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Wunderwaffe gegen Putin: Was die Taurus-Raketen der Bundeswehr ausrichten können

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Von: Jens Kiffmeier

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Zögert bei der Lieferung von Taurus-Raketen aus Bundeswehr-Beständen: Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD).
Zögert bei der Lieferung von Taurus-Raketen aus Bundeswehr-Beständen: Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). © Arnulf Hettrich/imago/Kay Nietfeld/dpa/Montage

Liefert die Bundeswehr bald Taurus-Marschflugkörper an die Ukraine? Noch wehrt Verteidigungsminister Pistorius die Rufe ab. Doch wie lange?

Berlin - Erst die Leopard-2-Panzer, dann auch moderne Marschflugkörper: Die Union hat eine neue Debatte über eine weitere Waffenhilfe für die Ukraine entfacht. So forderte CDU-Verteidigungsexperte Roderich Kiesewetter die Lieferung von hochpräzisen Taurus-Raketen aus den Beständen der Bundeswehr für den Kampf gegen den Angriffskrieg von Russlands Präsidenten Wladimir Putin. Doch bei Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) löste er damit Bedenken aus. Dennoch bleibt die Frage: Wären die Raketensysteme ein Gamechanger im Ukraine-Krieg?

Ukraine-Krieg: Union fordert Lieferung von Marschflugkörpern der Bundeswehr

Aus Sicht von Verteidigungspolitiker Kiesewetter sollte die Bundesregierung bei der Lieferung der Taurus-Raketen nicht zögern. „Die Partner der Ukraine müssen jetzt all-in gehen und der Ukraine alles liefern, was die Ukraine im Gefecht der verbundenen Waffen einsetzen kann und völkerrechtlich zulässig ist“, sagte der Unionspolitiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die Lenkwaffen mit bis zu 500 Kilometern Reichweite könnten ein „sehr hilfreicher Beitrag aus Deutschland“ sein.

Kiesewetter griff damit einer Diskussion innerhalb der Nato und der EU vor. An diesem Dienstag (23. Mai) sollen die EU-Verteidigungsminister in Brüssel zusammenkommen, um über die gemeinsame militärische Unterstützung für die Ukraine zu beraten. Lieferungen aus der EU sollen Engpässe bei den ukrainischen Streitkräften verhindern und sie in die Lage versetzen, neue Offensiven gegen die Angreifer aus Russland starten zu können.

Angriffe hinter die Front: Britische Raketen vom Typ Storm Shadow entpuppen sich als Wunderwaffe

Insbesondere Marschflugkörper mit einer hohen Reichweite kommen nach Meinung einiger Militärexperten dabei eine besondere Bedeutung zu. Zuletzt hatten sich britische Raketen vom Typ Storm Shadow als wahre Wunderwaffe entpuppt. Nachdem Russland sich intensiv auf die Gegenoffensive vorbereitet und große Teile der Front mit tiefen Gräben durchzogen hat, kommen die ukrainischen Streitkräfte mit den modernen Kampfpanzern nur mühsam voran. Effektiver erscheinen derzeit Schläge mit Raketen, die weit hinter die russische Frontlinie geschossen werden können.

Mit einer Reichweite von bis zu 400 Kilometern können die Storm-Shadows-Raketen die russische Versorgungslinien, Munition- und Treibstofflager, Kommandostationen und Radaranlagen treffen, die Russland zum Schutz vor Himars-Angriffen erst vor einigen Monaten weiter ins Hinterland verlegt hat. Laut dem RND-Bericht sollen die Marschflugkörper auf dem Radar nur schwer zu erkennen sein. Beim Anflug würden sie geografische Hindernisse als Deckung nutzen, hieß es.

Raketen der Bundeswehr: Was kann das System Taurus gegen Russland ausrichten?

Die deutschen Marschflugkörper vom Typ Taurus stehen den britischen Raketen in nichts nach. Es sei eines der modernsten Waffensysteme, schreibt die Bundeswehr auf ihrer Homepage. Die Reichweite wird mit 500 Kilometern ein wenig höher als bei den Storm-Shadows-Raketen angegeben. Für die Bundeswehr wurde das Waffensystem (Stückpreis: 950.000 Euro) vor knapp zehn Jahren angeschafft. In den Beständen sollen sich 600 Taurus-Systeme befinden, rund 150 sollen einsatzbereit sein.

Pistorius zögert bei Lieferung der Taurus-Raketen an die Ukraine

Dennoch zeigte sich Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) eher zurückhaltend zum Vorschlag einer Lieferung an die Ukraine. Er wolle nicht auf jedes Waffensystem eingehen und auf eine hypothetische Frage eine hypothetische Antwort geben, sagte der SPD-Politiker der Nachrichtenagentur dpa in Brüssel und fügte hinzu: „Ich glaube, es hat sich bewährt, dass wir nicht permanent so vorgehen oder rote oder weiße Linien ziehen.“ Man solle die Ukraine maßgeblich unterstützen und verantwortlich damit umgehen. (jkf)

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