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Ukraine ein Testlabor für westliche Waffen? Geheimdienste offenbar erstaunt über Kiew

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Von: Helmi Krappitz

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Die Ukraine überrascht den Westen – mit günstigen Lösungen für teure Probleme. Für die USA ist der Krieg offenbar auch eine Art „Testlabor“.

Washington, D.C. – Die Ukraine hat im ersten Jahr des Ukraine-Kriegs zunehmend Unterstützung vom Westen erhalten. Vor allem die USA waren Vorreiter in Sachen Waffenlieferungen.

Womöglich gibt es dabei einen willkommenen Seiteneffekt für die Waffengeber: Der Krieg bietet dem Westen die seltene Möglichkeit seine Waffensysteme im Einsatz zu testen – gegen eine andere Industrienation. Zudem erweise sich die Ukraine als einfallsreich dabei, ihre Waffensysteme weiterzuentwickeln und akute Probleme schnell zu lösen, berichtet CNN unter Berufung auf Geheimdienstquellen.

Ukraine-Krieg: „Kampftests im realen Krieg“ für den Westen?

Die Ukraine sei „ein Waffenlabor, weil das Equipment vorher noch nicht in einem Krieg zwischen zwei Industrienationen eingesetzt wurde“, erklärte ein Experte der westlichen Geheimdienste dem Sender: „Das sind Kampftests im realen Leben“.

Das US-Militär profitiere von der Informationen zur Nützlichkeit ihrer eigenen Waffensysteme, berichtet auch die New York Times. Das Pentagon beobachte auch Russlands Einsatz von günstigen, ausbaufähigen Drohnen. Bei diesen Drohnen handelt es sich um iranisches Equipment, das beim Aufprall explodiert.

Die USA studiert den Krieg also um herauszufinden, wie Kriege zwischen zwei modernen Nationen im 21. Jahrhundert bezahlt und ausgestattet werden können. Weniger mobile Waffensysteme würden in Zukunft keinen Platz in militärischen Konflikten finden, schlussfolgerte ein Einsatzoffizier des US-Militärs gegenüber CNN. Systeme müssten einfach und schnell ihren Standort wechseln können, um Konterangriffe zu entgehen.

Als erfolgreich erwiesen hätten sich demnach Systeme wie der Mehrfachraketenwerfer M142 HIMARS. Den ukrainischen Einsatz von solchen Systemen werde noch in Zukunft Teil von Analysen sein. Die limitierte Anzahl solcher Systeme habe das ukrainische Militär strategisch gut eingesetzt, um möglichst viel Schaden anzurichten, berichtet merkur.de.

Ukrainische Soldaten feuern eine Rakete ab.
Die Ukraine wird zum Testlabor für westliche Waffen und neue Kriegsstrategien. © picture alliance/dpa/Libkos

Ukraine als Vorreiter? USA beobachten offenbar fasziniert Militär-Erfindungen aus Kiew

Im Herbst hatte die Ukraine bei Gegenangriffen viel Territorium zurückerobert. Mit westlichen Waffen drängte sie das russische Militär zurück. Aber vor allem selbst entwickelte Systeme haben dem ukrainischen Militär laut CNN bei diesem Erfolg geholfen. Ukrainische Software habe Tablets und Smartphones in ernstzunehmende Targeting-Tools verwandelt. Eine mobile App ermögliche es dem Militär, mit Satellitenbildern und einem Algorithmus Raketen auf ein genaues Ziel zu lenken. Die Weiterentwicklung sei bei einer App einfacher. Sie stehe zugleich mehr Personal zur Verfügung.

Durch den Einsatz von 3D-Druckern habe das ukrainische Militär Ersatzteile zur Reparatur von Drohnen zeitnah zur Hand, hieß es weiter. Zudem seien gewöhnliche Pickup-Trucks in mobile Raketenwerfer umgewandelt worden. Diese schnellen und günstigen Innovationen hätten im Ukraine-Krieg hohen Stellenwert.

Auch die strategischen Innovationen beeindruckten den Westen dem Bericht zufolge – und das schon in den ersten Wochen des Kriegs. Ukrainische Soldaten hätten sich etwa mit Raketen auf den Schultern ohne Infanterie an russische Panzer herangeschlichen. „Ihre Innovationen sind unglaublich beeindruckend“, betonte Seth Jones, der Direktor des internationalen Sicherheitsprogramms am Center for Strategic and International Studies im Gespräch mit CNN. (hekr)

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