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Selenskyj appelliert an Westen: „Bin sicher, dass auch Polen bedroht ist“

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Von: Florian Dörr

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Der ukrainische Präsident Selenskyj sieht vor dem Hintergrund des russischen auf sein Land auch andere Staaten in Gefahr. Er fordert harte Sanktionen gegen Russland.

Kiew – Der Ukraine-Krieg* geht in die dritte Woche. Während sich die Nachrichten mehren, dass die russische Armee immense Rückschläge erleidet und die Moral in der Truppe zerfällt, fragen viele: Wie weit wird Wladimir Putin gehen? Und: Was ist – nach der Ukraine* – das nächste Ziel des russischen Präsidenten? Wolodymyr Selenskyj hat als Präsident der Ukraine eine klare Meinung: „Nicht wir sollten Angst haben, sondern die Politiker der Welt. Ich meine all diejenigen, die jetzt auf die Ukraine blicken und darüber nachdenken: Könnte es die gleiche Invasion in meinem Land geben“, sagt er im Interview mit der Zeit.

Konkret meint er, Putin habe Moldawien, Georgien sowie das Baltikum im Visier. Und: „Ich bin sicher, dass auch Polen bedroht ist“, erklärt Selenskyj. Generell sei der gesamte Kontinent in Gefahr: „Haben Sie das Gefühl, dass Putin Europa als gleichberechtigte Macht anerkennt? Nein, er will Europa auseinanderreißen, genau wie die Ukraine.“ Auch vor diesem Hintergrund sei die Verteidigung der Ukraine und die Hilfe des Westens in Wirklichkeit eine „globale Antikriegsaktion“.

Ukraine-Krieg: Selenskyj unglücklich über westliche Haltung vor der Invasion

Gegenüber der Zeit kritisiert der ukrainische Präsident auch das Vorgehen des Westens in den Wochen und Monaten vor Ausbruch des Kriegs. Eine Invasion Russlands in die Ukraine sei abzusehen gewesen, schließlich standen russische Truppen bereits an der Grenze bereit. Doch, so Selenskyj: „Und ich habe gesagt: Bitte, sanktionieren Sie Russland*, damit Putin nicht einmal an einen Angriff denkt. Das wurde nicht gemacht. Ich sagte: Unterstützen Sie die Ukraine so, dass unsere Sicherheit gewährleistet ist. Das wurde auch nicht getan.“

Wolodymyr Selenskyj
Wolodymyr Selenskyj sieht die Verteidigung der Ukraine als Teil einer „globalen Antikriegsaktion“. (Archivfoto) © Office of the President of Ukraine/dpa

Die aktuellen Sanktionen im Ukraine-Konflikt* gegen Russland gehen dem Präsidenten der Ukraine nicht weit genug. Zwar sei er dankbar für die gegangenen Schritte, dennoch reichten diese nicht aus. Sonst wäre die Offensive bereits beendet. „Russisches Öl und Gas werden weiterhin gekauft. Westliche Unternehmen bleiben unter dem Deckmantel verschiedener Ausreden immer noch auf dem russischen Markt.“ Sein Land, erklärt Selenskyj, sei einem Angriff ausgesetzt, „der an die schlimmsten Zeiten des Zweiten Weltkriegs erinnert. Deshalb müssen die Sanktionen gegen Russland verschärft werden.“ (fd) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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