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Ukraine-Krieg: Türkei muss Bosporus-Straße vorübergehend schließen

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Von: Daniel Dillmann

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Türkische Behörden sprengen eine Mine in der Meerenge des Bosporus, die wohl aus dem Ukraine-Krieg stammt.

Update, Sonntag, 27.03.2022, 15.55 Uhr: Das türkische Militär hat eine Mine gezündet, die unkontrolliert im Schwarzen Meer getrieben war und die Schifffahrt in der Bosporus-Straße gefährdet hatte. Die Mine war zuerst von Fischern entdeckt worden. Die Explosion der Mine war bis in den Norden Istanbuls zu hören. Das berichtet die Nachrichtenagentur Al Jazeera. Bei der Mine handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Sprengsatz, der sich gelöst hatte und unkontrolliert Richtung Bosporus getrieben war.

Der Schiffsverkehr musste aufgrund der Mine aus dem Ukraine-Krieg vorübergehend gestoppt werden. Mittlerweile ist die Meerenge des Bosporus wieder geöffnet. Die türkische Küstenwache mahnt aber alle Schiffe und Boote zur Vorsicht bei der Fahrt im Schwarzen Meer.

Ukraine-Krieg: Türkei warnt vor freischwimmenden Minen im Bosporus

Update, Donnerstag, 24.03.2022, 09.15 Uhr: Auch die Regierung in Ankara ist mittlerweile besorgt, dass frei schwimmende Minen auf dem Weg in den Bosporus sind. Die Sprengkörper wurden im Ukraine-Krieg gelegt und hatten sich von ihren Verankerungen gelöst. Sowohl Russland als auch die Ukraine werfen sich gegenseitig vor, die Minen im Schwarzen Meer gelegt zu haben.

Laut Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums würde man die Seerouten rund um den Bosporus genau beobachten. Es seien Flugzeuge, Hubschrauber, U-Boote und Kriegsschiffe im Einsatz. Laut Angaben des russischen Verteidigungsministeriums hätten sich über 100 Minen gelöst und würden nun unkontrolliert im Schwarzen Meer schwimmen.

Kriegsschiffe im Bosporus. Die Meerenge musste aufgrund einer Mine aus dem Ukraine-Krieg vorübergehend geschlossen werden. (Archivbild)
Kriegsschiffe im Bosporus. Die Meerenge musste aufgrund einer Mine aus dem Ukraine-Krieg vorübergehend geschlossen werden. (Archivbild) © Emrah Gurel/dpa

Ukraine-Krieg: Seerouten im Bosporus vermint - beide Seiten beschuldigen sich

Erstmeldung vom 20.03.2022: Moskau/Kiew – Das Schwarze Meer ist längst zum Schauplatz des andauernden Ukraine-Kriegs geworden. Nun melden sowohl die ukrainischen Behörden aus dem Süden des Landes als auch das russische Verteidigungsministerium die Sichtung von Minen vom Bosporus bis nach Odessa - eine wichtige Route sowohl für den kommerziellen Schiffsverkehr als auch für die Versorgung der ukrainischen Truppen im Kampf gegen Russland.

Doch wer die Minen dort platziert hat, darüber wird eifrig gestritten. Russland und die Ukraine beschuldigen sich gegenseitig, die Seerouten vermint zu haben. Den Anfang machte das russische Verteidigungsministerium. Am Samstagabend (19.03.2022) veröffentlichte der Inlandsgeheimdienst (FSB) eine Warnung an den kommerziellen und privaten Schiffsverkehr. „Alle Schiffsbesitzer und Kapitäne“ wurden aufgefordert, besondere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, wenn sie den süd- und nordwestlichen Teil des Schwarzen Meer befahren. Darüber berichtet hatte zuerst das Nachrichtenportal Moscow Times.

Ukraine-Krieg: Minen im Schwarzen Meer treiben Richtung Bosporus

Der FSB warnte zudem, dass Stürme auf dem Schwarzen Meer manche der Befestigungen der Minen gelöst hätten und diese nun frei und unkontrolliert durch das Meer treiben würden. Angesichts der Strömungsrichtung sei „das Treiben der Minen in Richtung Bosporus und dann weiter ins Mittelmeer nicht ausgeschlossen.“

Die Ukraine wiederum bestreitet, mit der Platzierung der Minen im Schwarzen Meer irgendetwas zu tun zu haben und schiebt die Schuld stattdessen Russland zu. Dessen Präsident Wladimir Putin* habe angeordnet, die Seewege des Schwarzen Meeres zu verminen, um so die Versorgung der ukrainischen Armee zu behindern. „Die eigentliche Gefahr auf See: Russland hat die empfohlenen Routen vom Bosporus nach Odessa vermint und behauptet, dies seien ukrainische Minen. Eine weitere gefährliche Fehlinformation des Feindes“, schrieb zum Beispiel Andrii Klymenko, Mitbegründer des in der Ukraine beheimateten „Black Sea Institute für Strategic Studies“ auf Facebook. Darüber berichtete das Nachrichtenportal Kyiv Post.

Ukraine-Krieg: Türkei sperrt Bosporus für russische Kriegsschiffe

Ein Großteil des Schwarzen Meeres befindet sich seit Beginn des Ukraine-Kriegs unter russischer Kontrolle. Am 27. Februar, also drei Tage nach Kriegsbeginn, verkündete Präsident Recep Tayyip Erdogan*, die Türkei werde die Durchfahrt durch die Dardanellen und den Bosporus für alle russische Kriegsschiffe sperren. (Daniel Dillmann) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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