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Ukraine-Krieg: Russland rückt im Donezk vor - Kritik an „strategischen Fehlern“

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Von: Teresa Toth, Caspar Felix Hoffmann, Niklas Kirk, Tim Vincent Dicke, Daniel Dillmann, Tanja Banner, Vincent Büssow, Nail Akkoyun, Lucas Maier

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Präsident Selenskyj besucht Cherson. Russland rückt im Donezk vor. Alle Neuigkeiten aus dem Ukraine-Krieg im News-Ticker.

Dieser News-Ticker wird hiermit beendet. Alle weiteren Neuigkeiten und militärischen Entwicklungen im Ukraine-Krieg finden Sie in unserem neuen Ticker.

+++ 09.30 Uhr: „Wahrscheinlich haben sie (Russland) sich vorgestellt, den Widerstand des ukrainischen Volkes zu brechen, Europa zu teilen: Das ist nicht der Fall, und sie haben eine Reihe strategischer Fehler gemacht“, die französische Außenministerin Catherine Colonna im Interview mit Le Parisien.

Die Rückeroberung der Stadt Cherson sei ein Schritt zur Wiederherstellung der Souveränität der Ukraine, so Colonna. Russland müsse sein Unrecht erkennen und das Militär aus dem Nachbarland zurückziehen, sagte die Politikerin.

News aus dem Ukraine-Krieg: Russland konzentriert sich auf Donezk

+++ 07.15 Uhr: Nachdem die Truppen aus Moskau aus Cherson zurückgedrängt wurden, scheint es wahrscheinlich, dass diese sich stärker auf die Region Donezk konzentrieren. Das geht aus dem neuen Untersuchungsupdate des Institute for the Study of War (ISW) hervor.

Zuletzt hatten Streitkräfte aus Russland Gebietsgewinne in der Region Donezk verkündet, so das Institut. Nach Einschätzung des ISW dürften diese derzeit jedoch keine signifikanten Ausmaße haben.

Der Einschätzung des US-Verteidigungsministerium nach, verschanzen sich Truppen aus Russland nach der Niederlage in Cherson auf der gegenüberliegenden Seite des Dnipro, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) schreibt. „Unsere aktuelle Einschätzung ist, dass sie die Absicht haben, dieses Territorium unter ihrer Kontrolle zu behalten“, so ein Pentagon Vertreter gegenüber der dpa. Er sprach von zehntausenden russischen Kämpfer.

News aus dem Ukraine-Krieg: Kiew erobert Gebiete zurück

Update vom Dienstag, 15. November, 06.40 Uhr: Die Ukraine erobert immer mehr Gebiete zurück, die noch vor kurzem von Russland besetzt waren. Für Mychailo Podoljak, einem Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, jedoch kein Grund zur Entspannung, wie er gegenüber der österreichischen Tageszeitung Der Standard sagte. Verhandlungen unter den momentantenen Bedingungen schließt Podoljak aus.

„Alle russischen Offiziellen, einschließlich des Außenministers, sprechen nicht von Verhandlungen, sondern von einer operativen Pause, um sich neu zu formieren und umzustrukturieren“, so der Präsidentenberater. Um Verhandlungen möglich zu machen, müsste sich alle russischen Streitkräfte vom Territorium der Ukraine zurückziehen, so die Bedingung der Ukraine, wie Podoljak gegenüber Der Standard sagte.

Zuletzt hatte der Hohe Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Josep Borrell, klargestellt, dass es alleine die Entscheidung der Ukraine sei, ob und wann sie sich auf Verhandlungen mit Russland einlässt.

Russland muss für Kriegsschäden aufkommen

+++ 22.36 Uhr: Die UN-Vollversammlung hat am Montag eine Resolution verabschiedet, nach der Russland für die durch seinen Einmarsch in die Ukraine entstanden Kriegsschäden aufkommen soll. Die Resolution fordert, dass Russland „für alle Verletzungen“ des Völkerrechts und der UN-Charta in der Ukraine „zur Rechenschaft gezogen“ wird und „die rechtlichen Folgen aller seiner völkerrechtswidrigen Handlungen trägt, einschließlich der Wiedergutmachung materieller und menschlicher Schäden“.

