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Ukraine-Krieg: Wagner-Gruppe könnte Probleme mit Putin bekommen

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Von: Lucas Maier

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Der Kreml scheint Angst vor einem Erstarken des Chefs der Wagner-Gruppe zu haben. In Russland könnte es bald mehrere Söldnereinheiten geben.

Moskau – Die Wagner-Gruppe ist in erster Linie für ihre Grausamkeiten bekannt. Zuletzt schickte der Finanzier der Truppe eine Drohung in Form eines blutigen Hammers an die EU. Jewgeni Prigoschin, der Kopf der berüchtigten Söldnertruppe, versucht seine Macht auch im Kreml auszubauen. Doch die Macht der Wagner-Gruppe scheint zu bröckeln, wie Geheimdienstinformationen der Ukraine nahelegen.

Machtkampf in Russland: Gazprom-Subunternehmer unterstützt Gegengewicht zur Wagner-Gruppe

Der kremlnahe Geschäftsmann, Armen Sarkisjan, soll den Informationen zufolge die Gründung einer neuen Privatarmee anstreben, das berichtet das amerikanische Institut Institute for the Study of War (ISW). Sarkisjan soll zudem zum Verwalter der Gefängnisse in den besetzten Gebieten der Ukraine ernannt worden sein.

Russland: Die Wagnergruppe könnte Ärger mit Wladimir Putin bekommen.
Russland: Die Wagnergruppe könnte Ärger mit Wladimir Putin bekommen. (Archivbild) © ITAR-TASS/IMAGO-Images

Die neue Militärstruktur soll der Wagner-Gruppe nachempfunden sein. Diese soll ebenfalls in den Gefängnissen der russischen Föderation rekrutieren, wie das ISW unter Berufung auf den Geheimdienst der Ukraine mitteilt. Finanziert werden soll die neue Truppe unter anderem von Samvel Karapetyan, dem Eigentümer der Tashir Holding Company, einem langjährigen Subunternehmen von Gazprom.

Russland: Tschetschenen Führer Kadyrow will parallele Militärstrukturen stärken

In Russland sind private Militärunternehmen eigentlich verboten. Das ISW geht deshalb davon aus, dass die Schaffung einer neuen Söldner-Armee von hochrangigen russischen Beamten gebilligt worden sein muss. Die neue Militärstruktur solle ein Gegengewicht zu der berüchtigten Wagner-Gruppe darstellen, so die Auffassung des Geheimdienstes der Ukraine.

Neben der Privatarmee von Sarkisjan, soll es auch Bemühungen von Ramsan Kadyrow, dem tschetschenischen Staatsoberhaupt geben. Bei einem Treffen mit Wladimir Putin am Freitag (25. November) soll über „die Schaffung neuer russischer Militär- und Nationalgarde-Einheiten aus tschetschenischem Personal“ gesprochen worden sein, wie das ISW schreibt.

Ukraine-Krieg: Wagner-Finanzier soll geschwächt werden

Kadyrow bemüht sich bereits seit längerem darum, tschetschenische Militärstrukturen auf einer parallelen Ebene im Ukraine-Krieg zu schaffen. Die Bestrebungen von Kadyrow, könnten ebenfalls Unterstützung finden, um das Gegengewicht zur Wagner-Gruppe auszubauen.

Der Wagner-Chef Prigoschin war zuletzt mehrfach bei Wladimir Putin in Ungunst gefallen, als er russische Generäle öffentlich kritisierte. Die Billigung der neuen Privatarmee und die Einbindung von tschetschenischen Militärstrukturen könnten darauf hindeuten, dass Putin auf Konfrontationskurs mit der Wagner-Gruppe gehen könnte.

Hierdurch könnte der Wagner-Finanzier, Prigozhin, politisch geschwächt werden. Dieser versucht sich nach ISW-Angaben über die Wagner-Gruppe einen Stand in ultranationalistischen Kreisen aufzubauen. (Lucas Maier)

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