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Aufnahmen von der Front: Sohn von Ex-Ministerin kämpft in der Ukraine

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Von: Nail Akkoyun

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Ein Soldat der ukrainischen Streitkräfte trägt eine Panzerfaust. (Archivfoto)
Ein Soldat der ukrainischen Streitkräfte trägt eine Panzerfaust. (Archivfoto) © Andrea Filigheddu / Imago Images

Der Sohn einer früheren britischen Ministerin zieht freiwillig für die Ukraine in den Krieg. Dazu hat ihn ein Video bewegt, das einen russischen Luftangriff zeigt.

Moskau – Weil er im Ukraine-Krieg gegen das russische Militär kämpft, hat die Moskauer Justiz ein Strafverfahren gegen den Sohn der britischen Parlamentsabgeordneten und früheren Ministerin Helen Grant eingeleitet. „Im Rahmen eines Strafverfahrens wegen Söldnertums untersuchen die Ermittler die Rolle eines Verwandten der britischen Parlamentarierin Helen Grant“, teilte das russische Ermittlungskomitee am Sonntag (29. Mai) in seinem Telegram-Kanal mit.

Ben Grant, ein ehemaliger britischer Marineinfanterist, kämpft seit März als Freiwilliger aufseiten der Ukraine gegen die russische Invasion. Die britische Presse berichtete zuletzt, er habe unter Feuer einem verletzten Kameraden das Leben gerettet und ihn vom Schlachtfeld getragen. Weiter berichtete die britische Zeitung The Independent von einem Video, welches Ben Grant dabei zeigen soll, wie er den Abschussbefehl auf einen russischen Panzer gibt. Kurz darauf sei zu sehen, wie eine Rakete aus einer deutschen Panzerabwehrwaffe vom Typ Matador das russische Kampffahrzeug trifft.

Gegenüber The Guardian erklärte Grant kurz nach seiner Ankunft in der Ukraine, dass eine Aufnahme von einem russischen Bombenangriff auf ein Wohnhaus der Auslöser für seine Entscheidung gewesen sei. „Ich dachte, ich bin Vater von drei Kindern, und wenn das meine Kinder wären, wüsste ich, was ich tun würde: Ich würde gehen und kämpfen“, sagte Grant. Seine Mutter, die von 2013 bis 2015 britische Sport- und Gleichberechtigungsministerin war, soll ihm zufolge nicht in seine Pläne eingeweiht gewesen sein.

Ukraine-Krieg: Ben Grant drohen sieben Jahre Gefängnis

Auf die Berichte hat nun auch Moskau reagiert. Nach Angaben der russischen Behörden „leitete er den Angriff einer Gruppe von westlichen Söldnern auf russische Militärtechnik in der Ukraine“. Daher würden Grants Handlungen jetzt strafrechtlich beurteilt. Söldnertum ist in Russland wie in vielen anderen Ländern auch strafbar und kann mit bis zu sieben Jahren Gefängnis geahndet werden.

Allerdings kämpfen in dem Konflikt auch auf russischer Seite Söldner. Die bekannteste Gruppierung ist die Söldnertruppe Wagner – eine rechtsextreme Gruppe, die als paramilitärischer Arm des Kremls gilt. Darüber hinaus hatte der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu noch im März von 16.000 Freiwilligen aus Syrien berichtet, die auf Russlands Seite kämpfen wollten. (nak/dpa)

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