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Pro-Russland Demonstration in Serbien: Hunderte bejubeln Putins Ukraine-Krieg

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Von: Teresa Toth

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Mit russischen Flaggen und Bildern von Kreml-Chef Putin zogen die Demonstrierende durch die Straßen in Belgrad.
Mit russischen Flaggen und Bildern von Kreml-Chef Putin zogen die Demonstrierende durch die Straßen in Belgrad. © Marko Drobnjakovic/dpa

Weltweit wird der russische Angriff auf die Ukraine scharf verurteilt. Unterdessen gehen in Serbien rund tausend Menschen auf die Straße, um Putin zu unterstützen.

Belgrad – Während in vielen Städten in Europa riesige Proteste gegen den Ukraine-Krieg stattfinden, solidarisieren sich in Serbien zahlreiche Menschen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. So gingen am Freitagabend (04.03.2022) in der serbischen Hauptstadt Belgrad rund tausend Demonstrierende auf die Straße, um ihre Unterstützung für Russland kundzutun.

Viele der Demonstrant:innen riefen Nato-feindliche Parolen, während sie durch das Stadtzentrum in Belgrad zogen. Dabei schwangen sie russische Fahnen und trugen Bilder von Putin mit sich. „Die Ukraine wird derzeit von Neonazis befreit“, behauptete ein 22-jähriger Demonstrant gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. „Die Russen – unsere Brüder – befreien das Land und hoffentlich die Welt.“ Sie scheinen Putins Kriegserklärung somit Glauben zu schenken.

Demonstrationen in Serbien: Serbische Medien verteidigen den Ukraine-Krieg

Putin begründet den Krieg gegen die Ukraine unter anderem damit, dass es sich um einen Kampf gegen Neonazis handele, von denen die Ukraine befreit werden müsse. Im „Kiewer Regime“ hätten die Neonazis das Sagen, behauptet Putin. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat jüdische Wurzeln und bestreitet die Vorwürfe vehement.

Einige der serbischen Medien berichten positiv über den Angriffskrieg und verteidigen diesen. Offiziell sprach sich Serbien allerdings gegen die Unterstützung des Angriffskriegs auf die Ukraine aus. In der UN-Vollversammlung stimmte das Land für eine UN-Resolution, die den Angriff durch Russland scharf verurteilt. Den westlichen Sanktionen gegen Russland – etwa den Ausschluss aus dem internationalen Zahlungssystem Swift – schloss sich Serbien jedoch nicht an. Energiepolitisch ist das Land von Russland stark abhängig.

Pro-russische Demonstrationen in Serbien: „bis ins Mark faschistisch“

Auf Twitter fordern zahlreiche Menschen als Reaktion auf die pro-russischen Demonstrationen, die Beitrittsverhandlungen mit dem EU-Kandidat Serbien sofort zu beenden. „Dieses Land scheint bis ins Mark faschistisch zu sein“, schreibt ein Nutzer auf der Plattform. 2009 stellte das Land den Beitrittsantrag für die EU und gilt seit 2012 als Beitrittskandidat. Die Verhandlungen über den Beitritt begannen im Januar 2014 und dauern bis heute an.

Alle neuen Entwicklungen im Ukraine-Krieg im News-Ticker. (tt/afp)

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