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Ukraine-Krieg: Aufnahmen aus Video-Spiel? Fake-Videos aus Kiew enttarnt

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Diese Szene ist tatsächlich kein Fake oder Symbolbild aus anderem Kontext: Eine beschädigte ukrainische Militäreinrichtung brennt nach russischem Beschuss außerhalb von Mariupol.
Diese Szene ist tatsächlich kein Fake oder Symbolbild aus anderem Kontext: Eine beschädigte ukrainische Militäreinrichtung brennt nach russischem Beschuss außerhalb von Mariupol. © Evgeniy Maloletka/dpa

Welche Informationen zum Ukraine-Krieg sind vertrauenswürdig? Faktenchecker:innen haben Videos zum Konflikt mit Russland geprüft, die derzeit im Umlauf sind.

Kiew – Wladimir Putins Militäroffensive auf die Ukraine geht weiter. Aufgrund der unübersichtlichen Lage nutzen viele Menschen auch Social Media als Informationsquelle. Doch das sorgt dafür, dass immer mehr Videos im Umlauf sind, die gar nichts mit dem jetzigen Konflikt zu tun haben.

Faktenchecker der Deutschen Welle haben nun fünf Videos zum Ukraine-Konflikt veröffentlicht, die nachweislich Fakes sind.

Eine Aufnahme, die angebliche Luftangriffe durch Russland in der Ukraine zeigt, stammen in Wahrheit aus dem Computerspiel „Arma 3“. Bereits in der Vergangenheit hätten Social-Media-User Sequenzen aus dem Game als Kriegs-Aufnahmen verkauft.

Ein Video, in dem angeblich russische Soldaten in einer U-Bahn-Station als Vorbereitung auf den nahenden Krieg tanzen, spielt tatsächlich in Usbekistan und wurde im Jahr 2018 aufgenommen. Es zeigt, wie eine Google-Rückwärtssuche ergibt, eine Kapelle des usbekischen Militärs bei einem Konzert in der Hauptstadt Taschkent.

Ukraine-Krieg: Google-Rückwärtssuche hilft, Fake-Videos zu entlarven

Auch bei Clips, die angeblich russische Kampfjets über einem ukrainischen Stadtgebiet zeigen sowie starke Explosionen, die angeblich in der Ukraine spielen, hilft laut Deutscher Welle die Google-Rückwärtssuche. Das Video der Kampfjets am Himmel zeigt eine Flugshow in Russland vor mehreren Jahren. Das Tiktok-Video mit der Explosion zeigt eine Tankstelle in der sibirischen Stadt Nowosibirsk. Ein Hinweis, dass das Video nichts mit dem Krieg in der Ukraine zu tun hat, waren etwa die Bäume und Sträucher, die zu grün sind für die aktuelle Jahreszeit.

Neben Social Media kommt es auch in Medien, sogar deutschen Medien, zur Übertragung von Bildern, die gar nicht den Krieg in der Ukraine zeigen. So veröffentlichte Bild-TV eine Aufnahme russischer Soldaten, die per Fallschirm abspringen. Dasselbe Video ist seit 2016 bei Facebook zu finden und stammt von Militärübungen in Russland.

Verlässliche Quellen zu Russlands Ukraine-Krieg

Um gar nicht erst den Fakes aufzusitzen, empfiehlt es sich, nur seriöse Quellen zu konsumieren. Das Magazin Katapult veröffentlichte bei Instagram eine Karte, die zeigt, welche Twitter-Profile einen guten und verlässlichen Überblick über die aktuelle Lage im Ukraine-Krieg bieten.

Unter den ausschließlich internationalen Kanälen – öffentlich-rechtliche Medien aus Deutschland etwa sind deshalb nicht aufgelistet – befinden sich Korrespondent:innen von Medien wie CNN sowie Ukrainische Medien wie Kyiv Post.

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