1. Startseite
  2. Politik

Religion im Ukraine-Krieg: Putin erzählt von seinem persönlichen „Wunder“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Vincent Büssow

Kommentare

Putin bei der Enthüllung einer Statue von St. Prinz Wladimir im Jahr 2016.
Im orthodoxen Russland gibt sich Putin religiös. Seit dem Einmarsch in die Ukraine kritisiert ihn aber nicht nur der Papst unter den Gläubigen. (Archivbild) © Sergei Chirikov/dpa

Mit der Beteiligung des Papstes wird der Ukraine-Krieg zum Konflikt der Religionsgemeinschaften. Wladimir Putin gibt Einblicke in seine eigene Glaubenswelt.

Moskau – Im Ukraine-Krieg rückt auch das Thema Religion immer mehr in den Fokus. So haben Spannungen zwischen Papst Franziskus und dem Moskauer Patriarchen Kyrill I. zuletzt für Aufsehen gesorgt, als Franziskus sein orthodoxes Pendant als „Putins Messdiener“ bezeichnete. Auch Wladimir Putin selbst wurde vom Oberhaupt der katholischen Kirche mehrfach für die Invasion der Ukraine kritisiert. Während der Papst allerdings nach wie vor den Dialog mit dem Präsidenten Russlands sucht, scheint Putin nicht daran interessiert zu sein. Der Vermutung, dass der Kriegstreiber nichts für Religion übrig hat, steht jetzt ein wieder aufgetauchtes Interview entgegen.

Putin spricht darin über seine Beziehung zur Religion und die seltsame Geschichte eines kleinen Kreuzes aus Aluminium, das er immer mit sich trägt. Das Gespräch wurde ursprünglich von CNN geführt, ist jedoch nicht mehr über die Nachrichtenplattform abrufbar. Ein Ausschnitt des Transkripts wurde von der auf Religion fokussierten Onlineseite Patheos veröffentlicht. Das Interview ist bereits mehrere Jahre alt, wobei der genaue Zeitpunkt unbekannt ist. Zunächst steht dabei die Frage im Raum, ob Wladimir Putin religiös ist.

NameWladimir Wladimirowitsch Putin
Geburtsdatum07. Oktober 1952
GeburtsortLeningrad, ehem. Sowjetunion
AmtPräsident der Russischen Förderation
Amtszeit2000 - 2008; 2012 - Aktuell

Ukraine-Krieg: Putin über seine Beziehung zur Religion

„Ich würde es bevorzugen, bei diesem Thema nicht ins Detail zu gehen“, will Putin die Frage nach der Religion zunächst abtun. Seine generellen Ansichten über den Glauben geben aber dennoch den Eindruck, dass die Religion für den Präsidenten Russlands ein wichtiges Thema ist. „Ich denke, solche Dinge sind heilig für jeden. Der Glaube eines jeden Menschen ist nicht dazu da, um zur Schau gestellt zu werden, er ist im Herzen eines jeden Menschen verankert“. Im darauffolgenden Teil wird Putin tatsächlich persönlich.

Laut dem Transkript wird Putin nach einem Kreuz gefragt, dass er immer bei sich trägt. „Meine Mutter gab es mir als ich Israel besuchte“, antwortet der Mann, der den Ukraine-Konflikt zur Eskalation gebracht hat. Die Entscheidung, das Andenken immer bei sich zu tragen, erfolgte aber erst später. Putin beschreibt, dass er in einer Sauna nahe St. Petersburg war, als es dort zu einem Feuer kam. „Ich sprang mit meinem Freund nackt heraus, weil es so unerwartet war“, sagt er. Das Kreuz soll später zufällig bei den Aufräumarbeiten gefunden worden sein. Putin bezeichnet dies als „Wunder“. Den Papst sollte diese Geschichte angesichts des Ukraine-Kriegs weniger beeindrucken.

Zuletzt mischte sich ein Trump-treuer US-Prediger in den Ukraine-Krieg ein, der „für Putin beten“ möchte. (vbu)

Auch interessant

Kommentare