1. Startseite
  2. Politik

Putins „Zeichen der Verzweiflung“: Russischer Waffenschmuggel in den USA fliegt auf

Erstellt:

Von: Andreas Apetz

Kommentare

Wladimir Putin, Präsident von Russland
Wladimir Putin, Präsident von Russland. (Archivfoto) © Mikhail Metzel/dpa

Im Ukraine-Krieg gehen Putin die Waffen aus. Das FBI hat nun einen amerikanischen Schmugglerring festgenommen, der Russland beliefert haben soll.

Merrimack – Der amerikanische Geheimdienst hat in der Kleinstadt Merrimack im US-Bundesstaat New Hampshire sieben Männer des Waffenschmuggels überführt und festgenommen. Die Angeklagten sollen seit mehreren Jahren den Transport von hoch-technologisierten Waffen nach Russland koordiniert haben.

Waffentransport nach Russland: Amerikanischer Schmugglerring seit 2017 aktiv

Unter dem Deckmantel eines Etsy-Stores – eine E-Commerce-Plattform für den Verkauf von handgemachten Produkten – sollen die sieben Personen ihren Handel seit mindesten 2017 betrieben haben. Die Anklageschrift aus New York spricht vom Verkauf von „sensiblen militärischen Technologien mit doppeltem Verwendungszweck von US-Herstellern und -Händlern mit Werten in Millionenhöhe.“ Die Ausrüstung soll vornehmlich nach Russland geliefert worden sein.

Laut Bundesstaatsanwaltschaft handelte es sich dabei um „fortschrittliche Elektronik und hochentwickelte Testgeräte, die für Quantencomputer, die Entwicklung von Hyperschall- und Kernwaffen und andere militärische und weltraumgestützte militärische Anwendungen verwendet werden“, berichtet die US-Nachrichtenagentur CBS News.

Die laufenden Ermittlungen sehen enge Verknüpfungen zwischen den Angeklagten und dem „Serniya Network.“ Dabei handelt es sich um einen Schmugglerring für militärische Technologien und Informationen, welcher angeblich vom russischen Geheimdienst betrieben wird.

Waffenschmuggel von Amerika nach Russland: Prozess im Februar

Zu den sieben Männern, die sich schon bald vor Gericht verantworten müssen, gehört auch Alexey Brayman. Der 35-jährige Amerikaner soll sein „Grundstück in New Hampshire wiederholt als Umschlagplatz für das Umpacken sensibler militärischer und exportbeschränkter Güter“ zur Verfügung gestellt haben. Von dort aus sei die Ware auf Umwegen über Europa und Asien nach Russland verschifft worden.

Die angeklagten Straftaten seien äußerst schwerwiegend. Es handle sich um die Beteiligung an einem „grenzüberschreitenden Betrugs-, Geldwäsche- und Sanktionsumgehungsprogramm“, welches von einer „ausländischen Macht kontrolliert wird, die aktiv in einen bewaffneten Konflikt verwickelt ist“, zitiert CBS News den US-Staatsanwalt Breon Peace am Dienstag (13. Dezember). Bislang sind Brayman und seine Komplizen nur angeklagt, aber noch nicht verurteilt. Der Prozess soll im Februar stattfinden. Solange bleiben die sieben Angeklagten, mit entsprechender Überwachung, auf freiem Fuß.

Russischer Waffenschmuggel: Ein „Zeichen der Verzweiflung“

Im Gespräch mit dem Nachrichtensender CNN deutete der demokratische Abgeordnete Jim Himes den aufgeflogenen Waffenschmuggel als Verzweiflungsakt von Präsident Putin und als Symbol für die Wirkung der weltweiten Sanktionen gegen Russland. „Es handelt sich um Material, das Russland normalerweise auf dem freien Markt erwerben könnte. Aber die russische Regierung kann sie nicht mehr kaufen, da Sanktionen und Verbote in Kraft getreten sind.“

Man müsse sich bewusst sein, dass ein „Mann mit einem Kofferraum voller Munition ein Mann ist, der eine Menge Chaos anrichten kann“, so Himes. Schlussendlich sei Waffenschmuggel jedoch kein Mittel, um die russische Aufrüstung langfristig zu stützen: „Es ist unmöglich, das russische Militär aufzustocken […] indem man mit Autos über Grenze nach Estland fährt. Man muss diese Dinge zwar ernst nehmen. Doch es bleibt trotzdem ein Zeichen der Verzweiflung.“ Erst im November will die US-Regierung einen Waffenschmuggel zwischen Nordkorea und Moskau aufgedeckt haben. (aa)

Auch interessant

Kommentare