+++ 21.17 Uhr: Russland verhängt 100 kanadische Politiker:innen, Wissenschaftler:innen, Künstler:innen und Unternehmer:innen mit Sanktionen, wie ntv berichtet. Darunter seien auch belegt Hollywood-Schauspieler Jim Carrey und die Schriftstellerin Margaret Atwood, heißt es.

Ukraine-Krieg: USA verhängen Sanktionen

+++ 19.55 Uhr: Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine haben die USA neue Sanktionen gegen eine Reihe von Unternehmen verhängt. Die US-Regierung wirft ihnen vor, Moskau bei der Beschaffung von Waffen zu helfen und damit den Krieg zu unterstützen. Konkret geht es um ein russisches Unternehmen, das auf die Herstellung und Produktion von Mikroelektronik spezialisiert ist sowie um drei mit der Firma in Verbindung stehende Firmen - in Armenien, Taiwan und der Schweiz.

Ein russisches Kriegsschiff nimmt im Jahr 2020 an einer Marineübung mit Teststarts von nuklearfähigen Kinzhal- und Kalibr-Raketen im Schwarzen Meer vor der Küste der Krim teil – beobachtet vom russischen Präsidenten Putin.
Mangelt es Russland im Ukraine-Krieg plötzlich an Raketen? (Archivbild) © Alexei Druzhinin/dpa

+++ 17.52 Uhr: Der Chef des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, William Burns, hat in der türkischen Hauptstadt Ankara den russischen Geheimdienstchef Sergej Narischkin getroffen. Bei dem Gespräch wollte Burns den Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR am Montag vor den „Konsequenzen eines russischen Atomwaffeneinsatzes“ in der Ukraine warnen, wie der Nationale Sicherheitsrat der USA erklärte.

+++ 16.33 Uhr: Nato-Chef Jens Stoltenberg hat bekräftigt, dass ausschließlich die Ukraine über mögliche Friedensverhandlungen mit Russland entscheidet. Es sei nicht Sache der westlichen Partner, die Ukraine zu Verhandlungen zu drängen. „Nur die Ukraine entscheidet, was für sie akzeptable Bedingungen sind“, sagte Stoltenberg in Den Haag. Es sei die Aufgabe der Nato-Partner, das Land weiter zu unterstützen.

News zum Ukraine-Krieg: 377 Sprengkörper entschärft

+++ 9.55 Uhr: Der Gouverneur von Tschernihiw, Wjatscheslaw Tschaus, teilte auf Telegramm mit, dass in der letzten Woche 377 Sprengkörper in der Region entschärft worden seien. Die Region Tschernihiw liegt nördlich von Kiew und war eines der Gebiete, die Russland im Februar von Weißrussland aus bei seinem gescheiterten Versuch, die ukrainische Hauptstadt einzunehmen, angriff.

Ukraine-Krieg: Selenskyj berichtet von „Gräueltaten“ in Cherson

Update vom Montag, 14. November, 04.40 Uhr: Nach dem Rückzug russischer Truppen aus Cherson hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von „Gräueltaten“ der Soldaten in der Region berichtet. „Die Leichen von Getöteten wurden gefunden: von Zivilisten und Soldaten“, sagte Selenskyj in seiner täglichen Viodebotschaft am Sonntagabend. In der Region Cherson habe die russische Armee die „gleichen Gräueltaten“ begangen „wie in anderen Teilen unseres Landes, in die sie eindringen konnte“.

Der ukrainische Staatschef kündigte an, „jeder Mörder“ werde „gefunden und vor Gericht gestellt“. 400 russische „Kriegsverbrechen“ seien dokumentiert worden, fügte er hinzu. Ob sich diese Zahl allein auf die Region Cherson bezog, sagte er nicht.

