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Putins Bluthund: Kadyrows Pläne für Russlands Sieg in der Ukraine

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Von: Andreas Apetz

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Rasam Kadyrow, Staatschef von Tschetschenien
Ramsan Kadyrow, Staatschef von Tschetschenien. (Archivfoto) © ITAR-TASS/Imago Images

Auf Telegram ruft Putins Bluthund Ramsan Kadyrow zur Selbst-Mobilisierung auf. Es brauche noch mehr Truppen, um den Krieg zu gewinnen.

Moskau – Seit Anfang September erobert die Ukraine Stück für Stück die Regionen um Charkiw zurück. Auch im Rest des Landes fruchten die Gegenoffensivaktionen der ukrainischen Streitkräfte. Russland steht immer mehr unter Druck. Ramsan Kadyrow, tschetschenischer Staatschef und enger Verbündeter von Wladimir Putin, hat nun seinen Plan für die Wende im Ukraine-Krieg verraten.

Laut dem US-amerikanischen Nachrichtenportal Newsweek hat der tschetschenische Diktator auf Telegram mitgeteilt, er würde sofort 85.000 freiwillige Soldaten auf das Schlachtfeld schicken, oder ein „Minimum“ von 1.000 ausgebildeten Soldaten aus jeder Region.

Kadyrows Plane für die Wende im Ukraine-Krieg

Nach Kadyrows Einschätzungen stelle die Rekrutierung freiwilliger Soldaten kein großes Problem dar. „Das Oberhaupt jeder Region Russlands muss heute seine Bereitschaft beweisen, dem Staat zu helfen“, sagte Kadyrow am Donnerstag (15. September) auf Telegram. Die aktuellen Probleme bei der Durchführung der russischen „Spezialoperation“ könnten in kürzester Zeit gelöst sein, fügte Kadyrow hinzu.

Seiner Meinung nach seien 1.000 Freiwillige pro Region „keine so große Zahl“. Um diese Menge an Streitkräften zu mobilisieren, müsste der Kreml noch nicht einmal das Kriegsrecht ausrufen. Damit widerspricht sich Kadyrow selbst. In einem Video, welches weniger als 24 Stunden zuvor – am Mittwoch – auf Telegram veröffentlicht wurde, forderte der tschetschenische Staatschef die Verhängung des russischen Kriegsrechts zur Einführung von Zwangsmobilisierungen.

Ukraine-Krieg: Russlands Siegessicherheit schwindet

In seinem Statement vom Mittwoch spricht sich für Kadyrow für das Kriegsrecht und eine mögliche Generalmobilmachung aus. Außerdem appelliert er an den freiwilligen Einsatz im Ukraine-Krieg. „Wenn Sie mich fragen, würde ich das Kriegsrecht ausrufen und jede Gelegenheit nutzen, um diesem Abschaum [in der Ukraine] ein Ende zu setzen“, wird Kadyrow vom lettischen Nachrichtendienst Meduza zitiert. „Wir dürfen nicht darauf warten, dass die Führung unseres Landes eine Mobilisierung ankündigt. Jede Region sollte die Kräfte, Mittel und Möglichkeiten, die ihr zur Verfügung stehen, miteinbringen. [Alle müssen] anbieten, was sie haben, um unser Militär zu unterstützen.“

Die Rufe nach zusätzlichen Truppen sind die Folge der erfolgreichen ukrainischen Gegenoffensive. Russlands siegessichere Euphorie scheint nun langsam in Pessimismus umzuschwenken. Sogar kremltreue Anhänger:innen äußern sich nun kritisch gegenüber den Erfolgschancen der „Spezialoperation“. So sagte der ehemalige Parlamentsabgeordnete Boris Nadeschdin im russischen Staatsfernsehen, dass ein Sieg unmöglich werde, und forderte, dass Putin entweder die volle Mobilisierung durchführt oder mit den Friedensverhandlungen beginnt.

Ramsan Kadyrows Streitkräfte kämpfen bereits seit 2014 für Russland im Osten der Ukraine. Derzeit sollen sich rund 1.000 tschetschenische Söldner dort befinden. Erst vor kurzem kündigte Kadyrow an, sich für „unbestimmte“ Zeit aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Die Hintergründe dazu sind unklar. (aa)

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