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„Nadeln in Wunden gestochen“: Asow-Kämpfer werfen Russland „schwere Folter“ vor

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Von: Jan-Frederik Wendt

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Ukrainische Soldaten werfen Russland „schwere Folter“ vor (Symbolfoto).
Ukrainische Soldaten werfen Russland „schwere Folter“ vor (Symbolfoto). © Imago

Nachdem Mariupol gefallen war, kamen viele Asow-Kämpfer in russische Gefangenschaft. Freigelassene berichten nun von schweren Misshandlungen.

Mariupol - Es sind nicht die ersten Berichte über russische Verstöße gegen das Völkerrecht im Ukraine-Konflikt. Internationale Fachleute werfen Russland Hinrichtungen, sexuelle Gewalt und Folter vor. Das in Warschau ansässige Wahl- und Menschenrechts-Büro ODIHR der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) stellte einen Bericht vor, der die Anschuldigungen untermauert. Besonders gravierende Fälle seien der Beschuss des Theaters voller Geflüchtete in Mariupol Mitte März und des belebten Bahnhofs von Kramatorsk Anfang April.

Zudem soll ein Video das Kriegsverbrechen an einem ukrainischen Soldaten im Ukraine-Krieg dokumentieren. Verifizierte Aufnahmen zeigen die Verstümmelung und Tötung des Mannes. Nun werfen bei der Schlacht um Mariupol gefangengenommene ukrainische Soldaten Russland nach ihrer Freilassung aus der Kriegsgefangenschaft schwere Misshandlungen vor.

Mariupol: Asow-Kämpfer berichten über Fälle von „schwerer Folter“

In einer Online-Pressekonferenz sprachen ehemalige Kämpfer des Asow-Regiments unter anderem von Gefangenen, denen durch Schläge Knochen gebrochen worden seien. Die Angaben der ehemaligen Soldaten können nicht unabhängig überprüft werden.

Nach heftigen Kämpfen über mehrere Wochen war Mariupol im Mai unter Russlands Kontrolle gelangt. Damals hatten sich die letzten Soldaten des Asow-Regiments ergeben. Sie hatten wochenlang im riesigen Asow-Stahlwerk Widerstand gegen die russischen Streitkräfte geleistet.

Russische Folter? „Manchen wurden Nadeln in Wunden gestochen“

Das Asow-Regiment ist ein ehemaliges Freiwilligenbataillon, das wegen seiner Verbindungen zu Rechtsextremisten umstritten ist. 2014 wurde die Kampfgruppe formell in die ukrainische Nationalgarde integriert. Damals nahmen Asow-Mitglieder am Kampf gegen von Moskau unterstützte Separatisten im Osten der Ukraine teil.

„Sie zogen uns aus und zwangen uns, nackt in der Hocke zu sitzen. Wenn einer der Jungen den Kopf hob, schlugen sie ihn sofort“, sagte der ukrainische Soldat und Asow-Kämpfer Denys Tscherpouko auf der Pressekonferenz. Der frühere Gefangene Wladyslaw Schaiworonok berichtete von Fällen „schwerer Folter“: „Manchen wurden Nadeln in die Wunden gestochen, manche wurden mit Wasser gefoltert“, sagte Schaiworonok. (Jan Wendt mit AFP)

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