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„Zurück in die Sowjetunion“: Lange Schlangen vor Geschäften in Russland

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Von: Marvin Ziegele

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Menschen warten vor einem Geldautomaten in Moskau. Seit den Sanktionen gegen Russland bilden sich vor vielen Läden Warteschlangen.
Menschen warten vor einem Geldautomaten in Moskau. Seit den Sanktionen gegen Russland bilden sich vor vielen Läden Warteschlangen. © Christian Thiele/dpa

Die Bevölkerung Russlands spürt die Folgen der harten Sanktionen gegen das Land. Vor Geschäften bilden sich lange Schlangen

Moskau – Ein Monat ist seit dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine* vergangen, die Folgen für die Weltwirtschaft sind massiv: Steigende Energiepreise, ein Exodus ausländischer Firmen aus Russland* sowie eine drohende russische Staatspleite.

Die Sanktionen gegen Russland haben das Banken- und Finanzsystem des Landes lahmgelegt, der russische Rubel ist abgestürzt. Russische Auslandsdevisen im Wert von 300 Milliarden Dollar wurden eingefroren. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten muss Russland nun einen Staatsbankrott fürchten.

Russland: Menschen stehen vor Läden Schlange wegen Ukraine-Krieg

Doch auch im Lebensmittelsektor spüren die Einwohner Russlands deutlich die Folgen von Wladimir Putins* Angriffskrieg gegen die Ukraine. „Ich glaube, wir kehren immer mehr in die Sowjetunion zurück“, sagte Elina Ribakova, stellvertretende Chefvolkswirtin des Institute of International Finance gegenüber dem Guardian. Damit deutete sie an, dass sich die russische Regierung wahrscheinlich weiterhin von der Weltwirtschaft abschotten wird. „Ich glaube nicht, dass es sich um einen vorübergehenden Schock handelt und wir dann zur liberalen Demokratie und zur Wiedereingliederung in die Welt zurückkehren werden, es sei denn, es gibt einen Regierungswechsel.“

Insbesondere Grundnahrungsmittel wie Zucker sind während des Ukraine-Konflikts* heiß begehrt. Die Warteschlangen für Zucker in der Stadt Saratow waren fast mit den Zeiten der Sowjetunion zu vergleichen, heißt es in einem Bericht des Guardian. Anfang März, nur eine Woche nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine, verschwanden Säcke mit Zucker und Buchweizen aus den örtlichen Märkten. Und als das örtliche Bürgermeisteramt in der vergangenen Woche ankündigte, spezielle Märkte für den Kauf von Grundnahrungsmitteln zu veranstalten, kamen Hunderte von Menschen.

Ukraine-Krieg: „Das ist verrückt“

„Die Leute tauschen Tipps aus, wo man Zucker bekommen kann. Das ist verrückt“, sagte ein Einwohner laut des Berichts. Er sagte, dass seine Großmutter ihn beauftragt hatte, den Sondermarkt am vergangenen Wochenende zu besuchen, um sich einzudecken. „Es ist traurig und lustig. Es fühlt sich an, als wäre vor einem Monat alles in Ordnung gewesen, und jetzt reden wir wieder über die 1990er Jahre und kaufen Produkte, weil wir Angst haben, dass sie verschwinden.“ (marv) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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