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Berlusconi ist von Putin „zutiefst enttäuscht“

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Von: Sandra Kathe

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Das Verhältnis von Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi und Wladimir Putin galt lange Zeit als freundschaftlich. Nun übt Berlusconi offen Kritik an Putin.
Das Verhältnis von Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi und Wladimir Putin galt lange Zeit als freundschaftlich. Nun übt Berlusconi offen Kritik an Putin. (Archivfoto) © Alexey Nikolsky/AFP

Erstmals seit Beginn der Invasion durch Russland hat sich Italiens Ex-Ministerpräsident Berlusconi zur Lage in der Ukraine – mit Kritik gegen Putin.

Rom – Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine wirft der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi dem russischen Militär vor, Kriegsverbrechen verübt zu haben. Von seinem früheren engen politischen Weggefährten Wladimir Putin sei der 85-Jährige „zutiefst enttäuscht und traurig“, betonte Berlusconi bei einer Rede vor Abgeordneten seiner Partei Forza Italia am Samstag (09.04.2022).

Bislang hatte Berlusconi es vermieden, sich kritisch zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu äußern. Vor den Vertreter:innen seiner Partei sagte der italienische Politiker, er habe Anfang des Jahrtausends, als er Regierungschef war, noch gehofft, dass sich Russland Europa zuwendet. „Ich habe ihn vor 20 Jahren kennengelernt und er erschien mir immer als Mann mit gesundem Menschenverstand, ein Mann der Demokratie und des Friedens“, sagte Berlusconi.

Ukraine-Krieg: Berlusconi kritisiert Putin für russische Kriegsverbrechen

Stattdessen treibe der Ukraine-Konflikt Russland jedoch nun geradewegs „in die Hände Chinas“, was Berlusconi als „wirklich schade“ bezeichnete. Putin hätte damit „vor der ganzen Welt eine sehr ernste Verantwortung übernommen“. Zu den Taten des russischen Militärs sagte Berlusconi: „Es wurden Kriegsverbrechen verübt und Russland kann seine Verantwortung dafür nicht abstreiten.“

NameSilvio Berlusconi
Geburtsdaten29. September 1936 in Mailand, Italien
BerufPolitiker und Unternehmer
ParteiForza Italia, Fraktion der Europäischen Volkspartei
RolleMitglied des Europäischen Parlaments, ehemaliger italienischer Regierungschef (1994–1995, 2001–2005, 2005–2006 und 2008–2011)

Berlusconis Beziehung zu Putin galt über lange Jahre als besonders eng und freundschaftlich. So soll er Putin während seiner Amtszeit als italienischer Ministerpräsident sogar in seine Villa in Sardinien eingeladen haben. Zum politischen Eklat kam es etwa, als Berlusconi 2015 – schon damals nicht mehr im Amt – gemeinsam mit Putin die annektierte Halbinsel Krim besucht hat. (ska mit dpa/AFP)

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