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Studie warnt: Nur Finnland hätte genug Munition für großen Krieg – Deutschland und UK schnell am Ende

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Von: Lukas Rogalla

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Eine britische Studie untersucht, wie viel Munition die Nato-Länder im Kriegsfall hätten – das Urteil ist vernichtend.

London – Der Ukraine-Krieg hat auch den Zustand der Bundeswehr zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt: Sollte der Ernstfall eintreten und Deutschland steckt im Krieg, würde die Munition wohl nur zwei Tage reichen. Laut Nato-Vorgaben sollten Mitgliedstaaten Reserven für mindestens 30 Tage haben, berichtet merkur.de.

Ein Grund für Kritik am Verteidigungsministerium um Christine Lambrecht, vor allem aus der Opposition. Die Ministerin verweist auf Versäumnisse ihrer Vorgänger, verteidigt ihre Arbeit und versichert, sich für die Beschaffung von mehr Munition und Waffen einzusetzen. Das ist wohl einfacher gesagt als getan: Nicht nur ist der finanzielle Spielraum laut Lambrecht vorerst eingeschränkt. Für die Produktion von Munition ist Deutschland von Rohstoffen aus China abhängig. Lieferschwierigkeiten sorgen laut Welt für eine Wartezeit von bis zu 14 Monaten. Doch hat nur Deutschland die Beschaffung von Munition versäumt? Eine britische Studie zeigt, dass es weiteren Nato-Ländern ähnlich ergeht:

Deutschland und Nato-Staaten haben laut Studie nicht genug Munition

Denn im Fall eines großen Kriegs hätten die Nato-Staaten offenbar nicht genug Munition, um mehrere Tage zu kämpfen. Zu diesem Schluss kommt die britische Denkfabrik Royal United Services Institute (RUSI), die zu nationalen und internationalen Sicherheitsfragen forscht.

Artilleriemunition der ukrainischen Armee
Artilleriemunition der ukrainischen Armee: Deutschland würde die Munition im Kriegsfall schon nach kurzer Zeit ausgehen. (Symbolfoto) © Roman Chop/dpa

Als die Kämpfe im Donbass ihren Höhepunkt erreichten, habe die russische Armee an zwei Tagen mehr Munition verschossen als etwa Großbritannien überhaupt auf Lager hat, hieß es. Das britische Verteidigungsministerium habe zwar mehrfach versucht, Entwarnung zu geben und auf die Unterstützung der anderen Nato-Staaten verwiesen. Allerdings gehe es den anderen Ländern, wie eben Deutschland, ähnlich.

Im Kriegsfall: Finnland hätte ausreichend Munition – anders als die europäischen Nato-Staaten

Auf die Munition der Bündnispartner könne man sich entsprechend nicht verlassen, auch bei gemeinsamen Kämpfen nicht. Innerhalb der Nato führt die Studie die USA als einzigen Staat mit genügend Munition und Produktionskapazitäten auf. Auch Finnland, das sich derzeit um einen Nato-Beitritt bemüht, hätte laut RUSI im Kriegsfall ausreichend Munition.

Die Studienautoren mahnten die Nato-Staaten, sich rechtzeitig um die Errichtung von Produktionsstätten und Beschaffungsquellen wichtiger Materialien sicherzustellen. Im Kriegsfall solle die Produktion von Munition schnell hochgefahren werden können. Zu Kriegsbeginn war die Ukraine laut Studienbericht vor allem von alter Munition aus Sowjet-Zeiten abhängig. Mittlerweile kommt die meiste Munition aus Nato-Staaten. Doch die Produktionskapazitäten in diesen Ländern reichen der Expertise zufolge nicht aus, um alle Staaten bei einem bewaffneten Konflikt zu versorgen. (lrg)

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