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Wie sich die Ukraine Putins September-Frist zunutze macht

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Von: Karolin Schäfer

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Ein Teddybär liegt auf einem Haufen, während im Hintergrund Rettungskräfte an einem zerstörten Gebäude in Charkiw arbeiten, das durch einen Raketenangriff des russischen Militärs schwer beschädigt wurde. (Archivbild)
Ein Teddybär liegt auf einem Haufen, während im Hintergrund Rettungskräfte an einem zerstörten Gebäude in Charkiw arbeiten, das durch einen Raketenangriff des russischen Militärs schwer beschädigt wurde. (Archivbild) © David Ryder/dpa

Putins Frist läuft ab. Bis zum 15. September soll Russland Landgewinne in Donezk erzielen. Das nutzen die ukrainischen Verteidiger jetzt für eine Gegenoffensive.

Kiew – Eigentlich hatte Kreml-Chef Wladimir Putin mit der russischen Invasion am 24. Februar in die Ukraine auf einen schnellen Sieg gehofft. Nach mehr als sechs Monaten fordert der Ukraine-Krieg noch immer zahlreiche Opfer. Doch an der Frontlinie gibt es derzeit kaum Bewegung.

Stattdessen meldeten die ukrainischen Verteidiger eine Gegenoffensive im strategisch wichtigen Cherson, die erste Großstadt, die Russland zu Beginn des Krieges eingenommen hatte. Auch in der nordöstlichen Region Charkiw sowie der gleichnamigen Stadt geraten die russischen Streitkräfte zunehmend unter Druck.

News im Ukraine-Krieg: Putins Frist läuft ab – Verteidiger starten Gegenangriff

Putin hat Medienberichten zufolge seinem Militär eine Frist bis zum 15. September gesetzt, um im Nachbarland bis zu den Verwaltungsgrenzen der Region Donezk Landgewinne zu erzielen. Angesichts dessen müssen die russischen Truppen ihre Kampfkraft verstärkt im Osten bündeln. Das hat die ukrainische Armee offenbar für einen großangelegten Gegenangriff genutzt, wie das US-amerikanische Institute for the Study of War (ISW) am Donnerstag (08. September) berichtete.

So sollen die Verteidiger im Bezirk Balaklija bis zu 50 Kilometer hinter die feindlichen Linien vorgedrungen sein, berichtete Oleksiy Hromov, Vertreter des ukrainischen Generalstabs. Dabei seien etwa 20 Siedlungen und 700 Quadratkilometer Fläche zurückerobert worden. Unabhängig prüfen lässt sich das bisher nicht. Offenbar war das russische Militär in dieser Region „aufgrund früherer Einsätze zur Unterstützung um die Einnahme des restlichen Gebiets Donezk und zur Unterstützung der Südachse wahrscheinlich unterlegen“, schrieb das ISW.

Ukraine-Krieg: Russland rüstet offenbar in der Region Charkiw auf

Moskau hat sich bislang noch nicht zu den Vorstößen in und um Charkiw geäußert. Nach Einschätzung des Instituts versuche Russland aber nun, militärische Verstärkungen in das Gebiet zu schicken, um die ukrainischen Vorstöße abzuwehren.

News zum Ukraine-Krieg: Putins Frist – russische Truppen machen kaum Fortschritt

Allerdings sei es „höchst unwahrscheinlich“, dass Russland die von Putin befohlenen Vorstöße in Donezk bis zum Stichtag erzielen werde, zitierte das US-Magazin Newsweek das britische Verteidigungsministerium. „Trotz seiner Bemühungen, die jüngsten ukrainischen Offensivaktionen einzudämmen, bleiben Russlands Hauptanstrengungen in der Ukraine mit ziemlicher Sicherheit seine Offensivoperation in Donezk“, hieß es weiter. Hier kämen die russischen Truppen nur langsam voran.

Russland strauchelt, denn nicht nur die zahlreichen Verluste und Gegenoffensiven schwächen die russische Armee. Mangelnde Versorgung und Moral der Soldaten sowie unzureichende Ausbildung führen zu Befehlsverweigerungen im Ukraine-Krieg. (kas)

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