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Bachmut neues Epizentrum des Krieges: Ukraine bereitet sich offenbar auf blutigen Häuserkampf vor

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Von: Stephanie Munk

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Die Ukraine geht wohl davon aus, dass in der umkämpften Stadt Bachmut ein brutaler Häuserkampf bevorsteht. Die Vorbereitungen laufen wohl bereits.

Bachmut – In der seit Monaten schwer umkämpften Stadt Bachmut in der Ostukraine steht womöglich ein blutiger Häuserkampf bevor. Wie die russische Nachrichtenagentur Tass berichtet, seien die ukrainischen Soldaten dabei, ihre Stellungen für den Kampf inmitten der Stadt zu verstärken.

„Die ukrainischen Truppen beschäftigen sich mit aktiven Vorbereitungen für den Häuserkampf“, meldet die Agentur unter Berufung auf Informationen des russischen Geheimdienstes. Das ukrainische Militär beziehe Zivilisten, darunter auch Frauen, in die Errichtung von Gräben ein, wird Andrej Maroschko, Offizier im russisch besetzten Gebiet Luhansk, zitiert. „Sie wurden dabei beobachtet, wie sie Befestigungen errichteten, Festungen errichteten und Schützengräben aushoben. Sie richteten auch Feuerstellungen in den Wohnungen von Zivilisten ein“, berichtet merkur.de.

Russland dringt offenbar bis in Wohnviertel von Bachmut vor

Ukrainische Soldaten in der Stadt Bachmut laden Vorräte von einem Panzer ab.
Ukrainische Soldaten in der Stadt Bachmut laden Vorräte von einem Panzer ab. © Celestino Arce Lavin/Imago

Nach Informationen des britischen Geheimdienstes sind russische Truppen mittlerweile schon in die Stadt eingedrungen. „Die russische Infanterie hat jetzt wahrscheinlich in den östlichen Industriegebieten der Stadt Fuß gefasst und ist zeitweise in die Wohnviertel der Stadt vorgedrungen“, teilte das britische Verteidigungsministerium mit. „Straßenkämpfe dauern an.“ Bei den russischen Truppen handele es sich um reguläres Militär als auch um Söldner der Gruppe Wagner.

Um Bachmut im Gebiet Donezk wird bereits seit Juni gekämpft. Bisher verlief die Frontlinie östlich der Stadt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Dienstag überraschend Bachmut besucht und unter Soldaten Orden und Geschenke verteilt.

Im Ukraine-Krieg bisher nur wenige Gefechte in Städten

Seit den Kämpfen um die Städte Lyssytschansk und Sjewjerodonezk im Juli habe es im Ukraine-Krieg nur wenige Gefechte in Städten gegeben, heißt es von britischer Seite. Solche Schlachten erforderten gut trainierte Infanterie. Dies spiele der Ukraine in die Karten: „Es ist unwahrscheinlich, dass diese Art von Kampf schlecht ausgebildete Wagner-Kämpfer und die mobilisierten Reservisten der russischen Armee begünstigt“, so das Ministerium.

Die ukrainische Stadt Bachmut ist nach 300 Tagen Ukraine-Krieg mittlerweile verwüstet.
Die ukrainische Stadt Bachmut ist nach 300 Tagen Ukraine-Krieg mittlerweile verwüstet. © Nicolas Cleuet/Le Pictorium/Imago

Die Stadt Bachmut mit ehemals 70.000 Einwohnern liegt im russisch besetzten Donezk und ist nah einem Bericht des ORF nach monatelangen Kämpfen mittlerweile verwüstet. Russland habe schon wiederholt versucht, die ukrainische Verteidigung dort zu überwinden, um Zugriff zum Donbass zu erlangen. Immer wieder seien der russischen Armee Durchbrüche gelungen, allerdings nie dauerhaft. Die Infrastruktur ist offenbar komplett zerstört, es fließt kein Trinkwasser mehr. Dennoch lebten immer noch Zivilisten in der Stadt. (smu mit Material von dpa)

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