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„Modell Schweiz“ für die Ukraine: Ex-Bundesinnenminister Schily empfiehlt neutrale Perspektive

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Von: Helena Gries

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Otto Schily (SPD), ehemaliger Bundesinnenminister von Deutschland.
Otto Schily (SPD), ehemaliger Bundesinnenminister von Deutschland., schlägt für die Ukraine das „Modell Schweiz“ vor. (Archivbild) © Kay Nietfeld/dpa

Die Ukraine wolle unabhängig bleiben - darauf weist der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hin. Als Vorbild nennt er die Schweiz.

Berlin – Der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hat sich für die Ukraine für eine neutrale Perspektive nach dem Vorbild der Schweiz ausgesprochen. Jeder müsse anerkennen, dass das Land im Ukraine-Konflikt unabhängig bleiben wolle, sagte Schily der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin.

Gleichzeitig müsse jedoch klar sein, „dass man mit seinen Nachbarn leben muss, auch mit Russland“, sagte Schily. Die Interessen beider Seiten müssten berücksichtigt werden, es müsse ein Weg gefunden werden, mit Russland klarzukommen. Schily, der an diesem Mittwoch 90 Jahre alt wird, war von 1998 bis 2005 Bundesinnenminister während der Kanzlerschaft von Gerhard Schröder (SPD).

Ukraine-Konflikt: Otto Schily lehnt Nato-Beitritt der Ukraine ab und empfiehlt „Modell Schweiz“

Schily wies auf die ethnische, sprachliche und kulturelle Vielfalt der Ukraine hin. „Die Mehrsprachigkeit inklusive der russischen Sprache ist eine unbestreitbare Tatsache.“ Ratschläge von der Seitenlinie seien zwar immer mit Fragezeichen versehen. „Aber ein Blick auf andere Länder zeigt, dass die Interessen aller Seiten gewahrt werden können, wenn ein Land militärisch neutral bleibt“, sagte Schily. Damit lehnt der Politiker ein Nato-Beitritt der Ukraine ab und empfiehlt stattdessen das „Modell Schweiz“.

Die Schweiz habe es mustergültig verstanden, „eine freiheitliche Gesellschaft zu entwickeln mit wechselseitigem Respekt vor den unterschiedlichen ethnischen Prägungen und mit militärischer Neutralität“, sagte Schily. „Eine Friedenslösung für die Ukraine könnte sich ein Beispiel am Modell der Schweiz nehmen.“ Der ehemalige RAF-Verteidiger und Mitgründer der Grünen sehe hingegen nicht, „wie ein EU-Beitritt der Ukraine funktionieren soll, ohne dass sich die EU überdehnt“, so Schily weiter. (hg/dpa)

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