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Waffenlieferungen an die Ukraine: Viktor Orbán stellt sich quer

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Von: Nail Akkoyun

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Der ungarische Premierminister Viktor Orbán hat Waffenlieferungen an die Ukraine einen Riegel vorgeschoben. (Archivfoto)
Der ungarische Premierminister Viktor Orbán hat Waffenlieferungen an die Ukraine einen Riegel vorgeschoben. (Archivfoto) © Luka Dakskobler/Imago

Während die Ukraine sich Hoffnung auf Kampfjets macht, verbietet Viktor Orbán Waffenlieferungen von ungarischem Territorium.

Update vom Montag, 07.03.2022, 15.51 Uhr: Ungarn hat Waffenlieferungen an die Ukraine von seinem Territorium aus verboten, sagte Premierminister Viktor Orbán. Die Ministerpräsidenten der vier Visegrad-Staaten – Ungarn, Polen, die Tschechische Republik und die Slowakei – werden am 8. März in London zusammentreffen, um weiter über den Einmarsch Russlands in der Ukraine zu beraten.

Hilfe für die Ukraine: Polen könnte Kampfjets nach Deal mit den USA liefern

Erstmeldung vom Montag, 07.03.2022, 10.45 Uhr: Washington D.C. – Die USA* prüfen derzeit, wie Lieferungen von Kampfjets an die Ukraine* erleichtert werden könnten. Dies sagte Außenminister Antony Blinken am Sonntag (06.03.2022) gegenüber dem US-Fernsehsender CBS.

Da man sich seitens der Nato* bislang gegen eine Flugverbotszone im Krieg in der Ukraine entscheidet, hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj* auch europäische Länder um Kampfflugzeuge gebeten. Mit deren Hilfe sollen russische Luftangriffe abgewehrt werden können.

Ukraine-Krieg: US-Außenminister Blinken ist optimistisch – und zählt auf Polen

Ein vorgeschlagenes Abkommen, das die Lieferung von Kampfjets aus der Sowjet-Ära durch ehemalige Ostblockstaaten an die Ukraine vorgesehen hatte, scheiterte zuletzt. Am Samstag (05.03.2022) erklärten US-Beamtete gegenüber dem Wall Street Journal, dass man daher ein Abkommen mit Polen prüfe. In diesem Fall würde Polen der Ukraine gebrauchte Kampfflugzeuge aus Russland* liefern, während die USA Polen mehrere F-16-Kampfjets zur Verfügung stellen würde.

„Wir sprechen aktuell mit unseren polnischen Freunden darüber, was wir tun können, um ihren Bedarf zu decken, wenn sie sich dafür entscheiden, den Ukrainern diese Kampfflugzeuge zur Verfügung zu stellen“, sagte US-Verteidigungsminister Blinken. „Wie können wir dazu beitragen, dass sie etwas bekommen, um die Flugzeuge, die sie den Ukrainern überlassen, zu ersetzen? Wir befinden uns in sehr aktiven Gespräch mit ihnen“, fügte er hinzu.

Mehrere solcher MiG-29-Kampfjets könnten von Polen in Kürze an die Ukraine geliefert werden. Ein Abkommen mit der USA könnte dies ermöglichen.
Mehrere solcher MiG-29-Kampfjets könnten von Polen in Kürze an die Ukraine geliefert werden. Ein Abkommen mit der USA könnte dies ermöglichen. © Roman Pilipey/dpa

Kampfjet-Lieferungen an die Ukraine: Polen hat noch keine Entscheidung getroffen

Polen hat den Berichten jedoch widersprochen, wonach das Land die Ukraine mit Kampfflugzeugen sowjetischer Bauart ausstatten will. „Polen wird seine Kampfjets nicht in die Ukraine schicken und auch nicht erlauben, seine Flughäfen zu nutzen. Wir helfen ganz erheblich in vielen anderen Bereichen“, schrieb die Regierung in Warschau am Sonntag auf Twitter. Dabei verwies sie auf eine Erklärung des polnischen Generalstabs vom Donnerstag (03.03.2022). Darin hieß es, alle polnischen Kampfflugzeuge vom Typ MiG-29 blieben auf ihren Heimatbasen, sie seien außerdem mit dem rot-weißen Hoheitszeichen der polnischen Luftwaffe markiert.

Ein Sprecher der Regierung in Warschau sagte dazu, die Diskussion zu einer Übergabe von Flugzeugen laufe noch, es sei aber noch keine Entscheidung dazu gefallen. Es entspreche auch nicht den Tatsachen, dass Flugzeuge von Polen aus zu Kampfzwecken in die Konfliktzonen des Ukraine-Kriegs* starten würden. Zu der Forderung der Ukraine, dass auch Deutschland Kampfjets in die Ukraine liefern soll*, wies Verteidigungsministerin Annalena Baerbock darauf hin, dass die Ukraine mit westlichen Flugzeugen wenig anfangen könne, da ihre Piloten auf russischem Gerät ausgebildet seien. (nak/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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