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Selenskyj ruft „Tag der Einheit“ aus - Was passiert am 16. Februar in der Ukraine?

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Von: Sandra Kathe

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Statt einem „Tag des Überfalls“ soll der 16. Februar in der Ukraine als „Tag der Einheit“ begangen werden. Dazu ruft Präsident Selenskyj seine Landsleute auf.
Statt einem „Tag des Überfalls“ soll der 16. Februar in der Ukraine als „Tag der Einheit“ begangen werden. Dazu ruft Präsident Selenskyj seine Landsleute auf. © Sergei Supinsky/AFP

Seit Tagen warnen Geheimdienste vor einem Angriff auf die Ukraine am Mittwoch (16.02.2022). Präsident Selenskyj hat den Tag nun zum Nationalfeiertag erklärt.

Kiew - Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, hat den kommenden Mittwoch (16.02.2022) per Dekret zum „Tag der Einheit“ erklärt und seine Landsleute dazu aufgefordert, die ukrainische Flagge zu hissen sowie um 10 Uhr Ortszeit die Nationalhymne zu singen.

Hintergrund des kurzfristig ausgerufenen Feiertags sind die Warnungen vor einem russischen Angriff auf die Ukraine, die vor allem US-Geheimdienste seit Tagen wiederholt ausgesprochen haben. In einer Videoansprache an die ukrainische Bevölkerung sagte Selenskyj: „Uns wird gesagt, dass der 16. Februar der Tag des Überfalls werde, wir machen ihn zum Tag der Einheit“. Die Ukrainer forderte er dazu auf, „der ganzen Welt“ ihre „Einigkeit“ zu demonstrieren.

„Tag der Einheit“ in der Ukraine: Selenskyj weist Vorwürfe Russlands zurück

In seiner Rede reagierte Selenskyj auch erneut auf Vorwürfe von Russland, nach denen die Ukraine plane, eine Offensive gegen die abtrünnigen Gebiete Luhansk und Donezk in der Ostukraine vorzubereiten. „Der Donbass und die Krim werden ausschließlich auf diplomatischem Weg zur Ukraine zurückkehren“, betonte der Präsident.

Russland hatte die Schwarzmeer-Halbinsel 2014 annektiert und danach auch die moskaufreundlichen Separatisten in der Ostukraine unterstützt. Im ostukrainischen Gebiet Donbass kämpfen seitdem Regierungstruppen gegen von Russland unterstützte Separatisten. UN-Schätzungen nach wurden bereits über 14.000 Menschen getötet.

Ukraine-Krise: Russland kündigt Abzug von Truppen aus der Grenzregion an

Die Kreml-Regierung unter dem russischen Präsidenten Wladimir Putin weist die Vorwürfe eines geplanten Truppeneinmarschs in der Ukraine regelmäßig zurück. Auch Kiew hätte nach eigenen Angaben keine derartigen Informationen von einem nahenden Überfall. In Medienberichten, die sich auf Informationen der US-Geheimdienste beriefen, hieß es, Russland könnte den Angriff im Anschluss an die Reise von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nach Moskau beginnen. Scholz wird am Dienstag vom russischen Präsidenten Wladimir Putin im Kreml empfangen.

Die Regierung in Moskau hat indessen einen teilweisen Abzug der russischen Truppen von der ukrainischen Grenze angekündigt. Einheiten aus den Militärbezirken im Süden und Westen Russlands hätten ihre „Aufgaben erfüllt“ und würden sich auf den Weg zurück in ihre Militärbasen machen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums nach Angaben von russischen Nachrichtenagenturen.

Konflikt zwischen Russland und der Ukraine: Ist ein Angriff nun abgewendet?

Nach aktuellen Einschätzung der Ukraine sei eine russische Invasion demnach möglicherweise vorerst abgewendet. „Es ist uns und unseren Verbündeten gelungen, Russland von einer weiteren Eskalation abzuhalten“, sagte Außenminister Dmytro Kuleba am Dienstag (15.02.2022) in Kiew. Die Spannungen entlang der ukrainischen Grenzen seien jedoch weiterhin hoch und Russland müsse verbleibende Streitkräfte zurückziehen. (ska mit AFP/dpa)

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