Ukraine-Krieg: Russland verlegt Truppen und baut Befestigungsanlagen um Melitopol

+++ 18.40 Uhr: Wie der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte auf Facebook mitteilt, verlegen die russischen Streitkräfte mehr Truppen und bauen Befestigungsanlagen um Melitopol (Oblast Saporischschja). Nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte verringert Russland dafür die Zahl der Truppen in den besetzten Gebieten Kachowka, Tawrijsk und Nowa Kachowka (Oblast Cherson).

+++ 16.45 Uhr: Nachdem die Armee der Ukraine große Teile des von Russland besetzt gehaltenen Cherson zurückerobert hat, meldete sich nun Jaroslaw Januschewytsch, der Gouverneur des Gebiets, mit einer Videobotschaft an die Bevölkerung. Der Gouverneur bittet in dem Video die Menschen darum, sich nicht im Zentrum von Cherson zu versammeln.

„Der Feind hat fast alles (in Cherson) vermint. Bitte vermeiden Sie überfüllte Orte“, sagte Januschewytsch. Zudem kündigte er an, dass die Gasversorgung in befreiten Gebieten wieder hergestellt werden würde.

Update vom Sonntag, 13. November, 6.30 Uhr: Wenige Tage nach dem Rückzug der russischen Truppen sind Vertreter der ukrainischen Gebietsverwaltung und von Sicherheitsorganen in die befreite Stadt Cherson im Süden des Landes zurückgekehrt. So hätten etwa Polizei und Geheimdienst ihre Arbeit in Cherson schon wieder aufgenommen, sagte Gouverneur Jaroslaw Januschewytsch in einem Video, das ihn im Zentrum der Gebietshauptstadt zeigte. Eine der Hauptaufgaben bestehe derzeit darin, die Region von Minen zu räumen, so Januschewytsch.

Erstmeldung vom Freitag, 11. November: Cherson – Im Ukraine-Krieg ist es den Verteidigern offenbar gelungen, die Großstadt Cherson zurückzuerobern. Das gab das ukrainische Verteidigungsministerium laut dem Nachrichtenportal Kyiv Independent bekannt. „Cherson gehört wieder zur Ukraine, unsere Streitkräfte haben die Stadt betreten“, so das Statement aus Kiew.

Die noch in der Stadt befindlichen Soldaten Russlands wurden aufgefordert, sich umgehend zu ergeben. Dies sei die einzige Möglichkeit, den eigenen Tod zu verhindern. „Jeder russische Soldat, der Widerstand leistet, wird zerstört“, so die Drohung im Wortlaut.

News zum Ukraine-Krieg: Kiews Artillerie nun in Position

Auf Bildern, die unterer anderem auf dem Kurznachrichtendienst Telegram verbreitet wurden, waren angeblich Soldaten zu sehen, die die ukrainische Flagge im Stadtzentrum Chersons hissten. Diese Bilder lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Ebenfalls am heutigen Freitag hatte aber auch das russische Verteidigungsministerium bekannt gegeben, die russischen Streitkräfte hätten sich im Ukraine-Krieg vollends aus Cherson zurückgezogen.

Cherson gilt als strategisch wichtige Stadt im Ukraine-Krieg. Durch die Eroberung der Stadt an den Ausläufern des Flusses Dnepr dürfte es den Truppen Kiews leichter fallen, Truppen im Süden des Landes zu verschieben.

Außerdem bringt die Kontrolle Chersons die ukrainische Artillerie in Reichweite, wichtige Nachschubrouten der russischen Armee unter Beschuss zu nehmen – vor allem dank moderner Waffen, die Kiew vom Westen zur Verfügung gestellt bekommt. Erst am Donnerstag hatte das Pentagon moderne Waffensysteme im Wert von 400 Millionen US-Dollar aus den USA für die Ukraine zugesagt. Darin enthalten soll auch Munition für HIMARS-Artilleriesysteme sein. (dil/nak mit dpa)

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