russland? Zug aus Nordkorea überquert Grenze

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Von: Karolin Schäfer

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Der Ukraine-Krieg zehrt an russischen Munitions- und Waffenvorräten. Die USA gehen davon aus, dass Russland Nachschub aus Nordkorea bekommt.

Moskau – Russlands Waffen-Vorräte im Ukraine-Krieg neigen sich dem Ende zu. Auch, weil die ukrainischen Verteidiger immer wieder russische Munitionsdepots und Transportwege beschießen. Gleichzeitig erschweren die westlichen Sanktionen den Einkauf auf dem Weltmarkt.

US-Geheimdienstakten, die der New York Times vorliegen, wiesen darauf hin, dass Russland Raketen und Artilleriegeschosse aus Nordkorea kauft. Satellitenaufnahmen sollen nun bestätigten, dass ein Zug von Nordkorea nach Russland gefahren sein soll. An Bord soll sich Munition für den Ukraine-Krieg befunden haben.

Auch der Iran gab kürzlich zu, dass man Drohnen für Wladimir Putins Feldzug geliefert habe. Dies hatte die Regierung in Teheran bis zuletzt bestritten.

News zum Ukraine-Krieg: Zug aus Nordkorea passiert Grenze nach Russland

Der Zug soll am Freitagnachmittag (04. November) die Grenze nach Russland überquert haben, informierte der Thinktank 38 North, der die Entwicklungen in Nordkorea im Blick hält. Dies sei der erste Verkehr, der seit Jahren auf dieser Strecke beobachtet wurde. Zwar ließe sich die Ware des Zuges anhand der Bilder nicht identifizieren, „aber die Überfahrt erfolgt inmitten von Berichten über Waffenverkäufe von Nordkorea nach Russland und der allgemeinen Erwartung, dass der Handel zwischen den beiden Ländern wieder aufgenommen wurde“, heißt es in dem Bericht.

Ukraine-Krieg: Zug aus Nordkorea in russischem Gebiet beobachtet

Die Grenze zwischen Nordkorea und Russland ist nur 17 Kilometer lang. Die einzige Landverbindung bildet die Brücke der koreanisch-russischen Freundschaft über den Fluss Tumen. Mit Beginn der Corona-Pandemie wurde die Grenze geschlossen.

Dem Bericht zufolge sei am Freitagmorgen um 10:24 Uhr ein Zug mit drei Waggons auf der koreanischen Seite gesichtet worden, gegen 13:10 Uhr hätten Satelliten denselben Zug hinter russischen Linien aufgenommen. Um 14:29 Uhr sei der Zug dann kurz nach der Grenze am russischen Bahnhof Chassan beobachtet worden. Den Satellitenbildern zufolge befanden sich zu diesem Zeitpunkt drei kleinere Waggons neben dem Zug aus Nordkorea. Ob hier Waffen umgeladen wurden, konnte die Thinktank-Initiative aber nicht feststellen. „Die abgestellten Züge standen möglicherweise in keinem Zusammenhang.“

Ukraine-Krieg: Nordkorea bestreitet Waffenlieferungen an Russland

Die USA gehen währenddessen davon aus, dass Nordkorea seine Transporte an Russland zur Tarnung durch den Nahen Osten und Nordafrika schickt, teilte John Kirby, Sprecher im Weißen Haus, am Mittwoch (02. November) mit. Pjöngjang dementierte bislang, je Waffen oder Munition an Russland geliefert zu haben, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Russland transportierte zu Beginn des Krieges schweres Kampfgerät, Munition und Treibstoff in die Ukraine. Jetzt soll es Nachschub aus Nordkorea geben. (Archivbild)
Russland transportierte zu Beginn des Krieges schweres Kampfgerät, Munition und Treibstoff in die Ukraine. Jetzt soll es Nachschub aus Nordkorea geben. (Archivbild) © dpa

Dabei soll es 38 North zufolge nicht der ersten Zug gewesen sein, der die Grenze kürzlich passierte. Bereits Anfang der Woche habe ein Zug offenbar dieselbe Strecke zurückgelegt. Laut russischen Zollbehörden soll es sich aber um einen Pferdetransport gehandelt haben. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un gilt als begeisterter Pferdenarr. Laut Reuters hat Nordkorea in den vergangenen Jahren Tausende Dollar für Vollblutpferde aus Russland ausgegeben. (kas)

Auch dem Westen geht im Ukraine-Krieg allmählich die Munition aus. Die ersten Nationen befürchten, dass sie bald nicht mehr genug zur eigenen Verteidigung haben.

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