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Giffeys Telefonat mit falschem Klitschko: Russische Komiker bekennen sich zu Anruf

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Von: Tobias Utz, Kathrin Reikowski

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Giffey und Klitschko
Ein von der Senatskanzlei in Berlin zur Verfügung gestelltes Foto zeigt das Fake Videotelefonat zwischen einem vorgeblichen Vitali Klitschko mit Berlins Regierender Bürgermeisterin Franziska Giffey. © Senatskanzlei Berlin / dpa

Berlins Bürgermeisterin Giffey fiel kürzlich auf einen angeblichen Anruf aus Kiew herein. Nun melden sich zwei russische Komiker zu Wort.

Update vom Mittwoch, 29. Juni, 11.30 Uhr: Ein Comedy-Duo aus Russland steckt angeblich hinter den gefälschten Anrufen bei europäischen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern. Vladimir Krasnov und Alexei Stolyarov, unter den Künstlernamen „Vovan“ und „Lexus“ bekannt, behaupteten gegenüber dem ARD-Magazin Kontraste, dass sie als gefälschter Vitali Klitschko unter anderem bei Berlins regierender Bürgermeisterin Franziska Giffey angerufen hätten. Ziel gefälschter Klitschko-Anrufe wurden auch die Stadtoberhäupter von Budapest, Madrid, Warschau und Wien, wie mittlerweile publik wurde. Giffey hatte sich beispielsweise rund 30 Minuten mit dem falschen Klitschko ausgetauscht, ehe der Betrug auffiel. „Ich will nicht verraten, wie wir es angestellt haben, aber es war leicht“, sagte Stolyarov dem Magazin. Belege für die Behauptungen der beiden russischen Komiker gibt es bislang nicht. Sie lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Erstmeldung vom Samstag, 25. Juni, 09.00 Uhr: Berlin – Ein Telefonat zwischen Berlins Regierender Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) und Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko, der im Ukraine-Krieg Kontakt zu internationalen Politikern pflegt: Das hatte der Berliner Senat für den Freitagabend (24. Juni) angekündigt. Am Abend hieß es dann jedoch auf dem Twitter-Account: „Zum angekündigten Gespräch mit Bürgermeister Klitschko: Der Verlauf des Gesprächs und die Themensetzung haben auf Berliner Seite ein Misstrauen hervorgerufen. Das Gespräch wurde vorzeitig abgebrochen.“

„Die erste Viertelstunde war völlig unauffällig“, sagte Senats-Sprecherin Lisa Frerichs anschließend. „Der vermeintliche Herr Klitschko hat gefragt, wie es uns mit den vielen ukrainischen Flüchtlingen geht, wie wir damit umgehen, wie die Zahlen sind, ein ganz normales Gespräch, wie wir es erwartet hatten.“ Das Gespräch per Videokonferenz zum Thema Zusammenarbeit der beiden Städte sei bereits lange vorher verabredet worden, wie merkur.de berichtet.

News zum Ukraine-Krieg: Giffey wird bei Telefonat mit angeblichem Klitschko misstrauisch

Dann seien aber einige Themen angesprochen worden, die Giffey misstrauisch gemacht hätten. „Es ging einmal darum, dass er sich auf ein angebliches Gespräch mit Botschafter (Andrij) Melnyk bezogen und gefragt hat, wie wir das sehen, dass so viele Ukrainerinnen und Ukrainer sich Sozialleistungen in Berlin erschleichen wollten“, sagte Frerichs.

„Und es gab die Bitte, dass wir durch unsere Behörden unterstützen mögen, dass gerade junge Männer in die Ukraine zurückgehen, um dort zu kämpfen.“ Das letzte Thema sei dann noch auffälliger gewesen: „Er hat gefragt, ob wir Kiew beratend unterstützen könnten, eine Art CSD (Christopher Street Day) auszurichten. Das war angesichts des Krieges schon mehr als seltsam.“ Die Verbindung sei dann beendet worden oder abgebrochen.

News zum Ukraine-Krieg: Senatskanzlei geht von „Deep Fake“ aus – Häme im Netz für Giffeys Mitarbeiter

Die Senatskanzlei geht von einer digitalen Manipulation aus: „Allem Anschein nach haben wir es mit Deep Fake zu tun“, sagte Frerichs. Es habe keinen Hinweis darauf gegeben, nicht mit einer realen Person zu sprechen. „Es saß uns jemand gegenüber, der genau so aussah wie Vitali Klitschko, der sich so bewegt hat.“ Inzwischen sei die Polizei eingeschaltet. „Deep Fakes“ sind anspruchsvolle technische Manipulationen, die oft nur von Fachleuten aufgedeckt werden können.

Im Netz muss die Berliner Stadtregierung Häme aushalten: „Wurde der geplante Gesprächstermin nicht überprüft?“, fragt ein User. Andere halten den Vorfall für typisch Berlin – und sind gespannt, ob die Inhalte des Gesprächs öffentlich gemacht werden. „Vorzeitig, nach 40 Minuten? Das hat keiner vorher gemerkt oder auch mal überprüft?“, will ein anderer Nutzer wissen.

Auf Twitter teilte die Senatskanzlei am Freitag mit, ein Gespräch mit Melnyk, dem ukrainischen Botschafter in Deutschland, habe bestätigt, dass Giffey nicht mit Klitschko verbunden gewesen sei. „Es gehört leider zur Realität, dass der Krieg mit allen Mitteln geführt wird“, wird Giffey in dem Tweet zitiert. „Auch im Netz, um mit digitalen Methoden das Vertrauen zu untergraben und Partner und Verbündete der Ukraine zu diskreditieren.“ (kat/tu mit dpa)

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