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Selbsternannte „Volksrepublik Donezk“ eröffnet diplomatische Vertretung

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Von: Marvin Ziegele

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Die selbsternannte Volksrepublik Donezk ist nun in Moskau vertreten. Eine große Feier bleibt aus.

Moskau – Die prorussischen Separatisten der selbsternannten Volksrepublik Donezk im Osten der Ukraine haben am Dienstag in Moskau ihre diplomatische Vertretung eröffnet. Die Repräsentanz wurde, begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot, in der Innenstadt von Moskau in der Nähe westlicher Vertretungen eingeweiht. Die Chefin des „Außenministeriums“ der Volksrepublik, Natalja Nikanorowa, sagte, die Lage vor Ort habe sich in den vergangenen Tagen „drastisch verschlechtert“, sodass lediglich eine nüchterne Zeremonie zur Eröffnung der Vertretung vorgesehen sei.

Was eine Eingliederung in Russland angehe, „haben wir es nicht eilig“, sagte Nikanorowa. Hauptziel sei es, „die Republik zu befreien“. Danach werde es eine Volksabstimmung geben, „und wir werden sehen, was der Wunsch des Volkes ist“.
Ranghohe russische Vertreter waren nicht anwesend. Die Tagesschau berichtet, dass ursprünglich der russische Außenminister Sergej Lawrow zur Eröffnung der diplomatischen Vertretung anwesend sein sollte. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte die selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk im ostukrainischen Donbass wenige Tage vor der russischen Militäroffensive als unabhängig anerkannt. Die russische Militäroffensive konzentriert sich derzeit auf den Osten der Ukraine.

Selbsternannte Volksrepublik Donezk eröffnet diplomatische Vertetung in Moskau

Am selben Tag haben die Separatisten in der Region Donezk ein Moratorium auf die Todesstrafe aufgehoben. Damit gilt die Todesstrafe wieder in der Region. Der Separatistenführer Denis Puschilin unterzeichnete am Dienstag einen entsprechenden Erlass, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtete. Im vergangenen Monat hatten die Separatisten drei Ausländer in den Reihen der ukrainischen Armee als Söldner zum Tode verurteilt, zwei Briten und ein Marokkaner.

Die Flagge der selbst ernannten Volksrepublik Donezk in Moskau.
Die Flagge der selbst ernannten Volksrepublik Donezk in Moskau. © KIRILL KUDRYAVTSEV/AFP

Die drei Männer warten derzeit auf eine Entscheidung im Berufungsverfahren. Die Urteile sollen nach Angaben der Separatisten noch in diesem Monat fallen. Falls die Entscheidung aus erster Instanz nicht aufgehoben wird oder die Angeklagten ausgetauscht werden, droht ihnen die Erschießung. Medienberichten zufolge sind weitere Ausländer in der Gewalt der Separatisten. Im russischen Fernsehen wurden auch zwei US-Amerikaner als Gefangene vorgeführt. (marv mit AFP/dpa)

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