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Winter in der Ukraine: Was das für den Fortgang des Kriegs bedeutet

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Von: Helena Gries

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Schnee und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in der Ukraine: Welche Auswirkungen hat der Winter auf das Leben der Bevölkerung und den Kriegs in der Ukraine?

Kiew – Aufgrund des Ukraine-Konfliktes ist die Energieversorgung der Ukraine durch Angriffe der russischen Armee massiv beschädigt worden. Viele Haushalte sind bei eisigen Temperaturen zeitweise oder sogar komplett ohne Heizung, Strom und Wasser. Moskau rechtfertigt dies damit, dass die Infrastruktur vom ukrainischen Militär genutzt werde. Doch der Winter steht noch bevor.

Die Ukraine kämpft mit massiven Stromausfällen nach einer Serie russischer Raketenangriffe auf das Stromnetz. Viele Haushalte erhalten nur noch maximal acht Stunden Strom täglich. Laut Netzbetreiber Ukrenerho fehlt landesweit mehr als ein Viertel und in Kiew mehr als ein Drittel der nötigen Strommenge. Importe aus dem Westen decken dabei höchstens zehn Prozent des Bedarfs. Laut dem ukrainischen Ministerpräsidenten Denys Schmyhal reichten jedoch die 14 Milliarden Kubikmeter Erdgas und 1,3 Millionen Tonnen Kohle an Reserven aus, um das Land mit Elektrizität und Fernwärme zu versorgen.

Ukraine-Krieg: Winter könnte Menschen in der Ukraine zur Flucht in die EU antreiben

Auch wenn die Angriffe Russlands bislang nicht zu größeren Versorgungslücken in der Ukraine geführt haben und Geschäfte und Märkte bis auf die frontnahen Gebiete gut gefüllt sind, hat die Arbeitslosigkeit und die hohe Inflationsrate Auswirkungen auf das Kaufverhalten. Immer weniger Menschen in der Ukraine können sich Lebensmittel und andere Produkte des täglichen Bedarfs leisten. Sie sind daher auf Hilfen von Verwandten oder Hilfsorganisationen angewiesen.

Kiew hat mit Blick auf den anstehenden Winter landesweit mit der Einrichtung von Aufwärmpunkten in Schulen, Kindergärten und großen Zelten begonnen, die mit Stromgeneratoren und teils Internet ausgerüstet wurden. Wenn das aktuelle Frostwetter in der Ukraine länger anhält, ist damit zu rechnen, dass viele Menschen aus der Ukraine in die EU fliehen, heißt es in einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Ukraine-Krieg: Bessere Versorgung der Soldaten im Winter nötig

Mit Blick auf den Winter und die Kälte in der Ukraine ist außerdem davon auszugehen, dass Verletzungen und Ausfall der Technik zunehmen werden. Auch die Versorgung der Soldaten ist im Winter erschwert, denn sie benötigen neben mehr Verpflegung auch mehr Brennstoff und wärmere Kleidung.

Die ukrainische Flagge weht auf Halbmast in der Nähe der Mutter-Heimat-Statue in Kiew.
Der Winter in der Ukraine hat auch Auswirkungen auf den Krieg. (Symbolbild) © Bernat Armangue/dpa

Für die Ukraine, die auf schnelle Vorstöße setzt, ergeben sich nach der operativen Pause durch den Herbstschlamm wieder bessere Voraussetzungen, ihre Taktik umzusetzen. Während die Russen immer noch überlegene Feuerkraft haben, sind die Ukrainer in der Manövrierfähigkeit überlegen. Wichtig wird allerdings sein, welche Seite ihre Soldaten und Technik besser für den Winter ausgerüstet hat. Die meisten Beobachtenden sehen die Ukraine hier vorn. (hg/dpa)

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